11.06.2014, 16:18 Uhr | 0 |

Identity Leak Checker HPI-Software identifizierte bislang 80.000 Nutzer als Opfer von Cyber-Attacken

Mit einer Software des Hasso-Plattner-Instituts lässt sich erkennen, ob Adressen in Kombination mit sensiblen persönlichen Daten im Netz kursieren. Bislang konnten diesen Service nur Deutsche nutzen. Das taten 667.000 Internet-User, 80.000 von ihnen erhielten eine Warnung. Jetzt ist der Dienst weltweit abrufbar und informiert auch über Sicherheitslücken in Browsern. 

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Cyber-Kriminelle beschaffen sich zunächst die Passwörter von Internetnutzern, um dann deren Konten und Depots zu plündern. 

Foto: dpa/G Data

Cyber-Kriminelle haben nur eins im Sinn: den Zugriff auf Konten und Depots von Fremden zu ergattern, um diese zu plündern. Dazu brauchen sie Passwörter. Das Hasso-Plattner Institut (HPI) in Potsdam, das sich als private Universität versteht, setzt dem etwas entgegen: Es hat eine gewaltige Datenbank aufgebaut, mit deren Hilfe erkennbar wird, ob mit der E-Mail-Adresse verbundene Namen, Passwörter, Kontoangaben oder andere persönliche Daten im Internet kursieren. Wer an diesem Service interessiert ist gibt seine E-Mail-Adresse(n) bei www.sec.hpi.de ein. Tut sich dann etwas Verdächtiges im Netz erhält der Nutzer eine Warnung.

„Identity Leak Checker“ nennen die Potsdamer Informationswissenschaftler ihren Dienst, der bisher nur Deutschen zur Verfügung stand. Seit kurzem ist er international nutzbar. Bisher hat HPI 667.000 Adressen überprüft. In 80.000 Fällen sprach es Warnungen vor den Aktivitäten von Cyber-Kriminellen aus. Bislang haben die Forscher des von SAP-Mitgründer Hasso Plattner finanzierten Instituts mehr als 170 Millionen Sätze von Identitätsdaten im Netz entdeckt und analysiert.

„Diese Art Warnsystem für im Internet kursierende gestohlene Identitätsdaten soll die Nutzer zu mehr Achtsamkeit beim Umgang mit persönlichen Daten veranlassen“, sagt HPI-Direktor Professor Christoph Meinel.

Wer eine Warn-E-Mail bekommt sollte seinen Computer mit einer guten Anti-Viren-Software reinigen und anschließend alle Passwörter ändern. Wer keine Warnung erhält ist allerdings nicht aus dem Schneider. HPI berücksichtigt nur die größten und wichtigsten Hacker-Datenbanken.

Schwachstellen in Software

In Meinels Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme ist auch eine Datenbank für IT-Angriffsanalysen aufgebaut worden. Sie integriert und kombiniert viele im Internet verfügbare Angaben über Software-Sicherheitslücken und -probleme. Derzeit sind dort gut 61.000 Informationen zu Schwachstellen gespeichert, die in fast 160.000 betroffenen Softwareprogrammen von mehr als 13.000 Herstellern vorhanden sind.

Was dem normalen Nutzer allerdings wenig bringt, Profis jedoch umso mehr. Der weit verbreitete Microsoft-Browser Explorer etwa hat 1332 Schwachstellen, Konkurrent Firefox kommt auf 1165. Stolze 20.321 Macken finden sich im OS X, dem Apple-Betriebssystem. Windows 8.1, das jüngste Betriebssystem von Microsoft, steht mit gerade mal 59 Schwachstellen vergleichsweise glänzend da.

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Von Wolfgang Kempkens
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