02.03.2015, 09:35 Uhr | 0 |

Untersuchung der Fischbestände Forschungsschiff Solea verlässt zum 700. Mal den Cuxhavener Hafen

Sie ist eine Jubiläumsfahrt, die 700. Reise des Forschungsschiffs Solea aus Cuxhaven. Bis Mitte März 2015 untersuchen Forscher auf dem Hochseekutter die Fischbestände in der Ostsee. Ein wichtiger Vorgang, um umweltverträgliche Fangquoten festzulegen. 

Das Forschungsschiff Solea des Thünen-Instituts
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Das Forschungsschiff Solea des Thünen-Instituts: Der Hochseekutter arbeitet mit verschiedenen Netzen, ozeanographischen Sonden und gehört zu den leisesten Vertretern seiner Art. 

Foto: Thünen-Institut/C. Zimmermann

Wie jedes Jahr im Frühling finden auch jetzt wieder die Bestandsuntersuchungen der Speisefische in der Ostsee statt. Forscher des Thünen-Instituts für Ostseefischerei sind vier Wochen lang mit dem zweitgrößten deutschen Fischereiforschungsschiff Solea auf der Ostsee unterwegs.

Zum 700. Mal ist das Forschungsschiff Solea damit für die Wissenschaft ausgelaufen. Dass es sich dabei um eine ganz besondere Mission handelt, ist dem Forscherteam jedoch nicht anzumerken. Eine ausgiebige Feier findet nicht statt. „Die Reisen sind für die Besatzung und die Wissenschaftler harte Arbeit. Schiffszeit ist teuer, deshalb sind die Programme immer sehr vollgepackt. Auch bei rauer See wird soweit es geht durchgearbeitet“, erklärt Dr. Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg. „Trotzdem freuen wir uns natürlich über solche runden Zahlen. Zeigen sie doch, dass wir mit unseren Schiffen über sehr zuverlässige und langlebige Arbeitsmaterialien verfügen.“

Hochseekutter Solea fährt auf der Nordsee und Ostsee

Das Forschungsschiff Solea ist eines von drei Schiffen, das den Wissenschaftlern für ihre Untersuchungen zur Verfügung steht. Je nach Seegebiet läuft entweder das größte Schiff Walther Herwig II, das mittelgroße Schiff Solea oder das kleinste Schiff der Flotte, die Clupea, aus.

2004 lief die Solea erstmals aus. Sie ersetzte damals nach 30 Jahren das gleichnamige Vorgängerschiff, das jedoch weitaus kleiner war. Der aktuelle Hochseekutter ist 42 Meter lang, zehn Meter breit und besonders für die Hochseefischerei in Nord- und Ostsee geeignet. Er kann verschiedene Netztypen wie Schwimm- und Bodenschleppnetze, Baumkurren, fischereibiologische und Planktonnetze verwenden, ebenso ozeanographische Sonden. An Bord des Schiffs befinden sich für die Wissenschaftler zudem vier Labore.

Und die Solea hat eine weitere Besonderheit: „Die Solea ist das leiseste Schiff seiner Klasse und daher besonders gut für die akustische Aufnahme kleiner Schwarmfische mit Forschungs-Echoloten geeignet“, erklärt Kraus. Beim Bau wurde berücksichtigt, dass Unterwasser-Schallemissionen weitgehend reduziert werden und somit möglichst wenige Fahrgeräusche im Wasser entstehen.

Monitoring wichtig für die Bestimmung der Fangquoten

Das regelmäßige Monitoring zeigt über die Jahre die Entwicklung der Fischbestände verbunden mit Daten über meeresphysikalische und meereschemische Vorgänge sowie die daraus resultierenden Umweltveränderungen. Es werden Fragen zum Gesundheitszustand der Fische geklärt und Veränderungen im Ökosystem registriert und analysiert. Jedes Jahr können dann aufgrund der gewonnenen Daten neue Fangquoten festgesetzt werden. Auch andere Anrainerstaaten der Ostsee nehmen mit ihren Schiffen an der wissenschaftlichen Mission teil.

Übrigens ist Solea der wissenschaftliche Name für die Seezunge – eine der begehrtesten Speisefische. Zu den deutschen Kollegen des Hochseekutters gehört die Sonne ist Wilhelmshaven, das modernste Forschungsschiff der Welt. 

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Von Petra Funk
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