20.02.2017, 12:45 Uhr | 0 |

Prototyp schon 2018 Erster Exaflop-Rechner: China baut schnellsten Supercomputer der Welt

Eine Trillion Berechnungen (1018) pro Sekunde: Das soll ein neuer Supercomputer schaffen, mit dessen Bau China begonnen hat. Und damit wäre Tianhe-3 zehnmal fixer als der bisher schnellste Computer der Welt. 

Supercomputer Tianhe-2
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Mit dem Supercomputer Tianhe-2 der National University of Defense Technology hatte sich China 2013 die Spitze der Top-500-Liste der Supercomputer erobert. 2016 belegte Tianhe-2 im Ranking immer noch den zweiten Platz. Jetzt kündigt China für Anfang 2018 mit Tianhe-3 den ersten Protonypen eines Exa-Flop-Rechners an. 

Foto: Jack Dongarra

Was für eine Dimension: 1.000.000.000.000.000.000 Rechenschritte pro Sekunde. Da macht den Chinesen jetzt so schnell keiner etwas vor. Der Prototyp dieses Supercomputers ist für Anfang 2018 angekündigt. Und schon 2020 soll Tianhe-3 (Milchstraße-3) laut Planung voll einsatzfähig sein. US-Wissenschaftler, die auch an Rechnern dieses Niveaus arbeiten, werden wohl nur nachziehen können.

China will Spitzenreiterrolle zementieren

China demonstriert bewusst Stärke: „Das ist Rechenleistung auf einem neuen Level und zementiert Chinas Status als Spitzenreiter in der Computertechnologie“, sagte Meng Xiangfei, Direktor des Nationalen Zentrums für Supercomputer in Tianjin gegenüber China Daily.

2016 hatte China die USA erstmals mengenmäßig in der TOP500-Liste der schnellsten Computer der Welt überholt. Vom ersten Platz verdrängte China die USA erstmals 2013 – mit Tianhe-2. Mit dem ersten Exaflop-Rechner Tianhe-3 toppt China sich nun selbst. Die Abkürzung Exaflop steht für das sogenannte Exascale-Computing, ein System, das 10 hoch 18 Fließkommaoperationen pro Sekunde (Flops) durchführen kann.

Aktuell führt die Sunway TaihuLight-Anlage die Liste der schnellsten Computer der Welt an. Sie kann 125 Billiarden Berechnungen pro Sekunde durchführen. Entwickelt hat Sunway das chinesische National Research Center of Parallel Computer Engineering & Technology (NRCPC). Standort ist das National Supercomputing Center im chinesischen Wuxi. Und auf Platz zwei der Weltrangliste 2016 behauptet sich noch immer Tianhe-2 – Vorgängermodell des jetzt angekündigten Tianhe-3. Erst auf Platz 3 folgt im 2016-Ranking „Titan“ als schnellste Anlage der Vereinigten Staaten.

Tianhe-3: Alle Komponenten stammen aus China

Während bei Tianhe-2 noch Prozessoren von Intel zum Einsatz kommen, ist Tianhe-3 komplett aus chinesischer Hand. Alle Komponenten seien im Land selbst gefertigt worden, sagte Meng. Auch für den aktuellen Spitzenreiter Sunway TaihuLight entwickelten die Chinesen die Prozessoren im eigenen Land.

Besserer Katastrophenschutz

Wozu soll Tianhe-3 denn überhaupt gut sein, außer einen Rekord aufzustellen? In der Praxis soll der Computer zum Beispiel die Smogverteilung landesweit analysieren. Bislang reicht die Rechenleistung genutzter Modelle lediglich für die Berechnung einzelner Provinzen aus.

Auch Erdbeben oder der Ausbruch von Epidemien könnten präziser simuliert werden und so zu einem besseren Katastrophenschutz beitragen. Und natürlich kann dieser Computer die Entschlüsselung von Genomen vorantreiben.

 

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Von Martina Kefer
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