21.04.2015, 14:59 Uhr | 0 |

Jobcenter lahmgelegt Defekte Hardware sorgte für bundesweiten Totalausfall

Für den deutschlandweiten IT-Ausfall bei Jobcentern und Arbeitsagenturen am Montag war ein Hardware-Defekt verantwortlich. Die technischen Probleme erschwerten es den Mitarbeitern zum Wochenbeginn enorm, ihren Aufgaben nachzugehen. Arbeitslos-Meldungen wurden teilweise händisch aufgenommen. Mittlerweile ist die Panne behoben. 

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Die Sache in die Hand nehmen statt im Computer zu erfassen mussten gestern die Mitarbeiter von Jobcentern und Arbeitsagenturen. Für den deutschlandweiten Systemausfall war laut Bundesagentur für Arbeit eine defekte Hardware-Komponente verantwortlich.  

Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Mitarbeiter von Deutschlands Arbeitsagenturen und Jobcentern staunten nicht schlecht, als sie am gestrigen Montag ihren Dienst aufnehmen wollten. Wichtige IT-Datenbanken versagten plötzlich den Zugriff, an reguläres Arbeiten war nicht mehr zu denken. Da Kundendaten nicht abgefragt werden konnten, blieb den Angestellten zeitweilig nichts anderes übrig, als Arbeitslos-Meldungen und ähnliches vorerst handschriftlich aufzunehmen. Auch die sonst übliche Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche konnte gestern nicht angeboten werden: Die Job-Datenbank war ebenfalls blockiert.

Defekte Hardware als Auslöser

Seit heute Morgen – vor Dienstbeginn – funktionieren alle für den Kundenverkehr relevanten Systeme wieder stabil, bestätigte Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit, gegenüber Ingenieur.de. Über die Ursachen des Crashs wurde bereits heftig spekuliert. Von einem Software-Update als Auslöser war zu lesen, aber auch ein Hackerangriff wurde in Betracht gezogen.

Ein Messebesucher geht am Dienstag (01.03.2011) in Hannover auf der Computermesse CeBIT auf dem Stand von Rittal an einer Rechenzentrum Infrastruktur vorbei. Vom 01.- 05.03.2011 werden auf der CeBIT mehr als 4200 Unternehmen aus rund 70 Ländern ihre Produkte präsentieren. Foto: Angelika Warmuth dpa/lni +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Spurensuche: Bis der Hardware-Defekt gefunden und das Computersystem der Bundesagentur für Arbeit wieder funktionierte, verging ein ganzer Arbeitstag. 

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Beides falsch, sagte Ebsen. "Es war ein technischer Defekt an einer Netzwerkkomponente: Ein Hardware-Teil musste ausgetauscht werden." Tatsächlich habe in der Nacht zu Montag ein System-Update stattgefunden. "Das hatte allerdings nichts mit der Panne zu tun", so der BA-Sprecher.

Trotz Systemausfalls: Sozialleistungen sollen rechtzeitig ausgezahlt werden

Um kurz vor 18 Uhr war gestern die ebenfalls lahmgelegte Webseite der Arbeitsagentur wieder zu erreichen. Auch E-Mails können von den Mitarbeitern seitdem wieder verschickt und empfangen werden. Aufgrund des mehrstündigen Ausfalls wird den Kunden empfohlen, wichtige Mails an Jobcenter und Arbeitsagentur, die am Sonntag und Montag verschickt worden waren, erneut zu versenden. 

Zwar wurden Arbeitsagentur und Jobcenter durch die Panne um fast einen ganzen Arbeitstag zurückgeworfen, zu Verzögerungen bei der Auszahlung von Sozialleistungen führe das aber nicht, sagt Ebsen. "Wir konnten gestern tatsächlich keine Überweisungen vornehmen. Allerdings wurde das heute nachgeholt und die Bundesbank wird die Summen auch direkt heute gutschreiben." 

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Von Jan-Martin Altgeld
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