04.12.2014, 08:36 Uhr | 0 |

Trainingshilfe für Sportler Headset schickt Gehirnaktivität aufs Smartphone

Beim Joggen dem eigenen Gehirn zuschauen: Das soll ein mobiles Headset ermöglichen, das gemessene Hirnaktivität an eine Smartphone-App schickt. Hinter der Entwicklung steckt das japanische Unternehmen Hitachi High-Tech.  

Mit dem Headset sollen Sportler ihre Hirnaktivität in Echtzeit kontrollieren können
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Mit dem Headset sollen Sportler ihre Hirnaktivität in Echtzeit kontrollieren können. Ein Blick aufs Smartphone genügt dann, um das Training anzupassen. 

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Lange Zeit konnten Wissenschaftler und Ärzte dem Gehirn nur dann bei der Arbeit zusehen, wenn sie Patienten in eine dunkle Röhre schoben. Dort durfte der Kopf während der Messungen nicht bewegt werden. Eine neue Technik des japanischen Unternehmens Hitachi High Technologies hingegen ist mobil und setzt auf Infrarotlicht, um den Blutfluss in der Großhirnrinde zu messen. So wird es möglich, die neuronale Aktivität im präfrontalen Cortex in Echtzeit auszuwerten.

Headset soll Sportlern beim Training helfen

Jetzt strebt das Hitachi-Team an, auch der breiten Öffentlichkeit Einblicke in die Funktion des Gehirns zu vermitteln. Nutzer sollen Headsets tragen, die die Messdaten an eine Smartphone-App schicken, per WLAN oder Bluetooth. Die App kann dann die Gehirnaktivität live anzeigen.

Gedacht wird unter anderem daran, dass Sportler mit Hilfe des Headsets besser analysieren können, wie sie ihre Leistung verbessern können. Auch der Einsatz in Klassenzimmern könnte möglich sein, um dort die Lernfähigkeit der Kinder zu analysieren.

Bis 2020 will Hitachi eine Million Headsets verkaufen

Da das Smartphone die gesamte Datenverarbeitung übernimmt, ist das Headset ausgesprochen klein und leicht. Der Prototyp wiegt nur 110 Gramm, einschließlich Batterie. Die kommerzielle Version soll 2016 auf den Markt kommen und zwischen 85 und 126 US-Dollar kosten. Weltweit will Hitachi bis 2020 eine Million Geräte verkaufen.

Hitachi High-Technologies will mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, um das volle Potenzial der Technik auszuloten. Beteiligt an dem Projekt ist auch der durch das Nintendo Denksportspiel bekannt gewordene Professor Ryuta Kawashima, Direktor des Institute of Development, Aging and Cancer der Tohoku Universität.

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Von Peter Odrich
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