17.07.2014, 10:25 Uhr | 2 |

Krebs bekämpfen Ein Cannabis-Präparat lässt Tumore schrumpfen

Das aus der Rauschmittelpflanze Cannabis hergestellte Tetrahydrocannabinol (THC) ist in der Lage das Wachstum von Krebszellen stark zu reduzieren. In höheren Dosen verabreicht, kann THC Tumore sogar schrumpfen lassen. Das ist das Ergebnis gemeinsamer umfangreicher Forschungsarbeiten englischer und spanischer Wissenschaftlern.

Cannabis
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Die Universitäten von East Anglia und Madrid haben in einem gemeinsamen Forschungsprogramm festgestellt, dass sich Cannabis erfolgversprechend zur Krebs-Bekämpfung einsetzen lässt.

Foto: dpa

Bei den Tests in den Pharma-Laboratorien der Universitäten East Anglia und Complutense de Madrid wurden Mäuse mit Brustkrebs-Zellen infiziert. Anschließend wurden die Versuchstiere mit Tetrahydrocannabinol behandelt. Dabei zeigte sich, dass das Krebsbekämpfungs-Potenzial von THC auf zwei zusammenwirkende Rezeptoren zurückgeht. 

Zwei Rezeptoren bewirken gemeinsam die Krebsbekämpfung

Bei THC handelt es sich um den wichtigsten Bestandteil von Marihuana. Die Wirkung von THC wird durch eine Gruppe von so genannten cannabinoiden Zell-Rezeptoren ausgelöst. Im Prinzip war das schon eine Weile vermutet worden. Völlig unklar war bisher allerdings, welche dieser Rezeptoren auf die Krebszellen einwirken.

ACHTUNG!! SPERRFRIST 16.11.2003 14.30! - Von Krebs befallenes Brustgewebe wird in der Kasseler Pathologie nach einem Schnellschnitt in flüssigem Stickstoff schockgefroren (Foto vom 11.11.2003). Um bei Brustkrebs die Heilungschancen zu vergrößern, soll an den Kliniken Kassel und Augsburg die weltweit erste patienteneigene Tumorbank eingerichtet werden. Befallenes Gewebe soll dort für lange Zeit tiefgefroren zur späteren Erprobung neuer Therapien aufbewahrt werden, teilten die beiden Krankenhäuser am Sonntag (16.11.2003) mit. Anders als in anderen Ländern gebe es in Deutschland keine zentralen Tumorbanken, auf die Forscher Zugriff haben. Foto: Uwe Zucchi dpa/lhe
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Von Krebs befallenes Brustgewebe: Das in Cannabis-Pflanzen enthaltene Tetrahydrocannabinol (THC) kann nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen das Wachstum von Krebszellen verlangsamen und Tumore sogar schrumpfen lassen. 

Foto: dpa

Wie die Tests nun gezeigt haben, beruht die Wirkung auf dem Zusammenspiel der beiden cannabinoiden Rezeptoren CB2 und GPR55. Im Detail veröffentlicht wurde die Wirkungsweise dieser beiden Rezeptoren in der amerikanischen wöchentlich erscheinenden Fachzeitschrift “Journal of Biological Chemistry”.

Starkes Interesse der Pharmaindustrie

Dr. Peter McCormick von der School of Pharmacy der University of East Anglia berichtet von einem starken Interesse der Pharmaindustrie an der Krebsbekämpfungswirkung der Cannabis-Rezeptoren. Dabei gehe es zunächst für die Industrie vor allem darum, Wege zu finden, diese beiden cannabinoiden Rezeptoren synthetisch zu gewinnen – also nicht aus Cannabis-Pflanzen. Die weiteren Forschungsarbeiten der beiden Universitäten zielen dagegen vor allem darauf ab, die optimale Dosierung für die beiden Rezeptoren in der Krebsbekämpfung bei Menschen zu ermitteln.

Klare Warnung vor der Selbstbehandlung mit Cannabis

Krebskranke warbt Dr. McCormick unmissverständlich davor, Cannabis zur Selbstbehandlung zu nutzen. Der einzige Weg zur erfolgreichen Nutzung von THC bei humanem Krebs läge darin, für den Menschen ungefährliche Anwendungen auf der Basis von synthetisch hergestelltem THC zu finden und anschließend anzuwenden. 

Pharmacy School der University of East Anglia ist hoch angesehen

Seit mehreren Jahren gehört die Pharmacy School der University of East Anglia zu den drei besten britischen Hochschulen auf dem Gebiet der Pharmaforschung. Das trägt zu dem großen Interesse der Pharmaindustrie an den THC-Rezeptoren wesentlich bei.

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Von Peter Odrich
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kommentare
21.07.2014, 12:53 Uhr woewe
"Krebskranke warnt Dr. McCormick davor, Cannabis zur Selbstbehandlung zu nutzen. Der einzige Weg zur erfolgreichen Nutzung von THC bei humanem Krebs läge darin, für den Menschen ungefährliche Anwendungen auf der Basis von synthetisch hergestelltem THC zu finden und anschließend anzuwenden."

Ja nee, ist klar: Nur das von Pharmakonzernen hergestellte synthetische Cannabinoid ist patentierbar und wirft dann hohe Gewinne ab. Mutter Natur kann nicht so gut sein. - Und was ist an dem synthetischen Cannabinoid als an THC ungefährlicher?

Cannabis zur Krebs-Selbstbehandlung gibt es schon länger, u. a. "Hemp oil cures cancer" von Rick Simpson. Zur Klarstellung, nein, mir sind KEINE klinischen Studien bekannt, nur zahlreiche Fall-Berichte.

22.07.2014, 19:20 Uhr Progetti
Wenn man Cannabinoide mit dem Schwermetall Wolfram koppeln würde, dann könnte man die Bindung des Cannabinoids an den Rezeptoren in vivo nachweisen, sowohl im MRT als auch Im CT, weil Wolfram auch paramagnetische Eigenschaften besitzt.
Auch In der Strahlentherapie könnte man diese Substanz als selektiven Wirkungsverstärker selektiv auf die Krebszellen anwenden.

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