25.06.2013, 14:11 Uhr | 0 |

Datenverarbeitung IBM und HP setzen auf schnelle Flash-Speicher für Unternehmensdaten

Zu den jüngsten fundamentalen Veränderungen in den Rechenzentren gehören Flash-Speicher. Dies wurde auf den Anwenderkonferenzen von IBM (Edge 2013) und HP (Discover 2013) in Las Vegas deutlich. Wirtschaftlich geht es darum, wie viel Zeit und Aufwand Unternehmenskunden erbringen müssen, um ihre Systeme zu optimieren und die Daten so zu verteilen, dass rasche Entscheidungen möglich werden.

IBM-Manager Tom Rosamilia
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IBM-Manager Tom Rosamilia: "Mit Flash können wir Prozesse, die bisher Monate in Anspruch nahmen, nun in wenigen Stunden erledigen."

Foto: IBM

"Cloud-Computing, Big Data Analytics und schnelle Flash-Speicher spielen eine Schlüsselrolle in der neuen Unternehmens-IT", sagte Tom Rosamilia, Senior Vice President, IBM Systems & Technology Group (STG), in seiner Keynote auf der Anwenderkonferenz Edge 2013. "Sie ermöglichen, Effizienz und Produktivität zu steigern und gleichzeitig Betriebskosten zu senken. Der umfassende und schnellere Zugriff auf geschäftsrelevante Daten wird die Art, wie Organisationen mit ihren Kunden interagieren, grundlegend verändern."

Für den neuen IBM-Hardwarechef bedeutet der kosteneffiziente Einsatz von schnellen Flash-Speichern angesichts der anstehenden Aufgaben einen Durchbruch in der modernen Unternehmens-IT. "Mit Flash können wir Prozesse, die bisher Monate in Anspruch nahmen, nun in wenigen Stunden erledigen", erläuterte Rosamilia die Vorteile in einem Gespräch mit den VDI nachrichten. "Das ist ein Wendepunkt im Markt: Bei gleichem Preisniveau werden extrem schnelle Implementierungen, eine erheblich bessere Performance bei wesentlich geringerem Platzbedarf und Energieverbrauch erreicht."

Flash-Speicher sind schneller, kleiner und effizienter

Flash, das sind schnelle, wiederbeschreibbare, nichtflüchtige Halbleiterspeicher. Sie können die Antwortzeiten der Informationsbeschaffung in Server- und Speichersystemen von Milli- auf Mikrosekunden beschleunigen. Da sie keine beweglichen Teile enthalten, sind sie zuverlässiger, langlebiger und energieeffizienter als die sich mechanisch drehenden Festplatten.

Diese Vorteile haben dazu geführt, dass Flash-Technologie die Unterhaltungselektronikindustrie erobert hat und nun in fast allen Geräten – vom Handy bis zum Tablet-Computer – eingebaut wird. Doch jetzt findet Flash dank sinkender Preise zunehmend auch am oberen Ende des IT-Leistungsspektrums seinen Einsatz – nämlich in den Rechenzentren. Flash ist nach IBM-Jargon zu einer wichtigen Voraussetzung für "smarter Computing" in modernen Unternehmen geworden.

Zur Beschleunigung dieser Transformation will IBM jetzt 1 Mrd. $ in Forschung und Entwicklung investieren, um neue Flash-Lösungen in sein wachsendes Portfolio von Servern, Speichersystemen und Middleware zu integrieren. Als Teil dieses Engagements sollen dazu zwölf Kompetenzzentren rund um den Globus eröffnet werden.

