15.10.2013, 07:03 Uhr | 0 |

Mit Japanern entwickelt Airbus-Erfolg in Japan geht stark auf XWB-Triebwerk von Rolls-Royce zurück

Der geglückte Einbruch von Airbus in die Boeing-Phalanx in Japan geht zu einem großen Teil auf die Triebwerke des neuen Airbus A350 zurück. Airbus verlässt sich beim A 350 ganz auf Triebwerke von Rolls-Royce. Die Briten haben besonders japanische Zulieferer an der Entwicklung beteiligt.

Japan Airlines (JAL) hatte im September 31 Maschinen des Typs A350 zum Listenpreis von 9,5 Milliarden US-Dollar bestellt. Damit hat Airbus erstmals JAL als Kunden gewonnen: Bislang kauften die Japaner Langstreckenflugzeuge ausschließlich in den USA. Lieferant der Triebwerke für dies ist Rolls-Royce aus Großbritannien, derzeit nach General Electric zweitgrößter Triebwerkproduzent der Welt.

Der neue Airbus wird nur mit einem Triebwerkmodell angeboten

Während seit mehreren Jahren die allermeisten Passagiermaschinen mit jeweils unterschiedlichen Triebwerken angeboten werden, die endgültige Wahl also der bestellenden Flugggesellschaft überlassen bleibt, wird der Airbus A350 ausschließlich mit Triebwerken von Rolls-Royce des Typs XWB ausgeliefert. Eine solche Beschränkung zwingt den Triebwerkproduzenten zwangsläufig zu ganz besonderen Anstrengungen, da der Markterfolg des neuen Flugzeugs wesentlich von dem allein angebotenen Motor abhängig ist, da der Kunde keine Wahlmöglichkeit hat.

Rolls-Royce hat schon frühzeitig ganz auf Japan gesetzt

Da die sich über mehrere Jahre erstreckende Entwicklung eines neuen Großtriebwerks mehrere Milliarden Euro erfordern kann, bemühen sich die großen Produzenten ganz überwiegend darum, Zulieferer zu finden, die sich an den Entwicklungskosten und -arbeiten maßgeblich beteiligen. Im Falle des XWB-Motors setzte Rolls-Royce von Anbeginn auf die größeren japanischen Triebwerkhersteller, die allesamt in die Entwicklung des XWB-Triebwerks einbezogen wurden. Die vier japanischen Partner gehören nicht nur zu großen Industriegruppen in ihrem Land, sondern verfügen zugleich auch über beträchtlichen Einfluss auf eine Vielzahl von Politikern und Unternehmen.  Mit größter Wahrscheinlichkeit hat das ganz wesentlich zu dem Verkaufserfolg von Airbus im Falle Japan Airlines beigetragen.

Die vier Entwicklungs- und Produktionspartner von Rolls-Royce in Japan sind Kawasaki Heavy Industries (KHI), Mitsubishi Heavy Industries (MHI), Ishikawajima-Harima Heavy Industries (IHI) und schließlich Sumitomo Precision Products (SPP). KHI entwickelte und baut nun die Zwischenstufe des Verdichters, den so genannten Intermediate Pressure Compressor. MHI fertig Brennkammer-Komponenten, Schaufeln für die Niederdruckstufe der Turbine sowie Turbinen-Scheiben. IHI produziert sowohl die Welle der Turbinen-Zwischenstufe als auch zahlreiche Komponenten für  diesen Bereich. Von SPP stammen das Design und die Fertigung des Temperatur-Managementsystems der XWB.

Montiert wird das XWB-Triebwerk in Großbritannien. Denkbar ist allerdings, dass bei einem weiteren lebhaften Absatz des Airbus A350 in Asien die Fertigung des Triebwerks auf die Produktionsstätte von Rolls-Royce in Singapur ausgedehnt wird.

Extrem hoher Aufwand zur Reduzierung der Emissionen

Von allen Triebwerkherstellern wird inzwischen der Reduzierung der Schadstoffemissionen ein ganz besonders hoher Stellenwert zugemessen. Das gilt genauso auch für Rolls-Royce und das XWB-Triebwerk. Im Kalenderjahr 2012 hat Rolls-Royce rund 919 Millionen Pfund  oder umgerechnet etwa 1,1 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Zwei Drittel dieser Gesamtsumme entfielen auf die Verbesserung des Triebwerksverhaltens im Blick auf die Umwelt. Dabei ging es ganz besonders um die Reduzierung der Schadstoffemissionen. 

Eine wichtige andere Aufgabe der Entwicklungsarbeiten ist die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs. Quer durch den gesamten Triebwerkbau für zivile Zwecke in der Welt ist in den zurückliegenden Jahre eine durchschnittliche jährliche Reduzierung des Treibstoffverbrauchs neuerer Triebwerke durch ständige Weiterentwicklung von einem Prozent im Jahr erreicht worden.

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Von Peter Odrich
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