24.01.2014, 14:30 Uhr | 0 |

Zehn Jahre Opportunity Marsrover findet auf Rotem Planeten neue Spuren von Wasser

Die frühen Umweltbedingungen auf dem Mars waren milder und wasserreicher als bisher angenommen. Das zeigen neue Gesteinsproben, die der Marsrover Opportunity untersucht hat. Er lieferte die Daten pünktlich zu seinem zehnten Jahrestag auf dem Roten Planeten. 

Selbstportrait des Marsrovers Opportunity
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Opportunity aus Vogelperspektive. Dieses Selbstportrait machte der Marsrover pünktlich zu seinem zehnjährigen Jubiläum auf dem Roten Planeten. Und auch wenn seine Instrumente in die Jahre kommen, hat er jetzt erneut wichtige Daten über die Marsgeschichte geliefert. 

Foto: NASA

„Je mehr wir den Mars erforschen, umso interessanter wird er“, sagt Michael Meyer, der das Marserkundungsprogramm der NASA leitet. „Diese letzte Entdeckung ist noch einmal wie ein Geschenk, dass mit dem zehnten Jahrestag der Landung von Opportunity zusammenfällt.“

Der Marsrover liefert immer noch überraschende Erkenntnisse für die Marsforscher – obwohl er nach seiner Landung auf dem Roten Planeten am 24. Januar 2004 eigentlich nur drei Monate über dessen Oberfläche rollen sollte. Nachdem Opportunity jetzt neue Gesteinsproben untersucht hat, müssen die Wissenschaftler ihre Vorstellungen über die Umweltbedingungen, die in früheren Zeiten auf dem Mars herrschten, noch einmal überdenken.

Neue Gesteinsproben sind die bislang ältesten 

Ray Arvidson, Professor an der Washington University in St. Louis und ebenfalls einer der führenden Forscher im amerikanischen Marsprogramm, hat die Ergebnisse jetzt im Fachmagazin Science veröffentlicht. „Die Steine, die Opportunity gefunden hat, sind älter als alles, was wir während der gesamten Mission bisher untersucht haben“, sagt Arvidson. „Sie zeigen, dass es anscheinend bessere Umweltbedingungen für mikrobielles Leben gegeben hat, als die früheren Forschungen vermuten lassen.“

Gefunden hatte Opportunity die Gesteinsproben am Rande des 22 Kilometer großen Kraters Endeavour. Bis dahin war der Rover knapp 39 Kilometer von seinem ursprünglichen Landeplatz aus gefahren. Kein Zufall, denn schon die Mars-Sonde Mars Reconaissance Orbiter hatte den Hinweis darauf geliefert, dass es am Rande des Kraters eisen- und aluminiumhaltigen Tongrund geben könnte.

Dieses Mineral wollten die Wissenschaftler in seiner natürlichen Umgebung untersuchen und herausfinden, wie die Mineralschichten zusammengesetzt sind. Also schickten die NASA-Wissenschaftler, die Opportunity vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena in Kalifornien steuern, das Gefährt dorthin und ließen es die Steine am Rand des Kraters untersuchen – so genau es ihm mit seinen inzwischen betagten Messinstrumenten möglich war.

Immer mehr Stellen auf dem Mars, an denen mikrobielles Leben möglich war

Die Wissenschaftler nehmen nun an, dass die nasse Umgebung, die den eisenreichen Grund verursacht hat, zeitlich vor der Entstehung des Kraters vor vier Milliarden Jahren gelegen hat. Während dieses Wasser nur leicht säurehaltig und eher neutral in seiner Zusammensetzung war, was mikrobielles Leben begünstigt, wurde das Wasser nach der Entstehung des Kraters zunehmend salz- und säurehaltiger. „Wir finden immer mehr Stellen auf dem Mars, die vermuten lassen, dass der Planet in seiner Geschichte nasser und wärmer gewesen ist“, sagt Meyer. „Das gibt uns großen Ansporn, um weiter nach Anzeichen von vergangenem Leben auf dem Mars zu suchen.“

Mit seinen neuesten Entdeckungen hat Opportunity dem jüngeren Marsrover Curiosity, der seit anderthalb Jahren unterwegs ist, kurzeitig und passend zum Jubiläumstag den Rang abgelaufen. Die Erkenntnisse, die Opportunity nun lieferte, passen zu den Daten, die auch von Curiosity Tag für Tag kommen.

Der jüngere Rover hat ebenfalls bereits eine Gegend auf dem Mars entdeckt, wo einst Wasser floss und es günstige Bedingungen für mikrobielles Leben gegeben haben könnte. Jetzt soll Opportunity am Kraterrand weiterforschen – solange dies möglich ist. Denn die Wissenschaftler wissen nicht, wann das inzwischen etwas altersschwache Gefährt schlapp macht. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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