IBM-Flash-System kann bis zu 24 TByte an Daten speichern

Die IBM-Flash-System-Linie basiert auf der Technologie von Texas Memory Systems, einem Unternehmen, das IBM im Herbst des vergangenen Jahres übernommen hat. Wichtiges Produkt ist hier das IBM FlashSystem 820 im High-End-Bereich. Es hat die Größe einer Pizza-Box, ist aber nach Angaben von Big Blue 20-mal schneller als Systeme mit herkömmlichen Festplatten und kann bis zu 24 TByte an Daten speichern. Das ist mehr als die doppelte Menge der Daten in der US-Kongressbibliothek. Dadurch lässt sich die Performance verschiedener Enterprise-Anwendungen, inklusive Datenbanken, virtueller Desktop-
infrastrukturen, technischer Rechenanwendungen und Cloud-Infrastrukturen erheblich beschleunigen.

Die bereits im April angekündigte und jetzt in Las Vegas präsentierte Produktfamilie wurde als komplett Flash-basierte Systeme nochmals verbessert. Sie verursachen nun nach Angaben von IBM weniger als ein Zehntel der Kosten pro Transaktion im Vergleich zu hybriden Systemen aus Festplatten und Flash-Speicher, wobei sie nur 4 % der Energie und 2 % der Fläche in Anspruch nehmen.

Insgesamt stellte IBM in Las Vegas 49 neue Produkte vor. Dazu gehören im Speicherbereich neue Lösungen für Power-, System-x- und PureSystems-Server (die beide Plattformen kombinieren) sowie neue Angebote für Netzwerkspeicher. Für die Veränderung des IT-Angebotes in Rechenzentren hat sich in der Branche ein neues Schlagwort durchgesetzt: "Software-defined IT". Durch die Kombination von Software-defined Server, Software-defined Storage (SDS) und Software-defined Networks (SDN) wollen namhafte Anbieter ihren Kunden die nötige Agilität und Flexibilität bereitstellen, so dass sie rasch auf Veränderungen im Markt reagieren können.

Der Begriff stammt ursprünglich vom Virtualisierungsspezialisten VMware, der diesen derzeit intensiv in der Werbung nutzt. Mittlerweile sind aber auch HP, Dell und IBM dazu übergegangen, dieses Schlagwort zu verwenden. IBM nannte das Konzept in Las Vegas "Software-defined Environment (SDE)" oder wie es Rosamilia scherzhaft nannte "Software-defined everything".

Auch HP setzt auf Flash-optimierte Speichersysteme

SDE ermöglicht Cloud-Computing und koordiniert die Bereitstellung von IT-Services auf dynamische, automatisierte und flexible Weise, wobei Arbeitslasten den richtigen Ressourcen zugeordnet werden. Zweifelsohne ist dies ein wichtiger Baustein der Smarter-Computing-Strategie von IBM. Hewlett-Packard (HP) spricht in diesem Zusammenhang von "Converged Systems".

Auch HP setzt auf Flash bei Unternehmensdaten. Auf der Konferenz Discover 2013 wurde das Flash-optimierte Speichersystem HP 3PAR StoreServ 7450 als Erweiterung der Converged-Storage-Produktreihe gezeigt. Es bietet nach Angaben des Herstellers hohe Leistungswerte bei niedrigen Latenzzeiten, ohne die Komplexität im Rechenzentrum zu erhöhen.

"Unternehmen und Behörden können unvorhersehbare Arbeitslasten nicht kosteneffizient verwalten, wenn sie mit unterschiedlichen, voneinander getrennten Storage-Systemen arbeiten", sagte David Scott, Senior Vice President und General Manager der HP Storage Division, auf der Discover 2013. "Mit den Innovationen von 3PAR StoreServ erhalten Anwender maßgeschneiderte Speicherlösungen, die geschäftskritischen neuen Anforderungen gerecht werden und dank ihrer einheitlichen Speicherarchitektur eine Vielzahl an Anforderungen bewältigen."

Das neue Speichersystem hat einen Durchsatz von 5,2 GByte/s und erreicht dabei eine Latenzzeit von unter 0,6 ms. Die Technologien dieser Storage-Arrays reduzieren die benötigte Speicherkapazität um bis zu 50 %, ohne dabei die Leistung zu beeinträchtigen, verspricht HP. 

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Von Rudi Kulzer | Präsentiert von VDI Logo
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