26.11.2015, 11:00 Uhr | 0 |

Badestrände schützen Test in Australien: Drohnen warnen vor Haien

Die Regierung der australischen Provinz New South Wales setzt seit wenigen Tagen Drohnen vor ihren berühmten Badestränden ein. Die Flugkörper sollen Haie aufspüren und über Funk Alarm geben, wenn sie diese Raubfische sichten. Dann können erforderlichenfalls zeitnah ganze Strandabschnitte für Schwimmer gesperrt und blutige Badeunfälle hoffentlich verhindert werden.

Aufklärungsdrohne
Á

Neue Aufgabe für Aufklärungsdrohnen: In Australien werden sie derzeit eingesetzt, um vor Haien in Küstennähe zu warnen. 

Foto: Swarm UAV

Mit geringer Geschwindigkeit folgen die Drohnen im Flug dem Küstenverlauf in einem Abstand zum Land, der weiter ist als   Schwimmer sich vom Ufer entfernen. Die Kameras blicken seewärts. Ist ein Hai in Sicht – erkennbar zuerst an den Flossen, die aus dem Wasser aufragen – gibt die Drohne Alarm.

Verbunden mit dem Alarmsignal an die Leitstelle an Land ist die GPS-genaue Angabe, wo der jeweilige Haifisch gesichtet worden ist. Auf Basis dieser Daten kann die Leitstelle dann verschiedene Maßnahmen einleiten. So können beispielsweise über Lautsprecher alle Schwimmer aufgefordert werden, sofort das Meer zu verlassen und an Land zu kommen. Genauso ist es aber auch möglich, von Booten oder normalen Hubschraubern aus den jeweiligen Hai in die Flucht zu jagen. 

Ministerium für Landwirtschaft und Rohstoffe federführend

Das Ministerium für Landwirtschaft und Rohstoffe als Initiator des Drohnen-Einsatzes setzt allerdings nicht nur auf die Aufklärungsdrohnen sondern auf eine breite Reihe von “Hai-Strategien” wie Minister Niall Blair es nennt.

FILES - ILLUSTRATION - epa03963199 A picture made available 24 November 2013 shows a shark sighting sign displayed near Prevelly Beach, Western Australia, 22 November 2013. Photo: EPA/REBECCA LE MAY AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT (zu dpa "Australien testet Drohnen für Hai-Alarm in Küstennähe" vom 25.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Hai-Alarm: Australien testet aktuell Drohnen in Küstennähe, die an eine Leitstelle die genaue Position eines gesichteten Hais melden. Diese informiert die Rettungsschwimmer der betroffenen Strände, so dass umgehend Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden können. 

Foto: Rebecca Le May/dpa

Insgesamt gibt Australien gegenwärtig – zu Beginn des badeintensiven Sommerhalbjahres auf der Südhalbkugel der Erde – umgerechnet rund 11 Millionen € für Anti-Hai-Maßnahmen aus. Die  Drohnen-Maßnahme steckt dabei derzeit noch in der Versuchsphase.

Nächster Schritt: Drohnen-Alarm geht direkt an Rettungsschwimmer 

Wenn sich dieses System bewährt und vor allem im Alltag besonders einfach zu handhaben ist, sollen künftig die an den verschiedenen Strandabschnitten positionierten Rettungsschwimmer die Hai-Warnungen von den Drohnen direkt und nicht mehr über die Leitstelle erhalten.

Das sparte Personal und beschleunigte vor allem Gegenmaßnahmen. Zugleich müssten dabei nicht größere Strandabschnitte komplett geräumt werden sondern lediglich der Nahbereich des einzelnen aufgespürten Hais.

Smarte Langleinen ebenfalls im Einsatz

Zu den Hai-Strategien gehören auch so genannte smarte Langleinen, die in einigem Abstand vom Strand im Wasser schwimmen und sofort elektronisch Alarm geben, wenn sie mit einem Hai in Berührung kommen. Auch können Haien elektronische Chips verpasst werden, deren Signale von speziellen Masten nach Art der 4G-Mobilfunktechnik aufgefangen und dann an die Leitstelle weitergegeben werden.

Zahl der Hai-Angriffe auf Schwimmer hat zugenommen

Während die Bade-Hochsaison in Australien gerade erst anläuft, hat es in diesem Jahr schon 31 dokumentierte Hai-Attacken auf Menschen vor den Badestränden gegeben.

ARCHIV - Ein großer weißer Hai schwimmt am 19.06.2010 im Indischen Ozean vor Gansbaai (Südafrika). Nach den tödlichen Hai-Attacken an den Stränden Australiens haben die Behörden an der Westküste des Landes die Jagd auf die Raubfische erlaubt. Foto: Helmut Fohringer/EPA (zu dpa «Nach tödlichen Attacken: Jagd auf Haie in Westaustralien erlaubt» vom 10.12.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Weißer Hai: Nicht nur im Film eine Gefahr. An den Stränden Australiens häufen sich Hai-Attacken auf Schwimmer und Taucher. 

Foto: Helmut Fohringer/dpa

Zahlreiche mit tödlichem Ausgang für den Schwimmer oder Taucher. 2014 gab es  im gesamten Jahr nur 18 Hai-Attacken. Dieses Jahr könnten es doppelt so viele werden.

Nicht nur die Einsatzgebiete von Drohnen werden immer vielfältiger. Auch ihr Bau ist im Wandel: Sogar Jet-Drohnen werden inzwischen im 3D-Druck-Verfahren hergestellt. 

Anzeige
Von Peter Odrich
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden