13.02.2014, 13:14 Uhr | 0 |

SINGAPUR AIR SHOW Airbus 350 XWD soll Boeing Kunden in Asien abjagen

Die 4. Singapur Air Show ist gerade zwei Tage alt, da können die Konkurrenten Airbus und Boeing schon Milliardenaufträge verbuchen. Beide Unternehmen liefern sich mit gleicher Strategie einen Wettkampf um die aufstrebenden Luftverkehrsmärkte Asiens: Flugzeuge mit hohen Reichweiten, geringen Kosten und mehr Komfort für die Passagiere.

Flugschau
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Großes Interesse finden die Flugvorführungen auf der 4. Singapur Air Show. Im Bild ein Bell Boeing V-22, der seine Propeller bei Start und Landung senkrecht stellen und dann wie ein Hubschrauber fliegen kann.

Foto: Airbus

So groß war die Air Show in Singapur noch nie: Mehr als 900 Unternehmen aus 50 Ländern präsentieren sich auf der 4. Auflage der größten Luftfahrtmesse Asiens. Airbus stellt seinen neuen Langstreckenjet A350 XWB vor, mit dem die Europäer dem US-Konkurrenten Boeing Kunden abjagen wollen.

Die Kaufbereitschaft ist schon gleich zu Anfang der Messe riesig. Boeing und Airbus haben bereits Milliardenaufträge erhalten. So bestellte die Leasing-Firma Amedeo 20 Großflugzeuge des Typs A380, die 2016 bis 2020 ausgeliefert werden sollen. Laut Airbus sind weltweit 120 der Großraumflugzeuge im Einsatz. Die junge private Fluggesellschaft VietJetAir aus Vietnam bestellte 63 Mittelstreckenjets aus der A320-Familie. Zugleich wurden Kaufrecht für weitere 30 Maschinen vereinbart. Die argentinische Aerolíneas hat vier Modelle des A330-200s bestellt.

Die thailändische Billiglinie Nok Air schloss dagegen eine Kaufoption auf acht Boeing 737-800 und sieben Jets der neuen Version 737 MAX 8. Derzeit halten sich auch Gerüchte, dass die indische SpiceJet einen Milliardenauftrag für Boeing aussprechen will.

Boeing und Airbus setzen stärker auf Komfort

Asien ist der Markt der Gegenwart und der Zukunft, hier boomen die Billigflieger. Nach einer Studie im Auftrag von Airbus kommen im Jahr 2032 schon 45 Prozent aller Passagiere weltweit aus Asien.

Der Schlüssel zum Erfolg auf diesem Markt sei Komfort, ergab die Untersuchung. Zugleich müssen die Hersteller die Betriebskosten drücken, damit sich der Betrieb der Billigflieger überhaupt rechnen kann.

Boeing hatte dafür seine 777X im vergangenen Herbst als die sparsamste Maschine ihrer Klasse angepriesen. Mit Erfolg: Bislang hat Boeing schon 250 Bestellungen eingesammelt. Airbus stellt jetzt in Singapur mit dem A350-XWB seine Alternative vor: Rund 25 Prozent weniger Sprit als die „gegenwärtige Konkurrenz“ soll er verbrauchen – und damit logischerweise auch ein Viertel weniger Treibhausgas in die Luft blasen.

Mehr Platz für Mensch und Gepäck

Diesen Wert erreiche man durch konsequenten Leichtbau: Erstmals besteht ein großes Passagierflugzeug zu mehr als der Hälfte aus Composites, also modernen Verbundstoffen, die im Vergleich zu Aluminium um bis zu 50 Prozent leichter und trotzdem noch stabiler sind. Vor allem KMerarbonfaserteile sind im A350 verbaut.

Zugleich verspricht Airbus den Passagieren mehr Bein- und Kopffreiheit und größere Fächer fürs Handgepäck als in vergleichbaren Fliegern. Der entsprechende Werbetext wirkt wie eine Kopie von Boeing – die Argumente sind dieselben, weil die Markterkenntnisse dieselben sind.

Für das Boeing-Produkt spricht indes die mit fast 18.000 Kilometern noch höhere Reichweite als in den drei Varianten des Airbus, der auf gut 15.000 Kilometer kommt. Beide Produkte bewegen sich im mittleren Größensegment zwischen 300 und 400 Plätzen. Der US-Hersteller will die Kundschaft zudem mit einem besonderen Trick locken: Dank klappbarer Tragflächenspitzen soll die neue 777X auch auf relativ kleinen Flughäfen landen können.

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Von Werner Grosch
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