25.04.2016, 11:32 Uhr | 0 |

Pazifiküberquerung geglückt Solar Impulse 2 sicher in Mountain View gelandet

Die gefährliche Pazifiküberquerung ist geschafft: Nach 62 Stunden Flugzeit ist die Solar Impulse 2 am Samstag in Kalifornien angekommen. Und wohin fliegt der Solarflieger auf seiner Weltumrundung als Nächstes? 

Solar Impulse 2 über San Francisco
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Die Solar Impulse 2 kreiste einige Zeit über San Francisco und landete schließlich kurz vor Mitternacht. 

Foto: Jean Revillard/dpa

Am Samstag, kurz vor Mitternacht Ortszeit, landete Solar Impulse 2 auf dem Moffett Airfield in Mountain View im Norden Kaliforniens. „Hunderte Jahre war die Bucht von San Francisco Amerikas Tür von pazifischer Seite. Ich bin mit einem solargetriebenen Flugzeug gekommen – was zeigt, wie die Zukunft aussehen kann“, sagte Pilot Bertrand Piccard nach der Landung. Zu den Gästen, die den Flugzeugpionier in Empfang nahmen, zählte auch Google-Mitbegründer Sergey Brin. Fans auf der ganzen Welt verfolgten den Flug im Livestream.

Von Hawaii nach Kalifornien in 62 Stunden

Piccard war am Donnerstagabend vom Flughafen Kalaeola auf Hawaii gestartet. Für die 4300 km nach Kalifornien benötigt eine Passagiermaschine fünf bis sechs Stunden, der 58-jährige Schweizer Arzt hingegen war 62 Stunden unterwegs. Genügend Zeit, um außergewöhnliche Erfahrungen zu sammeln.

epa05274849 Solar Impulse 2, a solar powered plane piloted by Swiss adventurer Bertrand Piccard lands just before midnight at Moffett Field in Mountain View, California, USA, 23 April 2016, after a flight from Hawaii, where he took off on 21 April for a non-stop three day flight to cover about 3,760 kilometers. EPA/JOHN G. MABANGLO +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Landung der Solar Impulse 2 auf dem Moffet Airfield in Mountain View. 

Foto: John G. Mabanglo/dpa

„Es gab einen Moment in der Nacht. Ich sah die Spiegelung des Mondes im Ozean und dachte: Ich bin völlig allein in diesem winzigen Cockpit und fühle mich völlig sicher“, sagte Piccard nach der Landung. „Das ist eine der fantastischsten Lebenserfahrungen, die ich gemacht habe.“

Next stop: Phoenix

Die Weltumrundung der Solar Impulse 2 dauert mittlerweile schon über ein Jahr. Im März 2015 war der Solarflieger im Golfemirat Abu Dhabi gestartet und über Indien und China nach Hawaii geflogen. Dort musste das Team außerplanmäßig überwintern, weil die Akkus der Maschine auf dem 8300 km langen Flug von Japan nach Hawaii überhitzten. „Wir entschieden uns, die Weltumrundung abzubrechen und mit etwas Abstand zu betrachten, wie wir das Flugzeug wieder flott bekommen würden“, erklärte das Team in seinem Blog.

epa05274941 Swiss adventurer and pilot, Bertrand Piccard (R) is greeted by pilot Andre Borschberg (R) after Piccard landed Solar Impulse 2 at Moffett Field in Mountain View, California, USA, 23 April 2016, after a flight from Hawaii, where he took off on 21 April for a non-stop three day flight to cover about 3,760 kilometers. EPA/JOHN G. MABANGLO +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Geschafft: Nach 62 Stunden Flugzeit steigt Pilot Betrand Piccard (re.) aus dem Cockpit. 

Foto: John G. Mabanglo/dpa

Nachdem die Ingenieure ein neues Batteriesystem eingebaut hatten, konnte Piccard die zweite Etappe der Pazifiküberquerung wagen. Als Nächstes wird sein Kollege André Borschberg Richtung Osten fliegen, nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Anschließend geht es über den Atlantik nach Europa und dann zurück zum Startpunkt nach Abu Dhabi.

Piccard: In zehn Jahren werden E-Flugzeuge bis zu 50 Leute transportieren

Mit der Weltumrundung will das Team um Solar Impulse 2 den Beweis antreten, dass ein Flugzeug allein mit Erneuerbaren Energien die Welt umrunden kann. Auf den Tragflächen, dem Rumpf und dem Höheleitwerk sitzen rund 17.000 Solarzellen, die Energie in 633 kg schweren Lithium-Polymerakkus speichern. Die vier elektrischen 15-kW-Motoren beschleunigen den 2,3 t leichten Flieger auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die Mindestgeschwindigkeit liegt bei 26 km/h. „Ich wette, dass in zehn Jahren elektrische Flugzeuge bis zu 50 Leuten transportieren werden“, ist Piccard überzeugt. „Dies ist nicht Science-Fiction, dies ist echt.“

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Von Patrick Schroeder
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