01.07.2013, 12:33 Uhr | 0 |

Brustkrebs Fisch beugt vor – Erkrankung trifft auch Männer

Lachs, Thunfisch und Sardinen – wer häufig fettigen Fisch isst, hat ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Diese Verbindung haben zwei große Beobachtungsstudien aus Asien hergestellt. Gleichzeitig stellten Ärzte fest, dass auch Männer immer häufiger Brustkrebs bekommen.

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Vorsorge: Der Verzehr von Fisch mit einem hohen Anteil von Omega-3-Fettsäuren soll nach Studien das Risiko von Brustkrebs reduzieren. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Ein um 26 Prozent geringeres Brustkrebs-Risiko fand die Singapore Chinese Health Study bei Patientinnen, die viel Fisch mit einem hohen Anteil von Omega-3-Fettsäuren aßen. In der Japan Collaborative Cohort Study erkrankten Frauen, die besonders viel Omega-3-Fettsäure über Fischmahlzeiten zu sich genommen hatten, sogar nur halb so häufig an Brustkrebs. In einer Reihe anderer Studien war die vorbeugende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren allerdings viel geringer – insgesamt sank das Brustkrebsrisiko nach diesen Beobachtungen auf 14 Prozent. Die Forscher führen das auf den höheren Fischkonsum in Asien zurück.

Medikament gegen Osteoporose beugt vor

Eine andere Methode, um dem Brustkrebs vorzubeugen, wird derzeit in England angewandt. Erblich belastete Frauen sollen dort über fünf Jahre Raloxifen oder Tamoxifen einnehmen. Studien haben gezeigt, dass Tamoxifen bei Frauen über 50 und nach den Wechseljahren das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um etwa 50 Prozent reduzieren kann. Die Einnahme von Raloxifen hingegen senkt das Risiko um etwa 38 Prozent.

In Deutschland sind beide Präparate dafür bisher nicht zugelassen. So wird Tamoxifen nach einer Erstbehandlung von Brustkrebs verschrieben, während Raloxifen zur Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose bei Frauen nach der Menopause eingesetzt wird. In Einzelfällen können aber auch hier Ausnahmen gemacht werden und diese Medikamente zur Vorbeugung von Brustkrebs eingesetzt werden. 

Brustkrebs auch bei Männern

Brustkrebs trifft immer häufiger auch Männer. Zwar gibt es bisher nur einige hundert Brustkrebs-Diagnosen bei Männern im Jahr, dennoch fordern Ärzte auch für sie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Männer, die das Brustkrebsgen BRCA2 in sich tragen, seien genauso gefährdet wie Frauen, warnen die Mediziner. Bis zu 20 Prozent dieser Männer erkranken an Brustkrebs, zudem steigt das Risiko für Darm-und Prostatakrebs. Männer, die eine Brustkrebs-Diagnose erhalten, werden therapiert wie Frauen, allerdings werden die Brüste hier nicht vorsorglich abgenommen.

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Von Andrea Ziech
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