07.02.2014, 11:34 Uhr | 0 |

Flugkomfort der Zukunft Passagiere sollen mit Virtueller Realität entspannter fliegen

Mit Hilfe Virtueller Realitäten sollen aus anstrengenden Flügen entspannte Erlebnisse werden. Im EU-Projekt „VR-Hyperspace“ arbeiten Wissenschaftler am Flugkomfort der Zukunft.

CyberMotion-Simulator
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Der CyberMotion-Simulator bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, zukünftige Flugszenarien mit Hilfe von Virtueller Realität zu testen und dabei gleichzeitig das Verhalten der Probanden zu untersuchen. Dafür trägt die Testperson einen mit Sensoren ausgerüsteten Spezialanzug. 

Foto: MPI für biologische Kybernetik/ Betty Mohler, Markus Leyrer, Heinrich Buelthoff

Die Grundlage für die Verbesserung des Komforts in engen, unbequemen Flugzeugsitzen liefert die Neurowissenschaft. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Virtuelle Realitäten sehr einfach die Illusion eines anderen Raums und sogar ein verändertes Körperbewusstsein erzeugen können. Zusammen mit sieben weiteren Partnern aus ganz Europa arbeiten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart nun daran, solche Verfahren zu entwickeln und verschiedene Szenarien für die Anwendung zu überprüfen.

Flugzeugkabine aus Displayflächen

So hat das Fraunhofer IAO eine Flugzeugkabine aufgebaut, die nahezu komplett aus Displayflächen besteht. In diesem CyberMotion-Simulator können die Flugzeugwand und der Innenraum transparent geschaltet werden. Projektoren lassen Bilder an den Kabinenwänden erscheinen, im Boden sind Flachbildfernseher verbaut und auch die Rückenlehnen der Sitze bestehen aus Displayflächen. Das gibt dem Fluggast viele Möglichkeiten, den Flug in selbst gewählten Szenarien zu erleben. Die freie Sicht auf die Landschaft wie in einer gläsernen Flugzeugkabine ist eine davon. Das Bild einer tropischen Insel oder eines Bachlaufs ist eine andere, die beispielsweise Passagiere mit Höhenangst beruhigen könnte.

Zeit vergeht schneller

Erste Untersuchungen zeigen bereits, dass die Versuchspersonen die unbequeme Situation in engen Flugzeugen mit den entwickelten Szenarien länger ertragen können und die Zeit scheinbar schneller vergeht. Demnach ist es möglich, das Gefühl eines vergrößerten Raumes beim Zeigen einer Strandszene entstehen zu lassen. Auch der Eindruck eines virtuellen Körpers in einer bequemen Körperhaltung hatte bei den ersten Versuchen positiven Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden.

Das Max-Planck-Institut ist im Projekt zuständig für die Tests der „Eigen- und Raumwahrnehmung“ bei Flugbewegungen wie Turbulenzen. In den kommenden Monaten sollen die Fragen beantwortet werden, ob die Illusionen auch während des Fluges erzeugt werden können und ob sie Stress mindern können, der durch Turbulenzen ausgelöst wurde. 

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Von Andrea Ziech
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