22.05.2014, 12:55 Uhr | 0 |

145 Mio. Datensätze gestohlen Größter Hackerangriff weltweit auf das Auktionshaus Ebay

Das Auktionshaus Ebay ist Opfer des bislang größten Hackerangriffs weltweit. Wie Ebay bestätigte, wurden 145 Millionen Datensätze ausgespäht. Dazu gehören auch die Passwörter der Nutzer.

Messestand von Ebay und Paypal
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Messestand von Ebay und Paypal: Das Aktionshaus wurde schon Ende Februar gehackt. Erbeutet wurden 145 Millionen Datensätze, wie das Unternehmen erst jetzt, zweieinhalb Monate später, mitteilt. Lange Zeit blieb der Angriff unbemerkt.

Foto: Ebay

Die Hacker haben sich nach Angaben des Auktionshauses zwischen Ende Februar und Anfang März Zugang zur Kundendatenbank verschafft und dort 145 Millionen Datensätze kopiert. Darin sind nicht nur Benutzernamen und Kennwörter abgespeichert, sondern auch die E-Mail- und Postadressen der Nutzer, deren Telefonnummern und Geburtsdatum.

Kontodaten angeblich nicht betroffen

Über die Bank- und Kontodaten der Ebay-Nutzer sollen die Hacker angeblich nicht verfügen, weil sie an anderer Stelle gespeichert seien. Nicht betroffen von dem Hackerangriff ist die Ebay-Tochter Paypal, die den Zahlungsverkehr nicht nur für Ebay abwickelt und über besonders sensible Daten verfügt. Obwohl Paypal von dem Hackerangriff nicht betroffen ist, rät Ebay aber nicht nur seinen Kunden, sondern auch den Paypal-Kunden, die Passwörter sicherheitshalber zu ändern.

Erstaunlich: Ebay weiß schon seit Anfang Mai von dem Hackerangriff, hat aber erst gestern die Öffentlichkeit informiert. Die Zahl der 145 Millionen Datensätze hat Ebay sogar erst am heutigen Donnerstag bestätigt. In einem Ebay-Blog heißt es, dass man erst selbst den Vorfall untersuchen und dann die Öffentlichkeit informieren wollte. Dies hat nun knapp drei Wochen gedauert.

Ebay hat Hackerangriff zwei Monate lang nicht bemerkt

Gleichzeitig zeigt der Zeitablauf, dass der Angriff lange Zeit unbemerkt geblieben ist. Wenn der Hackerangriff schon Anfang März beendet war und Ebay den Angriff erst Anfang Mai bemerkt hat, waren die IT-Spezialisten des Auktionshauses zwei Monate ahnungslos.

In die Ebay-Datenbank sind die Hacker offenbar über entwendete Zugänge von Mitarbeitern gelangt. Nach Angaben von Ebay-Sprecherin Amanda Miller sollen die Eindringlinge die Daten bislang aber nicht für irgendwelche Transaktionen genutzt haben, Schäden sind wohl nicht bekannt. Aber auch an solchen Aussagen lässt sich angesichts der zweimonatigen Ahnungslosigkeit des Unternehmens zweifeln.

Ebay hat jetzt Behörden und Sicherheitsexperten eingeschaltet, um den Hackerangriff zu untersuchen. Zudem will Ebay im Verlauf des Tages seine Kunden per E-Mail auffordern, ihre Passwörter zu ändern.

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Von Axel Mörer-Funk
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