12.10.2015, 14:25 Uhr | 0 |

So schützen Sie sich Chinesische Hacker zocken auch deutsche Internet-User ab

Mit einer neuen Masche zocken chinesische Internetkriminelle ahnungslose Internet-User ab: Sie eröffnen unter fremden, aber wirklich existierenden Namen Online-Shops, um gefälschte Waren zu verkaufen. Die Träger der Namen müssen möglicherweise für Schäden aufkommen. So können Sie sich schützen.

Hacker-Angriff
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Vermutlich chinesische Hacker haben die Identitäten auch deutscher Internet-Nutzer gestohlen und damit illegale Online-Shops eröffnet, um gefälschte Markenware zu verkaufen.

Foto: Oliver Berg/dpa

Horror pur! Eine vermutlich von China aus operierende Bande Internetkrimineller eröffnet unter Namen und Adresse von anscheinend beliebig herausgepickten Internetnutzern Online-Shops, um gefälschte Produkte zu verkaufen. Als wäre es nicht schon schlimm genug, wenn plötzlich Angela Merkel Inhaberin eines Internet-Shops wäre, ohne es zu wissen.

Dazu kommt, dass die nichts ahnenden Menschen zunächst mal haften müssen, wenn sich Kunden über mangelhafte Ware beschweren oder Hersteller klagen. Das hat der Rundfunksender „NDR info“ aufgedeckt. Auch hunderte Deutsche seien betroffen.

Nach Angaben des Senders haben die Betroffenen zuvor bei seriösen Online-Shops eingekauft. Wochen oder gar Monate später seien neue Internetseiten unter deren Namen für den Verkauf gefälschter Sonnenbrillen, Handtaschen oder Turnschuhen angemeldet worden.

Zahl der Shops unter fremden Namen explodiert

In den vergangenen Monaten ist die Zahl derartiger Shops geradezu explodiert. „Was jetzt passiert, ist Identitätsdiebstahl professionell in großem Stil. Organisiert von gut arbeitenden Banden“, sagte der Hamburger Internetrechtler Klaus Lodigkeit dem Sender.

Wenn ein fremder Nutzer unter dem eigenen Namen eine Internetseite eröffnet, lässt sich das feststellen. Die einfachste Möglichkeit ist, seinen Namen, eventuell mit Adresse, in eine Suchmaschine wie Google einzugeben. Wenn dann eine fremde Seite erscheint, sollte man Anzeige erstatten. Gibt es keine Rückmeldung, kann man allerdings auch nicht sicher sein. Neue Seiten finden sich manchmal erst Tage später.

In den USA gibt es die ersten Klagen

In den USA gibt es bereits Klagen von Markenherstellern gegen die angeblichen Betreiber der betrügerischen Internetseiten. Dann muss der Namensinhaber beweisen, dass die Seite ohne sein Wissen eröffnet worden ist. Was ihn, vor allem in den USA, allerdings nicht in allen Fällen schützen dürfte.

Nach NDR-Informationen hat es bereits Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe gegeben. Ob diese mit gerichtlicher Hilfe auch eingetrieben werden ist allerdings noch nicht sicher.

Der Norddeutsche Rundfunk gibt einige Tipps, wie man feststellen kann, ob der eigene Name missbraucht wird. So könne man einen so genannten Google Alert einrichten. Dann wird man per E-Mail informiert, wenn der eigene Name irgendwo im Netz neu auftaucht. Eine Anmeldung bei Google ist dazu nicht erforderlich.

Allerdings gehen umgekehrt auch viele Menschen zu sorglos mit ihren Daten um. So fallen immer noch viele Menschen auf nachgemachte Bank- und Facebook-Seiten herein und geben ihre persönlichen Daten preis.

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Von Wolfgang Kempkens
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