25.05.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Analyse der Fundstücke Kollision vor 290 Millionen Jahren schuf den Tscheljabinsk-Meteoriten

Erst Lichtblitze, dann gewaltige Detonationen: Im Februar 2013 explodierte der Tscheljabinsk-Meteorit über der russischen Millionenstadt. Die Analyse der Trümmerstücke hat jetzt ergeben: Vor 290 Millionen Jahren hat sich der 20 Meter große Brocken von seinem Mutterasteroiden getrennt. 

Der Meteorit explodierte 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt
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Der Meteorit explodierte 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt. Die freigesetzte Energie entsprach 600 Kilotonnen TNT. Genügend Kraft, um in der Stadt 7000 Gebäude zu beschädigen. 

Foto: dpa

Die Geburtsstunde des Tscheljabinsk-Meteoriten liegt rund 290 Millionen Jahre zurück. Wahrscheinlich war sein Mutterasteroid damals rasend schnell im All unterwegs. Seine Geschwindigkeit betrug rund 1400 bis 5400 Kilometer pro Stunde, die Größe ist unbekannt. Dann kreuzte ein rund 150 Meter großer Asteroid seinen Weg und die beiden Himmelskörper prallten mit einer Riesenwucht aufeinander. Dabei splitterte der Tscheljabinsk-Brocken ab und machte sich selbstständig.    

Forscher bestätigen Theorie der Kollision

Mit diesen neuen Erkenntnissen bestätigt das Team um Hin Ozawa von der Tohoku-Universität in Sendai die bisher vermutete Theorie von einer gigantischen Kollision. Die Forscher haben ihre Ergebnisse im britischen Fachblatt Scientific Reports veröffentlicht. Sie untersuchten zahlreiche Trümmerstücke des explodierten Meteoriten, die in der Region um die russische Stadt Tscheljabinsk gefunden wurden. Zum Teil waren die Splitter Hunderte Kilogramm schwer. Ein Brocken, den Taucher im örtlichen Tschebarkulsee fanden, wog rund 600 Kilogramm.

Ursprünglich soll der auf die Erde zurasende Gesteinsbrocken 10.000 Tonnen schwer gewesen sein. Bei der Explosion am 15. Februar 2013 sind jedoch mindestens 76 Prozent der Masse verdampft. Das Alter des Meteoriten konnten die Forscher anhand des Minerals Jadeit bestimmen: Es ist in glasigen Adern im Stein eingeschlossen. Die Zusammensetzung des Minerals und die Kristallisationszeit der Adern waren entscheidend für die Altersbestimmung.  

Meteorit über Russland stärker als Hiroshima-Bombe

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse dabei helfen, besser zu verstehen, wie solche Himmelsgesteine entstehen. Dass diese für Menschen extrem gefährlich werden können, hat die Denotation über Russland deutlich gezeigt. Man kann von Glück sprechen, dass der Brocken 30 Kilometer hoch über der Stadt Tscheljabinsk explodiert ist. Die dabei freigesetzte Energie entsprach 500 bis 600 Kilotonnen TNT. Diese Sprengkraft ist bis zu 40-Mal stärker als die der Atombombe von Hiroshima, die 1945 die ganze japanische Stadt zerstörte. Die Druckwelle in der Region am Ural beschädigte an die 7000 Gebäude, durch das splitternde Glas der Fensterscheiben wurden Hunderte Menschen verletzt. Insgesamt wurden 1500 Verletzte gezählt.

Die Meteoritenexplosion in Russland ist eine der größten bekannten kosmischen Einschläge auf die Erde in jüngster Zeit. Der privaten US-Stiftung B612 zufolge ließen sich gefährliche Einschläge aus dem All vielfach vermeiden. Vorausgesetzt die Gefahr wird früh genug erkannt. Dazu braucht man das nötige Rüstzeug. Deshalb sammelt die vom US-Astronauten Ed Lu mitgegründete Organisation Geld für ein Weltraumteleskop, das solche Objekte rechtzeitig entdecken kann. Nach Angaben der Stiftung sind mehr als eine Million gefährlicher Geschosse im All, die ganze Metropolen auf der Erde verwüsten könnten.

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Von Lisa von Prondzinski
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