28.08.2013, 09:11 Uhr | 0 |

Messe Eurobike startet Moderne Technik sorgt beim Rad für Fahrkomfort

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Fahrrad zur Chefsache erklärt: Sie eröffnet heute in Friedrichshafen die Messe Eurobike – ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung des Fahrradfahrens für den Verkehr insgesamt. Dieser Bewusstseinswandel spiegelt sich auch in der Ausstattung moderner Fahrräder.

Eurobike
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In Friedrichshafen startet heute die internationale Fahrradmesse Eurobike. Mehr als 200 Weltpremieren wurden angekündigt.

Foto: pd-f

Allein mehr als 200 Weltpremieren gibt es auf der internationalen Fahrradmesse diesmal zu sehen, darunter auch ein Speedpedelec, ein Rennrad mit Elektroantrieb. Bis zum Ende der Messe am 31. August werden am Bodensee rund 40 000 Fachbesucher aus 100 Ländern erwartet. Ihnen präsentieren 1280 Aussteller aus 54 Nationen die neueste Fahrradtechnik. Die Eurobike deckt das gesamte Angebot der Sport- und Stadträder ebenso wie der E-Bikes.

Eckdaten 

510 Euro geben Radler im Schnitt für ihr Fahrrad oder E-Bike aus. Dafür bekommen sie viel moderne Technik. So gibt es zwar noch Fahrräder mit Stahlrahmen, üblich ist heute aber das leichtere Aluminium oder Titan. Das wirkt sich auf das Gewicht aus: Die leichtesten Serien-Rennräder wiegen unter sechs Kilogramm. E-Bikes, Lastenräder oder Tandems können dagegen auch schon mal bis zu 30 Kilogramm wiegen. Die Federung gibt den Rädern Komfort und Sicherheit. Federgabeln und -stützen sowie gefederter Rahmenhinterbauten sorgen je nach System mit Luft, Stahl oder Öl für angenehmes Fahren.

Die Laufräder sind heute exakt aufeinander abgestimmte Systeme aus Naben, Felgen und Speichen. Carbon und Aluminium bestimmen den Markt. Alu-Felgen für den Betrieb mit Felgenbremsen haben Verschleißindikatoren und für den Scheibenbremsenbetrieb gibt es leichtere Felgen, die völlig ohne Bremsflanke auskommen. Ein moderner Reifen besteht aus mehreren Gummi-Mischungen, ist faltbar, kann mit Dichtmilch ohne Schlauch gefahren werden und vereint gegensätzliche Eigenschaften wie geringes Gewicht und hohe Pannensicherheit oder gute Straßenhaftung und geringen Rollwiderstand. Es gibt sogar „unplattbare Reifen“, denen auch Scherben nichts mehr ausmachen.

Schnelle Schaltung

Moderne Technik wirkt auch bei Gangschaltung und Bremsen: Geschaltet wird direkt am Lenker, Schaltungen zwischen zwei und 33 Gängen stehen zur Wahl. Neben Getriebe- und Kettenschaltung gibt es auch eine Mischform aus beiden. Gemeinsam ist ihnen eine präzise Rasterung, die ein schnelles Schalten in jeder Fahrsituation direkt am Lenker ermöglicht. Außerdem gibt es automatische und elektronische Systeme. Die Bremsen am Fahrrad verzögern bei jeder Witterung und mit geringsten Handkräften – per Bowdenzug oder hydraulisch. Die Scheibenbremse ist an Mountainbikes heute bereits Standard und bei allen anderen Rädern auf dem Vormarsch.

Verändert hat sich auch das Licht am Rad. Moderne Lichtanlagen mit Nabendynamo, LED-Front- und -Heckleuchte sorgen heute für gute Sicht und Sichtbarkeit im Dunkeln. Die Lichtanlage schaltet sich sensorgesteuert automatisch an, bietet ein Tagfahr- und Standlicht, sowie eine Bodenausleuchtung, die sich an der Fahrgeschwindigkeit orientiert. An hochwertigen Fahrrädern lässt sich daran über eine USB-Schnittstelle während der Fahrt das Handy laden. 

Wachstumsmarkt E-Bikes

Nicht alle Fahrräder werden heute durchgängig mit Muskelkraft betrieben. Wovon die Auto-Industrie in Sachen Elektromobilität träumt, das ist bei den Fahrrädern schon Realität: 1,3 Millionen E-Bikes fahren nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf Deutschlands Straßen – mit steigender Tendenz. Dagegen wurden nach einer Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) bisher nur rund 7000 Elektro-Autos verkauft. Weitere Zahlen belegen, dass das Fahrrad dem Auto als alltägliches Verkehrsmittel den Rang abfährt: 14,5 Prozent aller Wege in Deutschland werden mit dem Rad zurückgelegt. 60 Prozent der Deutschen fahren mehrmals pro Woche Fahrrad. Und: Es gibt 70 Millionen Fahrräder in Deutschland, aber nur 42 Millionen Autos. 

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Von Andrea Ziech
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