29.12.2015, 14:32 Uhr | 0 |

GOOGLES DATENBRILLE Geheimnis um die Enterprise-Version gelüftet

Nach dem gescheiterten Versuch mit Google Glass hat der Internet-Gigant jetzt eine neue verbesserte Brille entwickelt, die allerdings nur für professionelle Nutzer zu haben sein wird, zumindest vorerst. 

Datenbrille bei VW im Test
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Eine Volkswagen-Mitarbeiterin testet Ende November 2015 in Wolfsburg eine Datenbrille, die ihr hilft in der Logistikabteilung das richtige Fach zu finden und die Teilenummer mittels QR-Code zu scannen. Bilder einer neuen Datenbrille von Google, die ebenfalls für den industriellen Einsatz entwickelt wurde, hat jetzt das Internetportal 9to5Google bei der amerikanischen Zertifizierungsbehörde FCC aufgetan. Die sogenannte Enterprise-Brille ist zusammenklappbar, staub- und wasserdicht sowie stoßfest.

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Google Glass brachte dem verwöhnten Internet- und angehenden Technologieriesen Google nur Ärger. Die wenig augenfreundliche Datenbrille – um das Bild auf dem kleinen Display zu sehen musste der Träger seine Augen verdrehen – verschwand schon nach kurzer Zeit in der Versenkung. Jetzt hat das Unternehmen mit einer „Enterprise Edition“ einen Neuanfang gewagt. Diesmal hat es allerdings nicht mehr die vermeintlich undankbaren Privatleute im Visier, sondern Profis.

Die Datenbrille soll beispielsweise Automonteuren bei komplizierten Aufgaben helfen. Auf Anfrage wird ein Film eingespielt, auf dem zu sehen ist, wie beispielsweise eine Lichtmaschine ausgetauscht wird. Auch Kommissionierer in großen Lagern könnten von der Brille profitieren, wenn sie Laufwege optimiert und die Mitarbeiter zu den Regalen führt, auf denen sich die gesuchten Produkte befinden.

Die ersten Bilder sind aufgetaucht

Jetzt hat das Internetportal 9to5Google bei der amerikanischen Zertifizierungsbehörde FCC Bilder der Enterprise-Brille aufgetan. Sie ist zusammenklappbar, sodass sie in einer Hemd- oder Handtasche Platz findet, staub- und wasserdicht sowie stoßfest, also für den rauen industriellen Einsatz geeignet.

Sie ist mit einem Funkempfänger ausgestattet, der im Fünf-Gigahertz-Bereich arbeitet. Damit ist es möglich, Bilder und Filme von einem zentralen Server herunterzuladen.

Neuer Prozessor schont den Akku

Ausgestattet ist sie mit einem Mikroprozessor aus Intels Atom-Familie, der beim Stromverbrauch besonders genügsam ist. Er heizt sich weniger auf, sodass der Komfort für den Brillenträger steigt. Daher hält der integrierte Akku länger als bei der ursprünglichen Datenbrille Google Glass. Diese war so enttäuschend, dass Google den Begriff „Glass“ kurzerhand strich und das Geheimprojekt, dessen Ergebnis jetzt bekannt wird, Aura nannte.

Kontrolllämpchen signalisiert: Kamera läuft

Obwohl die Bilder der neuen Datenbrille auf der Homepage der FCC-Behörde zu sehen sind, hat Google die Existenz von Prototypen noch nicht bestätigt. Sie soll allerdings unternehmensintern schon durch „Hunderte Hände“ gegangen sein. 9to5Google beruft sich dabei auf nicht genannte Quellen.

FCC muss jedes technische Gerät, das auf den amerikanischen Markt kommen soll, begutachten. Manchmal sickert da etwas durch wie jetzt beim jüngsten Google-Kind. Ob die Brille jemals Privatleuten angeboten wird ist fraglich. Zu stark war der Widerstand gegen die Brillenträger, weil diese unbemerkt ihr Gegenüber filmen konnten. Das geht beim neuen Modell allerdings nicht mehr. Wenn die Kamera eingeschaltet wird leuchtet an der Brille ein für andere sichtbares Kontrolllämpchen auf.

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Von Wolfgang Kempkens
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