03.11.2016, 07:11 Uhr | 1 |

Drohne für Megacities Airbus will ein Lufttaxi schon 2017 abheben lassen

Natürlich muss man rumspinnen, wenn man die endlosen Staus in Megacities auflösen will. Dass die Airbus-Visionäre im Silicon Valley keine Busse oder U-Bahnen in die Luft schicken  ist deshalb schade. Das könnte vielleicht helfen. Stattdessen will der Flugzeughersteller Autoschlangen mit kleinen Taxi-Drohnen bekämpfen, die auf Urban Airways durch Häuserschluchten schweben. Ob das Sinn macht?

Drohnen in einer Megacity
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Drohnen sollen nach der Vorstellung von Airbus künftig auf Autobahnen in der Luft durch Häuserschluchten fliegen und als Sammeltaxi fungieren. Damit glaubt Airbus, die Staus in Megacities auflösen zu können. 

Foto: Airbus

Ja, genau das ist die Vision des Airbus-Thinktanks Vahana, der jetzt ein paar Blicke in seine Zukunftsvision A3 gewährt hat. A3 wird neudeutsch A-cubed ausgesprochen. Der Stau am Boden wird also durch die dritte Dimension einfach aufgelöst.

Ganz neu ist der Gedanke ohnehin nicht. Denn die Idee für den Transport reicher Fahrgäste mit Drohnen – gesteuert von einem Piloten oder sogar autonom – hatten schon andere. So hat das chinesische Start-up Ehang auf der Elektronikmesse CES 2016 eine Drohne vorgestellt, die eine Person befördern kann und in Großstädten betuchte Geschäftsleute hoch über den Staus zum Ziel bringen soll. Die Drohne wird bis zu 300.000 US-Dollar kosten.

Und auch das Karlsruher Start-up e-volo hat bereits 2013 ein Lufttaxi vorgestellt, die Drohne VC-200. Sie kann ebenfalls eine Person transportieren und arbeitet mit 18 Propellern.

CityAirbus soll zum Lufttaxi werden

Doch zurück zu Airbus. Die Vordenker in Kalifornien wollen eigentlich nicht nur vermögende Geschäftsleute schneller ans Ziel bringen, sondern Jedermann. Dazu haben sie das Konzept einer Drohne für vier Fahrgäste angekündigt. Sie soll auf von den Städten freigegebenen Flugschneisen quer durch die Megacities fliegen.

Wer mitfliegen will, kann ähnlich wie beim Taxidienst Uber über sein Smartphone eine Drohne rufen. Und weil sich vier Fahrgäste die Drohne teilen, soll der Flug nur so viel kosten wie eine Taxifahrt. Angesichts dieser Aussagen jubilieren einige Medien wie n-tv und der Aero Telegraph bereits, dass damit die Staus in den Megacities verschwinden können. Denn in der Luft gebe es ja keine Staus. Wie schön.

Wie man jedoch Millionen von Pendlern in Städten wie Peking, Tokio, Mexiko und New York, die jeden Tag stundenlang im Stau stehen, mit viersitzigen Drohnen transportieren soll, ohne dass der Flugverkehr in den Flugschneisen zusammenbricht, das haben die Visionäre im Silicon Valley noch nicht verraten. Schon das Auflösen der Staus auf der A8 zwischen Stuttgart und München oder auf der A40 quer durch das Ruhrgebiet wird mit einem CityAirbus nicht gelingen. CityAirbus? Ja, so heißen die Drohnen, die mit einem Bus der Lüfte aber nichts zu tun haben.

Airbus-Drohne hat nur Platz für eine Person

Vom Konzept vier Personen zu transportieren, hat sich Vahana-CEO Rodin Lyasoff auch schon verabschiedet: In seinem Blog hat er jetzt eine Drohne vorgestellt, die nur einen Sitz hat und von acht Propellern angetrieben wird. Nicht mal seinen Nachbarn kann der Pendler mit in die Stadt nehmen. Und der Manager kann auch nicht seinen Geschäftspartner zum Termin mitnehmen. Staus lassen sich mit diesem Konzept wohl kaum auflösen.

Die Airbus-Drohne gleicht da doch eher dem Ehang-Konzept für eine betuchte Kundschaft, die es sich leisten kann, auf den von Lyasoff „Urban Airways“ genannten Autobahnen für Drohnen über die Staus am Boden hinwegzufliegen. Der Airbus-Prototyp soll zum Erstflug Ende 2017 abheben, ein „Demonstrator“ könnte 2020 produziert werden, kündigt Lyasoff an.

Taxiflug zum Uber-Preis bleibt fraglich

Der ursprünglich angekündigte Flugpreis auf dem Niveau einer Taxifahrt am Boden dürfte kaum realistisch sein. Während ein Taxi-Touran allenfalls 30.000 Euro kostet, will ja Ehang für seine in China produzierte Ein-Mann-Drohne bis zu 300.000 US-Dollar berechnen. Airbus hat zwar noch keine Preise genannt. Aber dass der europäische Flugzeugbauer seine chinesische Konkurrenz im Preis unterbietet wäre zumindest eine Überraschung.

Dennoch glaubt Ingenieur Lyasoff fest daran, mit dem CityAirbus auch die Verkehrsprobleme der Zukunft lösen zu können. „In weniger als zehn Jahren können wir Produkte auf dem Markt haben, die den Verkehr für Millionen von Menschen revolutionieren“, so Lyasoff in einem Beitrag für Airbus.

Schön wäre es. 

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Von Axel Mörer-Funk
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kommentare
06.11.2016, 19:41 Uhr Progetti
Lufttaxis sollten wahlweise mit Sitzplätzen für zwei, vier oder mehr Personen ausgestattet sein, je nach Bedarf.

Und ohne ein gut funktionierendes Gesamt- Rettungssystem sollte man diese Drohnen gar nicht zulassen, damit ein solches System auch wirklich ernst genommen werden kann!

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