05.03.2014, 14:45 Uhr | 0 |

ZWEITE PLEITE INNERHALB WENIGER TAGE Bitcoin-Börse Flexcoin schließt nach virtuellem Bankraub

Ein Fehler in der Software soll schuld daran sein, dass Hacker einen Handelsplatz knacken und Bitcoins im aktuellen Wert von 430.000 Euro stehlen konnten. Ein weiterer Rückschlag für die virtuelle Währung, die unabhängig von Banken und Staaten funktionieren soll.

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Das Prädikat "sicher" hat die virtuelle Währung Bitcoin inzwischen verspielt. Mit der Börse Flexcoin wurde jetzt bereits der zweite Handelsplatz geschlossen. Hacker konnten Bitcoins im aktuellen Wert von 430.000 Euro stehlen.

Foto: dpa

Es ist wenige Wochen her, da hat die Bundesbank noch eindringlich vor Bitcoin-Börsen gewarnt. Große Kursschwankungen im Verhältnis zum „echten“ Geld und fehlende Sicherung von Einlagen, wie es sie für normale Banken gibt, machten das Risiko dieser virtuellen Währung unberechenbar. Von der Gefahr durch Online-Diebe war in dem Zusammenhang nicht die Rede – obwohl sie eigentlich am nächsten liegt, wie sich in den vergangenen Tagen gezeigt hat.

Zuerst ging die einst größte Bitcoin-Börse Mt. Gox in die Knie und musste Insolvenz anmelden. Ein Hackerangriff wurde nicht bestätigt, gilt aber als wahrscheinlich – ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe sei möglich, hieß es in verschiedenen Medien. Nun hat die Börse Flexcoin offiziell bestätigt, dass sie ebenfalls Opfer einer solchen Attacke wurde. Der Handelsplatz wurde sofort geschlossen.

Starke Kursschwankungen

Die Meldungen kommen für die Bitcoin-Branche zur Unzeit. Gerade hatten sich die Kurse, die sich zwischenzeitlich halbierten, wieder erholt. Einige große Online-Händler begannen damit, Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Das werden sie sich nun wieder genauer überlegen, zumal die Risiken durch Spekulanten nach wie vor bestehen. Risikofreudige Zocker haben die Währung seit ihrem Entstehen vor fünf Jahren schon oft für ihre Geschäfte genutzt. Wer Glück hatte, profitierte davon: Zeitweise stieg der Kurs auf über 1000 Dollar pro Bitcoin. Andererseits verfiel er auch in kurzer Zeit um rund die Hälfte.

Ein Unbekannter hat das virtuelle Geld im Jahr 2009 erfunden – als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise, die damals auf ihrem Höhepunkt war. Viele Anleger suchten nach Möglichkeiten, ihr Geld außerhalb des konventionellen Bankensystems unterzubringen.

Geldmenge ist begrenzt

Die Geldmenge ist begrenzt, erzeugt wird die Währung durch eine komplizierte Computerberechnung. Bislang ist rund die Hälfte der geplanten 21 Millionen Bitcoins erzeugt worden. Danach soll Schluss sein, damit keine galoppierende Inflation den Wert auffressen kann. Angepeilt dafür ist das Jahr 2033. Ob die Währung sich angesichts der neuen Desaster so lange hält, scheint allerdings fraglich.

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Von Werner Grosch
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