15.06.2015, 06:51 Uhr | 0 |

Neue Londoner Radwege Je mehr Radler, desto länger grüne Ampel

London will für Radfahrer besseres Durchkommen ermöglichen und startet eine Testphase: Radar- und Wärmebildtechnik erfasst die Anzahl der Fahrradfahrer an Kreuzungen. Je mehr Radler, desto länger bleibt die Ampel grün.

Geplanter Radweg in London
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Geplanter Radweg in London: Die Stadt testet zwei Systeme, um die Anzahl der Radfahrer zu ermitteln – ein Radarsystem und ein Körperwärmeerfassungssystem.

Foto: Transport for London

Es ist der Cycle Superhighway Nummer 3, auf dem die Organisation Transport for London (TfL) das neue Pilotprojekt starten will. Auf der rund zwölf Kilometer langen Radlerautobahn, die das Zentrum der britischen Hauptstadt im Osten mit den Vororten verbindet, werden zwei neue Systeme getestet. An mehreren Kreuzungen entlang der Cable Street wird die Anzahl der Radler gemessen, die dort in eine der Erfassungszonen hineinradeln. Das soll wiederum die Ampelschaltung beeinflussen: Je mehr Radler, desto länger bleibt die Ampel auf Grün.

Radler werden mit Radartechnik und über ihre Körperwärme erfasst

Zwei miteinander konkurrierende Systeme werden getestet. Eines der Systeme basiert auf Radartechnik, während das andere die Körperwärme der Radfahrer erfasst. Wie effektiv die Anzahl der Radfahrer gemessen werden kann, soll sich im Laufe der Testphase herausstellen.

Dazu kündigt die TfL an, das Pilotprojekt auch auf drei weitere Stellen im gesamten Superhighway-Netzwerk, das in den kommenden Jahren ausgebaut und erweitert werden soll, ausdehnen zu wollen. Die gewonnenen Daten sollen die Basis dafür liefern, dass die jeweiligen Ampelschaltungen auf den Bedarf der Radfahrer im Sekundentakt reagieren können, um den Verkehrsfluss insbesondere an den Kreuzungen reibungsloser zu gestalten.

2031 hat London mehr als 10 Millionen Einwohner

Das neue Pilotprojekt für die Fahrradfahrer ist Bestandteil der großen Modernisierungsoffensive für Londons Straßen, die bis 2020/21 mit über vier Milliarden Pfund ausgestattet ist. Die Stadt steht, wie so viele Großstädte, vor großen Herausforderungen. Im Jahr 2031, so ist die Prognose, soll die Einwohnerzahl die Zehn-Millionen-Marke überschreiten und schon jetzt hat die TfL ausgerechnet, dass täglich rund 26 Millionen Stadtfahrten unternommen werden.

Es sei eine Frage der Abwägung, beziehungsweise der Balance zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern, sagt Garrett Emmerson, der bei TfL für den Oberflächenverkehr zuständig ist. Es geht also nicht nur um die Radfahrer, sondern auch um Fußgänger, Autofahrer und den öffentlichen Personennahverkehr.

Sensoren in den Fahrbahnen messen Verkehrsaufkommen

In mehr als der Hälfte der Londoner Kreuzungen gibt es bereits Sensoren in den Fahrbahnen, die die aktuelle Verkehrssituation erfassen und die Ampelschaltungen daraufhin optimieren. Das System, so die TfL, habe Staus um bis zu 12 % reduziert. In Londons Innenstadt sollen bis 2018 alle Kreuzungen mit solchen Sensoren ausgerüstet sein.

Parallel zu den aktuellen Tests hat die TfL vom britischen Verkehrsministerium die Erlaubnis bekommen, dort wo es sinnvoll erscheint, eigene Ampeln für Radfahrer in passender Höhe anbringen zu dürfen. Im restlichen Europa, so die TfL, hätten sich diese Radfahrampeln bereits bestens bewährt.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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