09.09.2014, 15:49 Uhr | 0 |

Zwischenbericht zum Flug MH17 Malaysisches Passagierflugzeug zerbrach schon in der Luft

Die malaysische Passagiermaschine (Flug MH17) ist bei ihrem Absturz in der Ostukraine im Juli bereits in der Luft in mehrere Teile zerbrochen, nachdem sie von „hochenergetischen Objekten“ durchsiebt wurde. Das steht im vorläufigen Untersuchungsbericht des niederländischen Sicherheitsrats.

Experten an der Absturzstelle von MH17
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Experten an der Absturzstelle von MH17: Der Sicherheitsrat hat heute einen Zwischenbericht zu den Untersuchungen vorgestellt. Ausgewertet wurden auch die Aufnahmen des Stimmenrekorders aus dem Cockpit, die Daten des Flugschreibers und der Flugsicherung.

Foto: EPA

Die Experten stützen damit die Vermutung, dass die Maschine abgeschossen wurde, bestätigen es in ihrem Bericht aber nicht explizit. Sie führen auch nicht weiter aus, welche Objekte das Flugzeug durchsiebt haben. Ob und von welcher Rakete die Boeing 777 abgeschossen wurde, bleibt damit weiterhin unklar. Den Schluss, dass das Flugzeug bereits in der Luft zerbrochen ist, ziehen die Fachleute aus einer Begutachtung der Fotos und Radaraufnahmen. Die breite Verteilung der Wrackteile an der Unglücksstelle ist für sie der Hinweis darauf.

Technisches und menschliches Versagen ausgeschlossen

Klar ist nach der Untersuchung, dass weder Technik noch menschliches Versagen verantwortlich für den Absturz sind. Das ergibt sich aus der Auswertung des Stimmenrekorders aus dem Cockpit, des Flugschreibers und der Daten der Flugsicherung. Danach verleif der Flug MH17 bis 13.30 Uhr normal, die Maschine verschwand dann plötzlich vom Radar. In den Gesprächen zwischen den Crew-Mitgliedern im Cockpit gab es keine Hinweise auf eine Notsituation oder technische Probleme. Außerdem befinden sich unter den Aufzeichnungen weder Warntöne noch ein Notruf.

Untersuchung ist weiter in vollem Gang

Die malaysische Passagiermaschine war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzt, dabei starben alle 298 Passagiere. Die meisten Opfer stammten aus den Niederlanden, deshalb haben diese die Federführung bei der Untersuchung des Absturzes. 

epaselect epa04392124 A person holds the preliminary report on Malaysia Airlines flight MH17 at the Dutch Safety Board in The Hague, The Netherlands, 09 September 2014. Malaysia Airlines Flight MH17 crashed after breaking up in the air probably after being hit 'by a large number of high-energy objects,' a preliminary Dutch investigative report released on 09 September 2014 finds. Images of the MH17 wreckage show that it was pierced in numerous places from the outside, causing the Boeing 777 to break up in flight over eastern Ukraine, the preliminary Dutch investigative report says. Investigators found no evidence that the crash resulted from a technical problem or crew error, says the report by the Dutch Safety Board. EPA/KOEN VAN WEEL +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Zwischenbericht zum Absturz der malayischen Passagiermaschine MH17 klärt lediglich, dass technisches und menschliches Versagen an Bord ausgeschlossen werden können. 

Foto: dpa

Die ist auch nach dem vorläufigen Bericht noch in vollem Gange. Der niederländische Sicherheitsrat plant, bis zum Sommer nächsten Jahres einen Abschlussbericht vorzulegen. Bis dahin, so hoffen die Ermittler, können sie möglicherweise auch an der Absturzstelle selbst Untersuchungen vornehmen. Das war wegen der anhaltenden Unruhen bislang nicht möglich.

Schuldfrage bleibt offen

Die Schuldfrage will die Sicherheitsbehörde jedoch nicht klären. „Der Absturz von MH17 hat die Welt schockiert und viele Fragen aufgeworfen. Die niederländische Flugsicherheitsbehörde will den Grund für den Absturz bestimmen, um der Angehörigen der Opfer willen und die der Gesellschaft im Allgemeinen“, sagte der Vorsitzende des Sicherheitsrates, Tjibbe Jourstra. Die Schuldfrage soll eine strafrechtliche Untersuchung klären. Die ukrainische Regierung und der Westen gehen derzeit davon aus, dass die Maschine von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Russland dagegen sieht die Verantwortung bei der ukrainischen Führung in Kiew. 

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Von Andrea Ziech
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