17.07.2014, 06:40 Uhr | 0 |

Patent ist angemeldet Airbus will Passagiere auf Sättel setzen

Mit seiner jüngsten Patentanmeldung schießt Airbus den Vogel ab: Passagiere in Großraumflugzeugen könnten zukünftig auf Sätteln Platz nehmen. Für Fluggesellschaften bedeutet das bessere Auslastung der Flugzeuge, für Passagiere eher harte Hintern. 

Das Großraumflugzeug A380 von Airbus
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Das vierstrahlige Großraumflugzeug A380 von Airbus hat zwei durchgängige Passagierdecks. Es bietet Platz für 555 Menschen. Noch viel mehr Passagiere ließen sich in das Flugzeug stopfen, wenn tatsächlich irgendwann Sättel statt Sitze zum Einsatz kommen. 

Foto: Airbus

Einst gab es bei der Deutschen Reichsbahn und den Anfangsjahren der Bundesbahn die Holzklasse. Die Sitze waren ungepolstert, verglichen mit dem, was Airbus jetzt zum Patent angemeldet hat, aber durchaus bequem. Nach den Vorstellungen des europäischen Flugzeugbauers sollen Passagiere künftig auf Fahrradsätteln Platz nehmen, die auf einer Querstange befestigt sind. Nach einer weiteren Patentanmeldung, die vor wenigen Tagen bekannt wurde, könnte der Airbus 380 der Zukunft dann so aussehen: Die Piloten sitzen im fensterlosen hinteren Seitenleitwerk, und 1000 Fluggäste hocken wie die Hühner auf der Stange.

Steigende Kerosinpreise bedrängen Fluggesellschaften

So weit muss es allerdings nicht kommen, sagt eine Airbus-Sprecherin der LA Times. Viele Patente würden nie wirklich genutzt. „Aber für den Fall, dass die Idee irgendwann relevant wird, wollen wir, dass unsere Arbeit geschützt ist.“

Relevant könnte sie schneller werden als heute noch gedacht. Denn angesichts immer größerer Konkurrenz und steigender Kerosinpreise bemühen sich die Fluggesellschaften, immer mehr Passagiere in ihre Maschinen zu stopfen.

„Packungsdichte wie in einer Sardinenbüchse“

Die Sättel ließen sich je nach Bedürfnis anpassen, heißt es in der Patentanmeldung. Wenn einer leer bleibt, wird er hochgeklappt. Jeder Passagier soll zudem eine eigene Armlehne bekommen, muss sich also nicht mit seinem Nachbarn um das Liegerecht für seine Arme streiten. Nicht ganz klar ist allerdings, wie sich die Fluggäste anschnallen, wenn es Turbulenzen gibt, klagt das Online-Portal AeroTelegraph. Ein Leser kommentiert die Idee so: „Packungsdichte wie in Sardinenbüchse, kein Problem, Hauptsache billig.“ Ein anderer empfiehlt, zusätzlich die Tanks als Passagier-Liegeplätze zu nutzen. „Ganz voll getankt wird ja eh nicht so oft.“

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Von Wolfgang Kempkens
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