25.07.2013, 10:59 Uhr | 0 |

Ein winziger Punkt im All Aufnahmen der Erde aus 1,4 Milliarden Kilometer Entfernung

So haben wir unsere Erde noch nie gesehen: Aus 1,4 Milliarden Kilometer Entfernung ist unser Heimatplanet nur ein winziger Punkt im All. Der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist es gelungen mit der Raumsonde Cassini Bilder von Mond und Erde aus der Nähe des Planeten Saturn aufzunehmen. 

Die Erde als winziger Fleck unter den Ringen des Saturn.
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Der kleine helle Fleck unter den Ringen des Saturn ist die Erde. Die Raumsonde "Cassini" befand sich im Schatten des Saturn, als sie die Erde fotografierte. 

Foto: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

„Die Cassini-Aufnahme erinnert uns daran, wie klein unser Heimatplanet in der Unendlichkeit des Alls ist und ist gleichzeitig ein Zeugnis für den Erfindungsreichtum ihrer Bewohner, welche in der Lage sind, eine Raumsonde in die Weiten des Weltalls zu schicken, den Saturn zu untersuchen und von dort aus ein Bild von der Erde anzufertigen“, kommentierte die Projektmanagerin der Cassini-Mission, Linda Spilker, den Erfolg.

Cassini machte Aufnahmen des Saturn-Ringsystems

Ausgestattet mit zwei Kameras, einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC), ist Cassini seit dem 19. Juli 2013 damit beschäftigt das Ringsystem des Saturns im Gegenlicht aufzunehmen. Seither bewegt sich die Raumsonde um den Saturn herum und schoss insgesamt 323 Fotos. Die Bilder zeugen von besonders guter Qualität. Dabei sind die Kameras bereits seit über 15 Jahren in Betrieb und stammen noch aus den 1990er Jahren.

Die Erde wurde mit der hoch auflösenden NAC-Kamera fotografiert. Herausragend ist, dass die Wissenschaftler vom Cassini Imaging Central Laboratory for Operations, kurz "CICLOPS", erstmals den Erdmond aus dem Saturnorbit heraus erfolgreich aufnehmen konnten.

Jetzt soll das gesamte Portrait des Saturn-Systems veröffentlicht werden. Auf den Bildern sind die Saturn-Ringe brillant scharf zu erkennen. Erde und Mond hingegen erscheinen als kleine leuchtende Himmelskörper. Das liegt daran, dass sich in der Sekunde, als die Kamera auslöste, die Sonne hinter dem Saturn versteckte. 

Das Mosaik des Saturn-Portraits teilt sich in 33 verschiedene Aufnahmebereiche auf, die jetzt von den NASA-Mitarbeitern bearbeitet werden müssen. Bis zur Veröffentlichung wird es daher noch einige Zeit dauern.

Mosaik des Saturn-Systems gibt Infos über Zusammensetzung der Ringe

Es handelt sich um das dritte Mosaik des Saturnsystems, das je im Gegenlicht der Sonne gemacht wurde. Das Mosaik gibt den Wissenschaftlern Informationen über die Dichte, die Struktur und die Zusammensetzung der einzelnen Ringe. Sie bestehen normalerweise aus nur millimetergroßen Eis- oder Staubpartikeln. Frühere Aufnahmen im Gegenlicht zeigten den Wissenschaftlern zuvor unbekannte Ringe.

Die Raumsonde Cassini ist als gemeinschaftliches Projekt der NASA und der europäischen Weltraumorganisation ESA unterwegs. Sie war sieben Jahre auf dem Weg und legte 3,5 Milliarden Kilometer zurück, bis sie im Juli 2004 in eine Umlaufbahn des Saturns einbog.

Suchkampagne nach Merkur-Monden

Im Rahmen der Merkur-Mond-Suchkampagne lieferte die Raumsonde Messenger am letzten Wochenende Bilder von Mond und Erde aus dem Weltall. Aus 98 Millionen Kilometer Entfernung  waren die Aufnahmen von Erde und Mond kleiner als ein Pixel. Messenger war fast sieben Jahren durch das Innere des Sonnensystems in der Umlaufbahn um den Planeten Merkur geflogen, und kann von dort aus Bilder von der anderen Seite des Sonnensystems liefern. Seit kurzem wird das Kamerasystem auch dazu verwendet, noch nicht gefundene Merkur-Monde aufzusuchen. 

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Von Petra Funk
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