26.06.2017, 07:29 Uhr | 2 |

Vertikal starten und landen Mit dem Quad über die Stadt fliegen

Das Konzept eines fliegenden E-Quads, das senkrecht starten und landen kann, wurde auf der Paris Air Show vorgestellt. Das Fluggerät namens AirQuadOne soll bis zu 80 km/h schnell sein und pro Akku-Ladung bis zu 30 Minuten fliegen können.

 AirQuadOne
Á

Das AirQuadOne soll bis zu 80 km/h schnell sein und pro Akku-Ladung bis zu 30 Minuten fliegen können.

Foto: Neva Aerospace

Die vier elektrisch angetriebenen Turbinen des AirQuadOne können maximal 530 kg in die Luft bringen – bis in eine Höhe von 915 Metern. Allein auf die Batterien entfallen 150 kg. Und der Pilot darf höchstens 100 kg schwer sein. Demnach wiegt das fliegende Vehikel selbst – ohne Akku – 280 kg. Geplant sind eine bemannte und eine unbemannte Version. Die autonom fliegende Variante könnte dann mit einer Nutzlast von 100 kg beladen werden.

Auftanken an Ladestationen für E-Autos

Abhängig von den Start- und Landemanövern reichen die Batterien für einen 30 Minuten langen Flug. Weit kommt man mit dem Flugmobil der Zukunft also nicht. Dafür können für das Aufladen voraussichtlich herkömmliche Ladestationen für Elektroautos genutzt werden. Auch die Möglichkeit des Akku-Tauschs sei eine Option, so Neva Aerospace, von dem das Konzept stammt. Angedacht ist zudem eine Hybrid-Variante mit einer Flugzeit von etwa einer Stunde.

Das Konsortium Neva Aerospace mit Sitz in Großbritannien besteht aus mehreren europäischen Unternehmen und konzentriert sich derzeit auf elektronisch angetriebene Fluggeräte.

Projekt läuft seit 2013

Beim Bau des AirQuadOne will Neva vor allem Karbon als Material einsetzen. Das futuristische Design des Fluggeräts erinnert von oben betrachtet an einen Spiele-Controller. Laut Konsortium wird bereits seit 2013 an dem Konzept für das erste fliegende Quad getüftelt. Aktuell arbeitet Neva mit den Regulierungsbehörden der USA (FAA) und EU (EASA) zusammen, um eine entsprechende Zertifizierung zu erhalten.

Weitere extravagante Flieger

Ideen zu fliegenden Autos liegen im Trend. So haben auch in Bayern Ingenieure eine vielversprechende Innovation in Sachen extravagante Fluggeräte entwickelt. Der Elektro-Jet von Lilium Aviation startet und landet ebenfalls senkrecht, wird mit einem Joystick bedient und bringt es auf 400 km/h Höchstgeschwindigkeit. Seinen Jungfernflug hat er im April 2017 absolviert, im Januar 2018 soll der persönliche Flieger auf den Markt kommen. 

Und dann wäre da noch das Start-up Kitty Hawk Corporation im kalifornischen Sacramento, das nach eigener Aussage sichere, spaßige und leicht zu fliegende Fluggeräte entwickelt und designt. Wie den Kitty Hawk Flyer, eine Kreuzung zwischen Wasserflugzeug, Motorrad und Octocopter. Das Ultraleichtflugzeug hat seinen Jungfernflug bereits absolviert. Finanziert wird das Start-up von Google-Gründer Larry Page.

Bereits Ende 2015 durften die Ingenieure des US-Unternehmens Terrafugia erstmals ihr fliegendes Auto TF-X in die Luft schicken. Dafür erhielten sie eine Sondergenehmigung der amerikanischen Luftfahrtbehörde. Dieses Flugauto soll bis zu 320 km/h schnell sein.

Anzeige
Von Martina Kefer
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare
26.06.2017, 14:51 Uhr Progetti
Im Prinzip sollten alle für die Stadt zugelassenen Luftfahrzeuge ähnlich angelegt sein wie der AirQuadOne, also genügend viele Ersatzpropeller jeweils mit eingeplanter Not- Leistungsstufe im noch funktionierenden Propeller, aber auch noch zusätzlich ein stromerzeugender Range Extender als Ersatz bei Batterieausfall.
Nur mit entsprechender Sicherheitsplanung werden solche Transporter uns wirklich nützlich sein!

27.06.2017, 00:04 Uhr HansK
"Für die Stadt zugelassene Luftfahrzeuge"? So etwas gibt es nicht. Die Zulassungen sind unabhängig davon, ob das Fluggerät über der Stadt oder dem Land fliegt. Tiefflug ist in den meisten Städten ohnehin verboten, außer zum Zwecke des Starts oder der Landung auf speziell zugelassenen Flughäfen oder Hubschrauberlandeplätzen.

Dieser ganze Elektrohype bringt doch nichts, außer, dass er viel Geld verschwendet. Ich denke da nur an die Millionen an Fördergeldern, die in Elektroprojekte fließen (z.B. E-Volo), bei denen es schon seit einem halben Jahrhundert effizientere Fluggeräte der Klasse ohne Elektroantrieb gibt. Auch das hier ist mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie viel schlechter ein elektrogetriebenes Luftfahrzeug gegenüber einem konventionellen Hubschrauber mit Kolbenmotor oder Verbrennungsturbine ist. Ein konventioneller Hubschrauber des Gewichts des AirQuadOne erreicht doppelte Geschwindigkeit bei vierfacher Flugzeit und dreifacher Höhe und kann dabei noch zwei Personen befördern!

Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden