20.11.2013, 07:00 Uhr | 0 |

Die Top 500 der Supercomputer Europas schnellster Rechner „Piz Daint“ steht in der Schweiz

China führt weiter die Liga der schnellsten Supercomputer der Welt an. Dem chinesischen Supercomputer „Tianhe-2“ konnte zum zweiten Mal in Folge auch in der aktuellen Liste der Top 500 keine andere Maschine das Wasser reichen. Schnellster Supercomputer Europas ist „Piz Daint“ aus der Schweiz, der Platz 6 der Rangliste belegt. Schnellster deutscher Supercomputer ist „Juqueen“ auf Platz 8.

Supercomputer Piz Daint
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Europas aktuell schnellster Supercomputer in Europa ist der Rechner „Piz Daint“. Er steht in Lugano im Nationalen Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz CSCS und berechnet dort das Wetter. In der Weltrangliste der Supercomputer reichte seine Leistung –  6,27 Petaflops  – für den sechsten Platz. 

Foto: CSCS

Auf der halbjährlich stattfindendenSupercomputing Conference, die diesmal in Denver (Colorado) abgehalten wurde, ist die 42. Rangliste der 500 leistungsstärksten Rechnersystemen weltweit veröffentlicht worden. Zum zweiten Mal in Folge führt das chinesische System „Tianhe-2“ (Milchstraße-2) mit seiner Spitzenleistung von 33,86 Petaflops als leistungsfähigster Rechner der Welt die Liste an.

Tianhe-2 liefert ungefähr die doppelte Leistung des von ihm in der letzten Rangliste vom Juni 2013 verdrängten bisherigen Spitzenreiters, des Cray-XK7-Systems „Titan“ des Oak Ridge National Laboratory. Titan schafft 17,59 Petaflops, also nur einen Hauch mehr als die 17,17 Petaflops des drittplatzierten Systems „Sequoia“, das auf IBMs BlueGene/Q basiert und im Lawrence Livermore National Laboratory steht. Mit 2,243 Gigaflops/W und 8,21 MW insgesamt ist Titan allerdings auch einer der energieeffizientesten Großrechner – noch umweltfreundlicher ist nur ein Neuzugang in den Top 10 aus der Schweiz.

Schweizer Superrechner erstmals in den Top 10

Diesen Neuzugang findet man an sechster Stelle der Weltrangliste: Es ist „Piz Daint“, der im Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) im Schweizer Lugano steht und dort das Wetter berechnet. Auch deutsche Wetterdienste nutzen Piz Daint für einen Teil ihrer Vorhersagen. Der Namensgeber des Rechners ist ein Berg im Kanton Graubünden.

Neu ist Piz Daint nur in den Top 10, denn eine erste Ausbaustufe mit nur zwölf Racks war schon in der Rangliste des letzten Halbjahres auf Platz 42 zu finden. Seine Leistung nach dem Ausbau auf 28 Racks wurde jetzt mit 6,27 Petaflops gemessen. Damit ist Piz Daint aktuell der schnellste Supercomputer in Europa.

Bei der Leistungsaufnahme jedoch konnte er an die erste Position vorstoßen: Insgesamt nimmt er nur 2,33 MW auf, was 2,7 Gigaflops/MW bedeutet.

Auch zwei deutsche Supercomputer unter den ersten zehn

Das BlueGene/Q-System „Juqueen“ des Forschungszentrums Jülich mit 5,9 Petaflops wurde durch diesen Neuzugang auf den achten Platz der Rangliste verdrängt und ist nun auch nicht mehr schnellster Supercomputer Europas. Der „SuperMUC“ am Leibniz-Rechenzentrum München hält auf Platz 10 die rote Laterne der Top 10 und sorgt so noch dafür, dass insgesamt drei europäische Systeme zu den zehn leistungsfähigsten Rechnern der Welt gehören.

Jede zweite Maschine der Top 10 steht in den USA. Die summierte Rechenleistung aller 500 Supercomputer zusammen liegt bei 250 Petaflops. Die Hälfte dieser Gesamtleistung bringen die ersten 17 Systeme in der Liste auf – sie leisten also genau so viel wie die restlichen 483 Rechner.

Alle diese Supercomputer sind im Grunde nur aus Tausenden von schon einzeln sehr leistungsfähigen Standardprozessoren wie dem „Xeon Phi“ von Intel zusammengesetzt, die mit massiv parallel arbeitenden Betriebssystemen und sehr schnellen Datenverbindungen untereinander diese enormen Rechenleistungen für Wettervorhersagen, Klimaforschung, Erdbebenvorhersagen und ähnlich rechenintensive Anwendungen bereitstellen.

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Von Klaus Ahrens
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