12.03.2015, 12:33 Uhr | 0 |

Saturmond Enceladus Hinweise auf heiße Quellen lassen mikrobakterielles Leben vermuten

Unter der Eiskruste des Saturnmondes Enceladus vermuten Forscher der Universität Colorado heiße Quellen. Jetzt haben sie neue Hinweise darauf gefunden. Die Wahrscheinlichkeit von mikrobakteriellem Leben wird somit zumindest erhöht. 

Grafik Saturnmond Enceladus
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Grafik des Saturnmondes Encladus: Forscher der Universität Colorado haben neue Hinweise darauf gefunden, dass im Inneren des Mondes heiße Quellen sprudeln.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Um den äußerst massereichen Saturn kreisen zahlreiche Monde. Bislang bekannt sind 62 Stück. Einer davon hat es Astrobiologen besonders angetan – Enceladus. Der Grund für die Euphorie: Ein internationales Forscherteam der Universität von Colorado in Boulder hat weitere Anzeichen für eine geologische Aktivität des Trabanten gefunden.

Bereits im Jahr 2004 hatte die Raumsonde Cassini Anhaltspunkte für Wasserdampf-Geysire auf Enceladus ausgemacht. Im Fachmagazin "Nature" liefern die Wissenschaftler, unter denen sich auch Deutsche befinden, nun zumindest eine theoretische Erklärung für diese. Die Geysire könnten aus heißen Quellen resultieren, die tief am Boden eines unterirdischen Ozeans sprudeln. Damit wäre unter Umständen auch die Existenz von hitzeresistenten Bakterien denkbar. 

Entscheidender Hinweis: Siliziumdioxid in einem Saturnring

Die neugewonnenen Erkenntnisse sind ebenfalls auf die Arbeit von Cassini zurückzuführen. Mithilfe eines Spezialdetektors konnte die Sonde in einem der Saturnringe (dem sogenannten E-Ring) Staubpartikel aus Siliziumdioxid ausmachen – höchstwahrscheinlich freigesetzt von Enceladus.

Jene Teilchen wiederum, so die Theorie der Wissenschaftler, sind das Ergebnis einer chemischen Reaktion tief im Innern von Enceladus. Sie sind sehr wahrscheinlich dort entstanden, wo die Hitze des Mondkerns und das Wasser des unterirdischen Ozeans aufeinandertreffen.

Wassertemperatur muss mindestens 90 Grad Celsius betragen

Damit sich aus dem silikathaltigen Gestein im Mondinneren tatsächlich Siliziumdioxid herauslöst, muss die Wassertemperatur des angrenzenden Ozeans mindestens 90 Grad Celsius betragen und einen pH-Wert von etwa 8,5 bis 10,5 aufweisen. Auch der Großteil des Sandes auf der Erde besteht aus Siliziumdioxid. Durch das etwa zehn Kilometer tiefe unterirdische Meer sowie die Geysire auf der Oberfläche dürften die Teilchen erst ins Umfeld von Enceladus und so letztendlich in den Saturnring gelangt sein.

Da die entdeckten Partikel verhältnismäßig klein sind, schließen die Forscher darauf, dass sie recht schnell den Weg an die Oberfläche gefunden haben müssen – innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren. Übrigens: Mit seinem pH-Wert ähnelt das Wasser von Enceladus dem Meerwasser der Erde. 

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Von Jan-Martin Altgeld
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