18.03.2015, 11:34 Uhr | 0 |

Biometrische Identifizierung Bank testet Herzschlag als Internet-Password

Kennwörter, Pin-Codes oder einprägsame Wörter könnten schon bald der Vergangenheit angehören. In einem jetzt angelaufenen Testlauf der Halifax Bank benutzen die Kunden ein mit Sensoren ausgestattetes Armband, das wie ein Elektrokardiogramm-Gerät agiert und den Herzschlag des Trägers misst. 

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Die britische Bank Halifax testet derzeit die Authentifizierung von Kunden anhand des Herzschlags.

Foto: Andy Rain/dpa

Smartphone-Hersteller und auch zahlreiche Banken setzen derzeit noch auf Fingerabdruck-Sensoren zur Identifizierung der Kunden oder Nutzer, um so das lästige Eingeben eines PIN-Codes zu ersetzen und zugleich die Sicherheit zu erhöhen. Doch auch diese Methode ist nicht hundertprozentig fälschungssicher. Aus diesem Grunde hat jetzt die britische Bank Halifax Tests mit einer neuen Technologie zur Identifizierung für Transaktionen ihrer Kunden begonnen. Ein EKG-Armband, das den Herzrhythmus des Kunden misst, steht dabei im Mittelpunkt.

Armband misst EKG-Daten des Kunden

Das mit Sensoren ausgestattetes Armband agiert wie ein Elektrokardiogramm-Gerät und misst den Herzschlag des Trägers. Auf diese Weise soll es möglich sein, den einzelnen Bankkunden eindeutig zu identifizieren und damit für Banktransaktionen zu authentifizieren. Tests zufolge sind die persönlichen Herzschläge einzigartig, so dass es zumindest bisher keine Möglichkeit gibt, diesen Code zu knacken.

Banken-App fürs Smartphone

Die Technik arbeitet in Verbindung mit einem Smartphone. Damit das Ganze funktioniert muss der Herzschlag des Kunden zuvor von dem Armband registriert werden. Will der Nutzer beispielsweise Geld überweisen oder einfach nur Zugriff auf sein Konto haben, öffnet er dafür die Banken-App auf seinem Mobiltelefon. Das Armband schließt sich dann mit dem Smartphone über Bluetooth kurz, indem das Armband angetippt wird. Dabei blinken drei kleine LED-Lichter auf und das Armband surrt, um anzuzeigen, dass die Verbindung hergestellt ist und sich der Kunde einloggen kann.

Die Halifax Bank untersucht auch die Möglichkeit die Armbänder in Verbindung mit Computern und Tablet-Computern zu nutzen. Bisher handelt es sich nur um einen Testlauf und es gibt keine konkreten Pläne die Armbänder an Kunden im großen Stil auszugeben.

MasterCard testet die Technik ebenfalls

Das beschriebene so genannte Nymi-Band aus Plastik, Gummi und Metall, wurde von dem kanadischen Start-up Nymi entwickelt. Neben der Halifax Bank testet auch die Royal Bank of Canada gemeinsam mit dem Kreditkartenunternehmen MasterCard die neue Art der Identifizierung.

In Großbritannien suchen die Banken schon seit längerem nach neuen Techniken, um den Zahlungs- und Überweisungsvorgang zu verbessern, zu beschleunigen und vor allem sicherer zu machen. Seit Februar dieses Jahres sind Kunden der Royal Bank of Scotland (RBS), NatWest und Ulster Bank in der Lage ihre mobile Internet Banking App mit der Fingerabdruck-Identifikation zu benutzen.

Im vergangenen Jahr führte die Barclaycard das bPay Armband ein, bei dem die Nutzer mit einem Wink des Handgelenks zahlen. Auch werden Handschuhe für das kontaktlose Zahlen getestet.

Fujitsu setzt auf Iris-Scan

Fujitsu stellte jetzt auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine weitere Alternative für ein sichereres Einloggen in das Smartphone vor, die langfristig auch andere Einsatzmöglichkeiten eröffnet. So sollen Fujitsu-Smartphones die Iris des Nutzers abtasten. Der Hersteller arbeitet dabei mit einem Scanner mit Infrarot-Licht, wobei die Augenfarbe als auch das Licht in der Umgebung den Scan nicht beeinflussen.

Beim ersten Mal wird die Iris mit möglichst weit geöffneten Augen für eine halbe Minute abgetastet und damit registiert. Von da an kann das Smartphone dann nur noch mit einem kurzen Blick entsperrt werden. Zunächst soll das Smartphone mit diesem System allerdings nur in Japan angeboten werden.

Einen Irisscanner für Zuhause gibt es auch schon. 

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Von Peter Odrich
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