12.03.2014, 15:40 Uhr | 0 |

„Allianz für Cybersicherheit“ Bitkom-Studie: Jedes dritte Unternehmen in Deutschland Opfer von Cyberangriffen

Die Angst vor Cyberangriffen in deutschen Unternehmen steigt. Eine berechtigte Sorge: Jede dritte Firma war hierzulande in den letzten zwei Jahren Opfer von Internetkriminellen. Das stellt der Hightech-Verband Bitkom in seiner neuesten Studie fest. Betriebe erhöhen ihre Sicherheitsmaßnahmen und erarbeiten zunehmend Notfallpläne. 

Cyberkriminalität
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Jedes dritte mittelständische Unternehmen in Deutschland wurde in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Cyberkriminellen. Das hat eine aktuelle repräsentative Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom ergeben. 

Foto: dpa/Oliver Berg

Fast jedes dritte Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren Angriffe auf seine IT-Systeme festgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine  aktuelle Bitkom-Umfrage, an der 403 Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern teilgenommen haben.

Gezielten Datenklau und das Einschleusen von Schadprogrammen über USB-Sticks haben demnach  58 Prozent der befragten Unternehmen in den letzten zwei Jahren erlebt. Bei 30 Prozent der Befragten erfolgte der Angriff durch das Internet. Häufig werden Daten jedoch unbemerkt gestohlen oder manipuliert, so dass von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen werden kann.

„Cyberattacken können zum Verlust von Geschäftsgeheimnissen führen und gefährden die Arbeitsfähigkeit eines Unternehmens“, warnte Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf auf der CeBIT in Hannover. IT-Sicherheit sei ein sehr wichtiges Thema und reiche weit über die NSA-Affäre hinaus. Unternehmen müssten sich besser vor Cyberkriminellen schützen und sich professioneller organisieren, rät Kempf. Dies beginne bei der Identifizierung sicherheitskritischer Daten und gehe weiter über die Sensibilisierung und Qualifizierung der Mitarbeiter durch Weiterbildungsmaßnahmen bis zur regelmäßigen Überprüfung aller technischen Maßnahmen.

Mehr IT-Sicherheit aufgrund NSA-Affäre

Immerhin hat sich das IT-Bewusstsein in deutschen Unternehmen erhöht, offenbar nicht zuletzt auch aufgrund der NSA-Affäre. Der Umfrage zufolge sehen 74 Prozent der Unternehmen eine reale Gefahr, von ausländischen Geheimdiensten und Cyberkriminellen angegriffen zu werden. In der vergleichbaren Bitkom-Studie von 2012 waren es erst 63 Prozent.

Seither haben 36 Prozent der Unternehmen ihre IT-Sicherheit erhöht und entsprechende Maßnahmen vorgenommen. Dazu gehören organisatorische Verbesserungen wie etwa ein Zugriffsmanagement für Daten oder physische Sicherheitskontrollen. Firewalls wurden von 43 Prozent der befragten Firmen eingeführt und 35 Prozent erneuerten und investierten in Virenschutzprogramme. Ein Drittel der Firmen führte Schulungen für ihre Mitarbeiter durch.

Neun von zehn Unternehmen haben inzwischen einen Notfallplan erstellt, um im Falle eines Cyberangriffs rechtzeitig reagieren und den Schaden klein halten zu können. „Bei Angriffen auf IT-Systeme ist Zeit immer ein kritischer Faktor”, erklärt Kempf. „Ein Notfallplan listet die wichtigsten Geschäftsprozesse des Unternehmens auf und beschreibt, was im Schadensfall zu tun und wer zu informieren ist.”

„Allianz für Cybersicherheit“

Der Bitkom-Verband und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben das  Meldesystem „Allianz für Cybersicherheit“ aufgebaut, wo sich Firmen über ihre Erfahrungen hinsichtlich von Cyberangriffen austauschen und voneinander lernen können. Das Meldesystem dient auch als Plattform zur Diskussion zwischen IT-Sicherheitsexperten. Derzeit hat die „Allianz für Cybersicherheit“ 700 Mitglieder.

Nicht zuletzt fordert Kempf, innerhalb der EU Vereinbarungen zu treffen sowie neu über internationale No-Spy-Abkommen zu verhandeln, um die Bürger zu schützen. 

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Von Petra Funk
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