05.02.2015, 11:48 Uhr | 0 |

SPEZIELLEr TRICK Apps als Schläfer auf dem Smartphone

Bis zu 30 Tage Inkubationszeit: Drei Apps, die über Googles Play Store vertrieben wurden, sollen lästige Werbung auf Millionen Smartphones eingeschleust haben. Weil die teils erst nach Wochen auftauchte, war die Quelle schwer zu ermitteln.

Apps als Schläfer auf dem Smartphone
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Die Internet-Sicherheitsfirma Avast warnt vor Schläfer-Apps. Die kleinen Programme enthalten Malware, die aber erst nach Tagen oder Wochen aktiv wird. So lässt sich die Quelle des Schadprogramms kaum noch zurückverfolgen. 

Foto: EPA

Zwei Monate lang waren die drei besonders harmlos wirkenden Apps wohl im Play Store zu haben: ein Kartenspiel namens Durak, ein Intelligenztest und eine App zur russischen Geschichte. Die Internet-Sicherheitsfirma Avast jedenfalls hat diese Meldung herausgegeben und zugleich für ihr Programm geworben, das solche verdächtigen Apps entdecken und beseitigen könne.

Sofort nach dieser Veröffentlichung tauchten nun Kommentare im Netz auf, die das Ganze für einen Werbetrick halten. Schließlich seien die Apps in Googles Onlinestore ja gar nicht zu finden. Google habe sie eben entfernt, nachdem sie von dem Problem erfahren hätten, heißt es nun bei Avast.

Warnung vor pornografischen Inhalten

Die Nicht-Existenz als Beweis der ehemaligen Existenz? Klingt schon etwas merkwürdig. Von Google selbst gibt es bislang keine offizielle Erklärung dazu.

Tatsache ist: Der Trick mit den Apps wirkt besonders hinterhältig. Wer sich etwa das Kartenspiel herunterlädt – und das soll in wenigen Wochen zwischen fünf und zehn Millionen Mal geschehen sein – der fängt sich damit die Malware ein, die ihm jeweils beim Entsperren des Smartphones unerwünschte Werbung auf den Bildschirm schickt.

Bisweilen sollen auch Warnungen vor Viren oder pornografischen Inhalten auf dem Gerät erschienen sein, die den Nutzer zu schnellen Gegenmaßnahmen motivieren sollen.

Trick mit seriösen Angeboten

Die Anzeigen und Warnungen sollen aber nicht gleich nach der Installation oder dem Start einer solchen App erschienen sein, sondern erst Tage später, teils einen Monat später. So sei die Quelle für viele Nutzer eben schwer auszumachen. 

Videoquelle: Andrei Mankevich

Als besondere Raffinesse beschreibt Avast den Umstand, dass die Anzeigen nicht nur auf potenziell teure oder gar illegale Angebote leiteten, sondern teils auch auf ganz seriöse Seiten.

Ein Nutzer des Avast-Forums hatte zuerst auf die verdächtigen Apps hingewiesen. Er erklärt jetzt, Google habe seine Gefahrenmeldung eine Woche lang ignoriert. Aber jetzt ist die Gefahr ja gebannt. Vermutlich.

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Von Werner Grosch
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