27.09.2013, 13:20 Uhr | 1 |

Mars-Mission Curiosity' NASA-Rover findet Wasser im Boden des Roten Planeten

Auf der Suche nach Spuren von Leben fährt Curiosity seit einem Jahr über den roten Planeten und nimmt Bodenproben. Bei den Analysen wurde Wasser gefunden – viel Wasser, wie Wissenschaftler der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA jetzt im Magazin Science berichten.

Mars-Rover Curiosity
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Der Mars-Rover Curiosity fährt seit einem Jahr über den Mars. Seine Mission: die Suche nach Spuren von Leben. 

Foto: dpa/NASA/JPL-Caltech/MSSS

Zwei Prozent beträgt der Wasseranteil der ersten festen Probe, die Curiosity vom losen Sand des Mars genommen hat. Gefunden wurden außerdem nennenswerte Mengen von Kohlendioxid, Sauerstoff und Schwefelverbindungen. „Der hohe Wasseranteil der Probe ist eines der spannendsten Ergebnisse der ersten festen Probe“, sagt Laurie Leshin, Erstautorin des Science-Artikels und Direktorin des Rensselear Polytechnic Institute. „Das ist eine große Ressource und wissenschaftlich interessant“, betont sie.

Bei der Untersuchung der Probe hatte Curiosity Hilfe von „Sam“ (Sample Analysis at Mars). Das ist eine Analysekammer, ausgestattet mit einem Gaschromatographen, einem Massenspektrometer und einem abstimmbaren Laser-Spektrometer. Sam erhitzte den Marsboden auf 835 Grad Celsius. Dabei löste sich der Wasseranteil aus der Probe. Beim Erhitzen wurden auch Kohlendioxid und Sauerstoff festgestellt.

Sam vergleicht die Daten

Sam verglich außerdem die gefundenen Wasserstoff- und Kohlenstoff-Isotope aus dem Boden mit denen aus der Atmosphäre des Mars. Aus den Übereinstimmungen von beiden  schließen die Forscher auf eine enge Wechselwirkung zwischen Sand und Luft. Sie folgern, dass der lose Marsboden über den ganzen Planeten geweht wird. Laurie Leshin hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Staub mit den Gasen in der Atmosphäre reagiert. „Der Mars besitzt eine Art globale Schicht, eine Schicht aus oberflächlichem Boden, der von den häufigen Staubstürmen gemischt und verteilt worden ist“, so Leshin. „Eine Schaufel von diesem Zeug ist so etwas wie eine mikroskopische Marsgestein-Sammlung. Wenn man viele Körnchen mischt, bekommt man vermutlich ein akkurates Bild der typischen Marskruste. Indem man dies an einem Ort untersucht, lernt man etwas über den gesamten Planeten.“

Jake M hat Ähnlichkeit mit irdischen Vulkanen

Und es gibt einen weiteren Hinweis auf Wasser auf dem Mars: Der erste "Jake M" genannte Stein, den Curiosity untersucht hatte, unterscheidet sich von allen seither gefundenen. „Kein anderer Mars-Stein hat so viel Ähnlichkeit mit irdischem Vulkangestein“, sagt Edward Stolper vom California Institute of Technology. Auf der Erde entsteht diese Art Vulkangestein unter dem Einfluss von Wasser tief unter der Oberfläche.

Jake M: der blaue Felsbrocken ist
Vulkangestein auf der Erde ähnlicher
als anderen Mars-Steine, die
bisher untersucht wurden.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Erkenntnis, dass die Methanvorkommen auf dem Mars viel geringer sind, als vorher angenommen, der Hoffnung der Forscher, Spuren von Leben auf dem roten Planeten zu finden, einen vorläufigen Dämpfer versetzt (ingenieur.de berichtete). Für weitere überraschende Funde hat Curiosity nun noch ein Jahr Zeit – die Mars-Mission ist auf insgesamt zwei Jahre angelegt. Außerdem wurden bislang noch nicht alle genommen Proben untersucht – die Bodenprobe, in der jetzt das Wasser gefunden wurde, nahm Curiosity bereits im Februar.

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Von Andrea Ziech
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kommentare
29.11.2013, 13:54 Uhr Progetti
Wenn aus Mars- Bohrkernen ähnliche oder gleiche Sediment- Ablagerungen wie auf der Erde gefunden werden sollten, so wird das ein Hinweis auf einen gemeinsamen Stamm- Planeten sein, welcher durch ein Kollisions-Ereignis geteilt wurde, wobei auch der Erdmond entstand. Weil er aber jetzt zu klein ist, hat er keine oder eine zu geringe Planetenkern- Wärme und ein zu schwaches Gravitationsfeld für ausreichende Neutrino- Wechselwirkungen, deren Energie den Planetenkern aufheizt. Der Mars müsste mehr Masse bekommen, damit wieder dauerhaft Leben entstehen kann.

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