06.06.2013, 10:45 Uhr | 0 |

Industrieforschung Kanada intensiviert Kooperation mit deutschen Forschungsinstituten

Einen weiteren Schub erhält die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen der bevölkerungsreichsten kanadischen Provinz Ontario und deutschen Unternehmen. In Anwesenheit von Ontarios Forschungsminister Reza Moridi vereinbarten Ende Mai die McMaster University von Hamilton und das Stuttgarter Fraunhofer-Institut IAO eine engere Zusammenarbeit.

Kooperation zwischen der kanadischen McMaster Univerity und dem Fraunhofer IOA
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Mo Elbestawi, McMaster University, Vice-President Research und Michael Bucher, Leiter Competence Team Technologiestrategien am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IOA), festigen eine neue Partnerschaft.

Foto: Invest Ontario

Am Rande der diesjährigen deutsch-kanadischen Konferenz der "Atlantik-Brücke" in München unterzeichneten die McMaster University, Hamilton/Ontario, und das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die Erklärung, künftig partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Der hohe Stellenwert, den die Kooperation mit deutschen Einrichtungen bei kanadischen Politikern genießt, wird unter anderem dadurch deutlich, dass Reza Moridi, Minister für Forschung und Innovation der bevölkerungsreichsten kanadischen Provinz Ontario, der Zeremonie beiwohnte.

Entwicklungszeit sparen

"Forschung sollte nicht zu lange im Laboratoriumsstadium verharren", sagte Moridi gegenüber den VDI nachrichten. Deswegen setze man auf wissenschaftliche Kooperationen, anstatt nebeneinander das Gleiche zu entwickeln. "Dadurch sparen wir viel Entwicklungszeit und sehen schnellere Resultate", so der Minister weiter. "Was sonst vier oder fünf Jahre in Anspruch nimmt, kann durch bilaterale wissenschaftliche Zusammenarbeit schon in zwei oder drei Jahren reif für die Vermarktung sein."

Die Region Ontario sei besonders stark in den Bereichen Umwelttechnologie, Medizinforschung und Automobilbau, betonte Moridi. Insbesondere bei der Fahrzeugherstellung besetze man auf dem nordamerikanischen Kontinent eine Spitzenposition. "Wir investieren viel in diesen Forschungsbereich." Daher sei Ontario sehr interessiert, gerade mit Deutschland – der führenden europäischen Automobilnation, – auf diesem Feld zu kooperieren.

Gespannt auf weitere Partnerschaften

Die jetzige Unterzeichnung sei ein weiteres Beispiel für die jahrelange enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher sowie universitärer Ebene, sagte Moridi anlässlich des neuen Kooperationsvorhabens mit dem Fraunhofer-Institut. "Wir freuen uns auf deutsche Unternehmen, die nach Ontario kommen und sind gespannt auf weitere spannende Partnerschaften."

Die Vereinbarung zwischen den zwei Institutionen gilt auch als Startschuss für ein geplantes Forschungszentrum in Burlington/Ontario. "Wir sind davon überzeugt, dass unternehmerischer Erfolg in Zeiten globalen Wettbewerbs vor allem bedeutet, neue technologische Potenziale nutzbringend einzusetzen", so Dr. Joachim Warschat, Leiter Geschäftsfeld Technologie- und Innovationsmanagement des Fraunhofer IAO.

Stahlriese ArcelorMittal will sich auch einbringen

Mit der Zusammenarbeit sollen die Stärken der universitären Forschung im Bereich der Materialwissenschaften mit dem Know-how des Fraunhofer-Instituts beim Technologie- und Innovationsmanagement gebündelt werden, um innovative Technologien und Fertigungsmethoden schneller marktfähig zu machen. Schon jetzt zeigt ein Wirtschaftsunternehmen Interesse: Der Stahlriese ArcelorMittal Dofasco aus Hamilton soll bereits signalisiert haben, sich in das Projekt einbringen zu wollen.

Das Kooperationsvorhaben bildet einen neuen Pfeiler für die heute schon recht weit reichende deutsch-kanadische Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung. Bereits im Juni 2011 starteten die University of Western Ontario und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt im Bereich Leichtbaumaterial. Zur gleichen Zeit eröffnete der deutsche Chemiekonzern Lanxess Kanadas größtes Forschungszentrum für die Entwicklung von Butyl Rubber. Im Januar dieses Jahres unterzeichneten die McMaster University und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) ein Memorandum zu Forschungsprojekten im Bereich Immunologie und Regenerative Medizin. Ferner findet zu den Themen Energie und Klima ein reger wissenschaftlicher Austausch zwischen der University York, Ontario, und dem Forschungszentrum Jülich statt.  LARS WALLERANG

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Von Lars Wallerang | Präsentiert von VDI Logo
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