05.05.2016, 07:51 Uhr | 0 |

Unterwegs im Marianengraben Wie eine Lampe in Quallenform: Filmstar aus der Tiefsee

Tiefenentspannt im wahrsten Sinne des Wortes: So kommt dieser neue Filmstar der Natur daher, der noch keinen Namen hat. Im Marianengraben,  in 3700 m Tiefe, schwebte das Wesen zufällig vor eine Forschungskamera. Leuchtend im Dunkel der Tiefsee.

Neue Qualle in 3700 m Tiefe entdeckt
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Kein Feuerwerk am Himmel: Zu sehen ist hier eine von US-Forschern im Marianengraben neu entdeckte Quallenart. 

Foto: NOAA/Deep Disvoverer

Was auf den ersten Blick anmutet wie eine modern designte Lampe wurde als Qualle identifiziert. Und macht gerade Karriere auf Youtube. Die Millionengrenze hat sie fast schon geknackt.

Gefilmt hat sie der Tauchroboter Deep Discoverer (D2), unterwegs im Auftrag der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde der Vereinigten Staaten NOAA.

Leuchtende Qualle auf Reisen

Es gibt noch viel zu entdecken im Marianengraben, in dem mit einer Maximaltiefe von 11.034 m die tiefste Stelle des Weltmeeres liegt. Denn noch ist die Tiefsee unerforschter als das Weltall. Jetzt also wurde eine Qualle entdeckt, die ausschaut als sei sie mit acht Glühbirnen bestückt sowie mit roten Leitungen verbunden. Und offenbar fortwährend unterwegs. Von letzterem gehen zumindest Experten aus.

Videoquelle: NOAA

So glauben die US-Wissenschaftler, dass diese neu entdeckte Qualle ihr ganzes Leben im Wasser driftet. Sich treiben lässt und damit keine sesshafte Polypen-Phase durchlebt wie andere Nesseltiere. Sie haben den Jellyfish der Spezies Crossota zugeordnet. Bei den gelblich leuchtenden Glühbirnen soll es sich um die Geschlechtsdrüsen der Qualle handeln.

Forschungsschiff Okeanos Explorer weiter auf Tour

Ganz entspannt geht die Qualle übrigens auch auf  Beutefang. Als könne sie kein Wässerchen trüben, streckt sie ihre leuchtenden Tentakeln kreisförmig aus. Doch dabei lautet ihr Beutemotto: Abwarten und Gift spritzen.

Noch bis zum 10. Juli ist das NOAA-Forschungsschiff Okeanos Explorer um  die Inselgruppe der Marianen im Westpazifik unterwegs und lässt D2 die Dreharbeiten erledigen. Das Unterwasserfahrzeug kann eine Ausrüstung von rund 5000 kg mit sich führen und verfügt über mehr als 900 m elektrische Kabel an Bord, 20 LEDs und neun Videokameras.

Livestream auf Youtube

Interessierte können live mit D2 mitabtauchen und sich auf Youtube in Echtzeit vergnügen – oder wohl doch eher in Geduld üben. Denn Lebewesen wie die leuchtende Qualle schwimmen nicht alle Tage vor die Linsen der hochauflösenden Kameras, die in den Tiefen des Pazifiks Aufklärungsarbeit leisten. Aber für Ungeduldige gibt es ja auch die eigenen faszinierenden Videos mit den neuentdeckten Filmsternchen aus dem Meer.

Auch als Vorbild für technische Entwicklungen sind Quallen zu gebrauchen. So haben zum Beispiel New Yorker Wissenschaftler ein winziges Fluggerät entwickelt, das sich in der Luft bewegt wie eine Qualle im Wasser.

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Von Martina Kefer
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