29.10.2014, 14:59 Uhr | 0 |

ANGRIFF AUS RUSSLAND? Hacker attackieren das Weiße Haus

Die US-Regierung hat bestätigt, dass Hacker in Computersysteme des Weißen Hauses eingedrungen sind. Sie sollen aber keine vertraulichen Informationen erbeutet haben. Als Quelle des Angriffs wird über eine Gruppe spekuliert, die im Auftrag der russischen Regierung gehandelt haben könnte. Ähnliche Attacken gab es vor kurzem auch auf die NATO und die Ukraine.

Symbolbild Hacker
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Hacker sind in die Computersysteme des Weißen Hauses eingedrungen. Vermutlich haben sie dazu eine Schwäche in Windows-Programmen ausgenutzt.

Foto: dpa/F1online

„Verdächtige Aktivitäten“ in den Computersystemen des Weißen Hauses hat ein nicht genannter hoher US-Regierungsbeamter jetzt gegenüber mehreren Nachrichtenagenturen bestätigt. Der Beamte war offenbar um Schadensbegrenzung bemüht: Vertrauliche Netzwerke seien nicht durchbrochen worden, es habe auch keinen Schaden an den Systemen gegeben, sagte er den Agenturen zufolge. Die Frage, ob Daten gestohlen wurden, beantwortete er nicht.

Gleichwohl ist das Vordringen von Hackern ins absolute Machtzentrum ein Problem für die USA. Dementsprechend sind vom FBI bis zur NSA alle einschlägigen Sicherheitsbehörden mit dem Fall beschäftigt – zumal die Quelle des Angriffs sehr wahrscheinlich in Russland liegt. Das jedenfalls berichtet die Washington Post, die sich auf anonyme Quellen beruft.

Zero Day ausgenutzt

Warnungen vor solchen Angriffen sind für die US-Regierung Alltag. Täglich gingen entsprechende Meldungen im Weißen Haus ein, berichten US-Medien. So weit wie diesmal sind Hacker aber offenbar bislang selten vorgedrungen.

Die Angreifer haben innerhalb der vergangenen zwei bis drei Wochen möglicherweise eine Schwäche in Windows-Programmen entdeckt. Schon zuvor war von einem „Zero Day Exploit“ berichtet worden. Davon ist die Rede, wenn Systemfehler sofort, noch am Tag des Entdeckens oder sehr kurz danach, ausgenutzt werden, so dass die Betreiber oder Nutzer kaum Möglichkeiten haben, sich gegen die Attacke zu wappnen.

Fehler steckt in fast allen Windows-Betriebssystemen

Auf diese Art sollen auch Angriffe auf die NATO, die Ukraine und mehrere Unternehmen, die für das US-Militär arbeiten, abgelaufen sein. Nach einem Bericht der Computer-Sicherheitsfirma iSight waren davon zudem auch Unternehmen in Westeuropa betroffen, beispielsweise eine Telekommunikationsfirma aus Frankreich.

Das Vorgehen passe vollkommen zu üblichen Aktivitäten der Cyberspionage, und alle Indizien verwiesen darauf, dass nationale Interessen Russlands dahintersteckten, sagte iSight-Chef Stephen Ward.

Der Fehler, den die Hacker ausnutzten, steckt nach Angaben von iSight in allen Windows-Betriebssystemen seit Vista, mit Ausnahme von XP. Es handele sich nicht um dieselbe Gruppe, die verdächtigt wird, in den vergangenen Monaten US-Banken angegriffen zu haben. Auch sie wird mit Russland in Verbindung gebracht.

Pentagon droht Hackern

Das US-Verteidigungsministerium kündigte unterdessen schärfere Konsequenzen für enttarnte Hacker an. Sie sollen nicht mehr wie bisher davon ausgehen können, dass ihr Risiko gering ist. Worin diese Konsequenzen konkret bestehen sollen, sagte das Pentagon allerdings nicht.

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Von Werner Grosch
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