22.12.2016, 12:02 Uhr | 0 |

Beliebteste Passwörter Aber hallo! – Damit haben Sie bestimmt nicht gerechnet

Während weltweit „123456“ seit Jahren die Hitparade der beliebtesten Passwörter anführt, sind die Deutschen viel pfiffiger. Etwas jedenfalls. Ein bisschen schon. Unser beliebtestes Passwort ist...

...ja, es ist tatsächlich „hallo“. Nimmt man den Top-Hit der deutschen Passwort-Charts zusammen mit seinen Remixes „hallo123“ (Platz drei) und „hallo1“ (Platz neun), dann ergibt das den FC Bayern unter den geheimen Codes. Unschlagbar, dieser freundliche Gruß, den noch die dämlichsten Amateurhacker knacken können. Apropos FC Bayern: Der Klub taucht in der neu veröffentlichten Rangliste gar nicht auf, dafür aber „Schalke04“. Dabei hat dieser Verein nur etwa halb so viele Mitglieder wie der Ligakrösus. Vielleicht ist Schalke einfach nur sehr bekannt, und die Leute sagen ja immer, man soll bei Passwörtern am besten Zahlen und Buchstaben kombinieren. Wie 4711köln. Oder R2D2.

Die neuen Passwortcharts hat übrigens das Hasso-Plattner-Institut (HPI) aus rund einer Milliarde Nutzerkonteninfos destilliert, die geleakt wurden und im Netz frei verfügbar sind. Das Institut an der Uni Potsdam ist benannt nach einem der Mitgründer von SAP und bietet als einziges in Deutschland den Studiengang „IT-Systems Engineering“ an. Was man da so lernen kann, sieht man jetzt.

Die unanständigen Sachen sind nicht ganz vorne

Erst vor wenigen Wochen hatte das HPI aus derselben Studie eine Mitteilung formuliert, nach der 20 % der Internetnutzer dasselbe Passwort für mehrere Konten nutzen, gar 27 % zumindest sehr ähnliche. Nun haben die Forscher nochmal nachgeschaut und sind in ihren sicher vielen Unterlagen auf die Hitliste gestoßen. Also noch eine Pressemitteilung.

 

Aber die ist schon schön. Wobei die richtig interessanten Sachen auf den hinteren Plätzen der Top Ten kommen. Nummer zwei ist „Passwort“, auf Rang fünf die Variante „Passwort1“, und Platz sechs belegt das nur auf den ersten Blick findig erscheinende „qwertz“, das halt auf der Tastatur in der obersten Buchstabenreihe so hübsch von links nach rechts zu tippen ist.

Duell zwischen Beleidigung und Kosename

Während also die ersten sechs Plätze mit Dummheit und Faulheit hinreichend erklärt sind, bieten die folgenden Ränge Anlass für eine tiefergehende Untersuchung. Vor allem die Frage, wie nahe „arschloch“ und „schatz“ wirklich beieinanderliegen. Also gesellschaftlich, aber auch emotional. Laut HPI sind diese beiden Kernbegriffe deutschen Beziehungswesens auf Platz sieben und acht. Interessant wäre zu erforschen, wann im Verlauf einer Paarbeziehung Menschen im Durchschnitt ihr Passwort von Schatz in Arschloch ändern.

Die Hitparade gibt leider dazu nichts her, nicht einmal absolute Zahlen verrät das HPI. Dafür wird die Liste aber perfekt abgerundet durch ein Passwort, das von brillanter Schlichtheit ist und zugleich keine Fragen nach Sinn und Bedeutung offenlässt: ficken. Ob und wie weit das jetzt mit den zuletzt genannten Lieblingswörtern zusammenhängen kann – nee, das geht zu weit.

Leichter erinnern dank doller Gefühle

Wer jedenfalls die deutschen mit den weltweiten Charts vergleichen will, kann das hier tun. Und wer Anregungen für ein wirklich sicheres Passwort braucht, findet die hier. Man kann sich ja durchaus auch professionelle Hilfe holen. Die allerdämlichsten Codes werden aber bald sowieso verschwinden, weil Bill Gates sie einfach verbietet. Außerdem ist es ja gar nicht so schwer, gute Passwörter zu entwickeln, vor allem mithilfe von Merksätzen, in denen Persönliches vorkommt, heißt es immer wieder. Beispiel: „Wenn das Arschloch noch einmal mein Schalke-Trikot anzieht, ist es aus mit Schatz!“ Ergibt: WdAne1mS04aieamS. Kommt kein Mensch drauf, ist aber dank der emotionalen Stärke leicht zu merken.

Anzeige
Von Werner Grosch
Zur StartseiteZur Startseite
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden