17.12.2014, 06:58 Uhr | 0 |

Partner Intel und Samsung Ultraschnelle Datenübertragung: Kiss schafft kabellos 6 Gigabit pro Sekunde

Bis zu 6 Gigabit pro Sekunde schafft eine drahtlose Datenübertragungstechnik, die das US-amerikanische Unternehmen Keyssa entwickelt. Das verheißt zum Beispiel ruckelfreies Streaming eines 4K-Videos vom Smartphone auf einen HD-Bildschirm. Noch im ersten Halbjahr 2015 will das Unternehmen erste Produkte mit der neuen Technik für mobile Endgeräte auf den Markt bringen. 

Plakat auf der CeBIT in Hannover
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DSL, WLAN, USB: Demnächst kommt noch Kiss dazu. Das US-Unternehmen Keyssa verspricht Übertragungsgeschwindigkeiten von sechs Gigabit pro Sekunde bei direkt verbundenen Geräten.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ist WLAN schon wieder überholt und viel zu langsam für die Datenübertragung der Zukunft? Kiss Connectivity nennt das 2009 gegründete Unternehmen Keyssa die Technik, die WLAN den Rang ablaufen können. Die neue Technik schafft Übertragungsgeschwindigkeiten, von denen die gewöhnliche User in Privathaushalten noch träumen.

Bei der Technik „küssen sich“ zwei Geräte, um eine drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu aktivieren, über die ein Datentransfer von bis zu 6 Gigabit pro Sekunde erreicht werden soll – jedoch nur, wenn die Geräte direkt nebeneinander liegen. Zum Vergleich: Die neueste USB-Version 3.0 ermöglicht eine Super-Speed-Datenübertragung von 5 Gigabit/s, am weitesten verbreitet ist jedoch noch die Version USB 2.0, die in der Praxis etwa 480 Megabit/s schafft. Erheblich schneller als in einem herkömmlichen WLAN wäre die Datenübertragung per Kiss Connectivity aber allemal.

Chip ersetzt herkömmliche Kabelsteckplätze

Die Funkübertragung wird von einem Chip gesteuert, der Frequenzen im 60-Gigahertz-Bereich nutzt. Aufgrund der hohen Bandbreite wird eine große Datenrate pro Sekunde erreicht, über die zum Beispiel ein nicht komprimiertes Video übertragen werden kann.

Unternehmensangaben zufolge unterstützt der Konnektor alle modernen Anschlüsse mit Standardprotokollen wie USB 3.0, DisplayPort, SATA und PCIe. Laptops, Tablets, Smartphones und Computerdocks sollen mit dem schlanken Chip ausgestattet werden können, der als „Kaffeebohnen-groß“ beschrieben wird. Dabei soll, so die Vorstellung der Verantwortlichen bei Keyssa, der Chip einfach eine neue Form von Anschluss darstellen, die Installation von zusätzlicher Software sei auch nicht notwendig.

Ihre Technologie biete den Nutzern einen neuen Weg, die eigenen Daten einfach und sicher zu teilen, zu synchronisieren und zu speichern – ohne dafür in einem überfüllten kabellosen Netzwerk Gefahr zu laufen gehackt zu werden, verspricht das Unternehmen selbstsicher.

Mit Intel und Samsung sehr potente Partner gewonnen

Unter den potenten Investoren, die auf der Keyssa-Website (keyssa.com) aufgeführt sind und die insgesamt 47 Millionen US-Dollar in das Unternehmen gesteckt haben, befinden sich auch Intel Capital und das Samsung Strategy and Innovation Center. Dabei arbeitet Samsung selbst an einer 60 GHz-WiFi-Technologie, die auf dem neuen Wireless-Gigabit-Standard 802.11ad basiert. Damit können nach Angaben von Samsung reell Datenmengen von bis zu 4,6 Gigabit/s oder 575 Megabyte/s übertragen werden.

Für Aufmerksamkeit in der Brache sorgt der erfolgsverwöhnte Chef des Leitungs- und Kontrollgremiums von Keyssa, Tony Fadell. Der ist heute Chef des Unternehmens Nest und leitete davor bei Apple das Team, das die ersten Generationen von iPod und iPhone entwickelte. 

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Von Susanne Neumann
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