15.09.2015, 07:45 Uhr | 0 |

Passt sich ans Gelände an Robotisches Gestell für Hubschrauber sorgt überall für sichere Landung

Ein neues Landegestell für Hubschrauber soll es den wendigen Fluggeräten künftig ermöglichen, auch auf Geröll und unebenen Untergründen landen zu können. Die vier Beine sind mit Kraftsensoren ausgestattet und justieren permanent den Neigungswinkel nach. So können Helikopter sogar auf Schiffen auf hoher See landen.

Robotisches Landegestell für Helikopter
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Die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) hat ein robotisches Landegestell entwickelt, das sich dem Untergrund anpasst und die Landung von Helikoptern auch in ziemlich unwegsamem Gelände ermöglicht. 

Foto: Darpa

Hubschrauber sind ziemlich wendige und agile Gefährten, solange sie sich mit ihren Rotoren in der Luft bewegen. Da können sie sich um fast 90 Grad zur Seite neigen, können enge Kurven fliegen, fast senkrecht nach oben aufsteigen und vieles mehr. Doch wenn es darum geht, das Fluggerät wieder sicher zur Erde zu bringen gilt es, möglichst solide und ebene Flächen aufzusuchen.

Unebenheiten sind extrem unerwünscht, neigt sich ein Hubschrauber bei der Landung zu sehr auf die Seite, können die Rotoren die Passagiere verletzen oder gar mit dem Boden kollidieren und so großen Schaden verursachen.

MAR-System ermöglicht Landung in unwegsamen Gelände

Jahrzehntelange Forschung und Entwicklung hat an dieser unerfreulichen  Tatsache wenig ändern können. Jetzt prescht eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika vor, die Forschungs-Projekte für das Militär durchführt: Die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) mit Sitz in Arlington County präsentiert den Mission Adaptive Rotor (MAR). MAR ist ein robotisches Landegestell, das sich dem Untergrund anpasst und die Landung von Helikoptern auch in ziemlich unwegsamem Gelände ermöglicht.

Derzeit ist das System an einem ferngesteuerten Helikopter montiert 

Noch ist MAR nicht viel mehr als eine Projektstudie, die vier adaptiven Roboterbeine sind derzeit an einen ferngesteuerten Helikopter montiert. Ein paar Testflüge hat der Helikopter in der Nähe von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia bereits erfolgreich absolviert.

Auf einem von der Darpa vor wenigen Tagen in St. Louis veranstalteten „Future Technology Forum“ unter dem Titel „Wait? What“ stellte Darpa-Programm-Manager Ashish Bagai das adaptive robotische Landegestell erstmals vor.

Neigungen von 20 Grad ausgleichen

Und so soll das MAR-System funktionieren: Während des Fluges sind die vier Roboter-Beine eingefahren, um den Luftwiderstand zu verringern. Geht es an die Landung, so fährt der Helikopter die Beine wieder aus. Kraftsensoren an den Beinen, die mit einem zentralen Computer verbunden sind, ermitteln dann den richtigen Neigungswinkel für jedes Bein, damit der Helikopter am unebenen Boden so eben wie möglich zum Stehen kommt. Laut Ashish Bagai kann das MAR-System Neigungen von 20 Grad ausgleichen.

Permanentes Justieren ermöglicht Landung auf Schiffen

Die Kraftsensoren justieren auch bei Bewegungen des Untergrundes die Position der vier Beine ständig nach. So ist es mit dem MAR-System künftig auch möglich, auf dem schwankenden Deck von Schiffen auf hoher See zu landen. Bisher ist ein solches Unterfangen ein Ding der Unmöglichkeit.

Bisher müssen die Piloten den Helikopter bei Seenotrettungseinsätzen über dem Deck in der Schwebe halten. Ein schwieriges und vor allem enorm anstrengendes und gefährliches Manöver, wenn mehr als nur ein Lüftchen weht.

Schadensrisiko bei harten Landungen um 80 % reduziert

Durch die variablen beweglichen vier Beine soll sich laut Darpa das Schadensrisiko bei harten Landungen um 80 %, verglichen mit konventionellen Fahrwerken, reduzieren. Zudem soll das neuartige Roboter-Landegestell einfach zu montieren sein und nur wenig mehr wiegen als die heute üblichen starren Fahrwerke.

Videoquelle: Darpa

Laut Darpa wird das MAR-System die Einsatzgebiete von Hubschraubern in vielen militärischen und Rettungs-Missionen deutlich erweitern. Das Georgia Institute of Technology wird als Partner von Darpa das MAR-System in den kommenden Monaten auf Herz und Nieren prüfen. 

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Von Detlef Stoller
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