07.04.2014, 14:15 Uhr | 0 |

SUCHE NACH ABGESTÜRZTER BOEING MH370: Mehrere Schiffe haben Signale empfangen

Vier Wochen nach dem Verschwinden der Malaysian-Airlines-Maschine verdichteten sich Anzeichen, dass die Absturzstelle gefunden werden kann. Alle Hoffnung, das rätselhafte Geschehen aufzuklären, richtet sich auf die Daten in Flugschreiber und Stimmenrekorder.

Aufruf zum Beten für Flug MH370
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Die Suche nach der Malaysian-Airlines-Maschine hält an. Während an Land nur das Beten für die Opfer bleibt, verdichten sich die Hinweise, dass die Blackbox des Flugzeuges aus dem Ozean Signale gesendet hat. Ob sie noch gefunden wird, hängt von der verbleibenden Energie der Batterien ab. 

Foto: dpa

1700 Kilometer nördlich vom australischen Perth liegt die Stelle, wo MH370 in den Ozean gestürzt sein könnte. Die von mehreren Schiffen empfangenen Signale sind wohl die letzte Hoffnung bei der Suche nach dem Flugzeug mit 239 Menschen an Bord, das Anfang März spurlos verschwand. Die Signale stammen womöglich von der so genannten Black Box – in der Regel eine Kombination aus Flugschreiber und Stimmenrekorder, die nicht schwarz, sondern auffällig orange lackiert ist. Ihre Batterie dürfte allenfalls noch ein paar Tage reichen.

Flugschreiber können bis zu 100 verschiedene Parameter aufzeichnen

Der Flugschreiber zeichnet während der kompletten Reise Daten wie Flughöhe, Geschwindigkeit und Temperatur auf. Auch der Neigungswinkel der Maschine, die Positionen der Ruder und Klappen werden permanent registriert. Aus einer Reihe von Parametern, die von den Triebwerken übermittelt werden, können Techniker ebenfalls Erkenntnisse über den Flugverlauf ableiten. Je nach Technik zeichnet der Flugschreiber bis zu gut 100 verschiedene Parameter auf.

Airbus hat neues System mit Telemetrie entwickelt

Noch wichtiger als der oft zitierte Flugschreiber könnten aber die Informationen aus dem Stimmenrekorder sein, der ebenfalls an Bord jeder Maschine ist. Er zeichnet nicht nur den Funkverkehr der Piloten mit Bodenstationen auf, sondern auch Gespräche und Geräusche im Cockpit und jede Ansage, die über Mikrofon gesprochen wird – also auch mögliche Warnungen und Anweisungen des Kabinenpersonals an die Passagiere. Spektralanalysen der Hintergrundgeräusche lassen unter Umständen Rückschlüsse auf die Funktion der Triebwerke zu.

Gerade bei Abstürzen ins Meer ist die Suche nach den Geräten oft schwierig. Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis die „Black Box“ des Air-France-Flugzeuges 447 gefunden wurde. Die Maschine war im Juni 2009 in den Atlantik gestürzt. Erst die Auswertung der Daten bewies schließlich, dass technische Probleme, gefolgt von Pilotenfehlern, das Unglück auslösten. Damit solche Informationen immer sofort zur Verfügung stehen, hat Airbus ein Telemetrie-System entwickelt, das die Daten ständig über Satellit an Bodenstationen funkt. Im nächsten Jahr sollen erstmals Flugzeuge mit dieser Technik ausgestattet werden.

Black Box bis zu 6000 Meter wasserdicht und sendefähig 

Die „Black Box“ von MH370 könnte auch in großer Wassertiefe gefunden werden. Alle Geräte dieser Art haben einen Signalgeber, der sich bei Berührung mit Wasser einschaltet und noch bis zu einer Tiefe von gut 4000 Metern funktionieren soll. Wasserdicht sind sie noch bei 6000 Metern Tiefe. Experten gehen davon aus, dass Flugschreiber und Stimmenrekorder den Absturz jedenfalls unbeschädigt überstanden haben. Die Geräte werden im Heck oder in der Mitte des Flugzeuges eingebaut, wo es erfahrungsgemäß die wenigsten Zerstörungen gibt.

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Von Werner Grosch
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