15.01.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Kilauea auf Hawaii NASA-Roboter wagt sich ins Innere eines aktiven Vulkans

Wann genau brechen Vulkane aus? Eine genauere Antwort auf diese Frage wollen Geologen der NASA finden: Sie schicken VolcanoBot 2 in den Krater des Kilauea-Vulkans auf Hawaii. Der Roboter kann durch enge Spalten fahren und 3D-Bilder schießen. 

Ausbruchs des Vulkans Kilauea auf Hawaii im Januar 2005
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Ausbruchs des Vulkans Kilauea auf Hawaii im Januar 2005. Forscher können sich bei der Vorhersage eines Ausbruchs bislang nur auf ungenaue Modelle stützen. Die NASA will das mit dem Roboter VolcanoBot 2 ändern. 

Foto: dpa

Im März beginnt die Jungfernfahrt eines verblüffenden Geräts: VolcanoBot 2, ein Roboter auf zwei Rädern, wird in den Kratern des Kilauea-Vulkans auf Hawaii verschwinden. Die 3D-Kamera an Bord wird Bilder schießen, die Carolyn Parcheta, Geologin am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-Weltraumbehörde NASA im kalifornischen Pasadena, zu einer 3D-Karte der erstarrten Lava zusammensetzen will.

3D-Karte soll Mechanismen des Vulkans verraten

„Wir wissen nicht genau, wie Vulkane ausbrechen“, sagt Parcheta. „Wir haben lediglich Modelle, doch die sind sehr einfach. Unser Projekt wird dafür sorgen, dass sie besser der Wirklichkeit entsprechen.“

Die Karte soll helfen, die Mechanismen zu verstehen, die zu einem Vulkanausbruch führen. Vielleicht ist sie auch geeignet, Eruptionen vorherzusagen. „Dazu müssen wir wissen, welchen Weg das Magma nimmt“, sagt Parcheta. Die Daten, die der kleine Roboter sammelt, gelangen per Kabel zu den Forschern.

Das Fahrzeug hat nur zwei Räder, weil das die Manövrierfähigkeit verbessert und Hindernisse leichter überwunden werden können. 

Vorgängermodell VolcanoBot 1 hat seine Feuertaufe bereits bestanden

VolcanoBot 1 hat sich im Mai 2014 schon 25 Meter tief in den Krater des Kilaueas getraut. Wenn das Kabel länger gewesen wäre, hätte er auch noch tiefer rollen können. Der Nachfolger ist mit einer Länge von 25 Zentimetern deutlich kleiner, sodass er auch engere Spalte erkunden kann. Gebaut hat die beiden Fahrzeuge der JPL-Roboterexperte Aaron Parness.

Dass sich ausgerechnet die NASA, die eher ins Weltall drängt, für irdische Vulkane interessiert, liegt daran, dass es auch auf anderen Himmelskörpern Vulkane gibt. Die gilt es ebenfalls zu erkunden. Die Mission auf Hawaii ist dafür ein Testlauf. Im Visier haben die Wissenschaftler Vulkane auf dem Mond, auf Enceladus, einem Trabanten des Saturn, auf Europa, einem Begleiter des Jupiter, und auf den Planeten Merkur und Mars.

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Von Wolfgang Kempkens
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