11.07.2014, 10:07 Uhr | 0 |

Helm mit eingebautem EEG Fahrradhelm misst Stresslevel von Radfahrern im Straßenverkehr

Nein, sie sind keine rollenden Verkehrsampeln, die Radfahrer mit ihren rot und grün blinkenden Fahrradhelmen. Die Blinklichter signalisieren vielmehr, ob der Radfahrer gestresst oder gelassen durch die Stadt radelt. Die Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind fest überzeugt, dass die Verkehrsteilnehmer mit Rücksicht auf rot blinkende Fahrradhelme reagieren. 

Radtour durch Florenz
Á

Radfahrer mit dem EEG-Helm MindRider auf Tour durch Florenz: Deutlich ist, dass man im Hellen die kleinen roten und grünen LED-Lampen kaum erkennt, die anzeigen, ob der Radfahrer ruhig oder aufgeregt unterwegs ist. Der neue Helm ist eher durch seine Vernetzung für Stadtplaner interessant. Sie könnten erkennen, an welchen Stellen in einer Stadt sich Radfahrer unwohl fühlen.

Foto: MindRider

Hauptverkehrszeit in einer Großstadt: Busse, Straßenbahnen und jede Menge Autos. Mittendrin ein Radfahrer, der sich den Weg über die vielbefahrene Kreuzung bahnt. Rote Lichter blinken hektisch auf dem Helm, den er trägt und zeigen an: Der Radler ist extrem gestresst. Nach dem mit sieben Kameras ausgestatteten “Helm der Gerechtigkeit“, der das Verhalten anderen Verkehrsteilnehmer aufzeichnet, hat dieser Helm aus den USA das Ziel, den Gemütszustand des Radfahrern nach außen zu signalisieren. Der Helm MindRider ist nämlich ein EEG zum Aufsetzen.

Mobiles EEG-Gerät in Form eines Fahrradhelms

Der gedankenlesende Helm ist mit einem miniaturisierten EEG-Gerät ausgestattet und misst die Gehirnaktivitäten des Radlers. Am MindRider angebrachte LEDs visualisieren den erfassten Gemütszustand. Grün leuchtende LEDs signalisieren den anderen Verkehrsteilnehmern Entspannung, Rot hingegen Stress. Und sollten die Lampen gar hektisch rot aufflackern, dann bedeutet das: Der Träger des Helms ist extrem gestresst und nahe einer Panikattacke.

Die MIT-Ingenieure hoffen, dass die Blinksignale nicht spurlos an den Autofahrern vorbei gehen, die hinter den Radfahrern unterwegs sind. Sie könnten verstärkt Rücksicht nehmen, sollte ein Pedaler mal deutlich aus dem seelischen Gleichgewicht geraten sein. Aber warum sollen das Verkehrsteilnehmer nicht sowieso tun? Darauf haben die MIT-Forscher keine Antwort.

Die Hot- und Sweet-Spots der Gefühle

Viel interessanter scheinen da die weiteren Nutzungsmöglichkeiten des EEG-Helmes. Denn durch seine Vernetzung können Kommunen und Verkehrsplaner einen Überblick bekommen, auf welchen Routen und an welchen Kreuzungen und Verkehrswegen sich die Radler einen Stadt sicher oder aber unwohl fühlen.

Dazu übermittelt der MindRider die EEG-Daten per Bluetooth an eine Smartphone-App. Zeitgleich erfasste GPS-Signale vervollständigen das Gesamtbild und die App erstellt eine Stresskarte der gesamten Route. Rote sogenannte Hot-Spots kennzeichnen nervenaufreibende, die grünen Sweet-Spots stellen Streckenabschnitte dar, auf denen die Radfahrer entspannt unterwegs sind. So kann der radelnde Verkehrsteilnehmer anhand der Erfahrungen anderer Radfahrer eine Alternativroute suchen, bis er die für ihn optimale Lösung gefunden hat.

Von geteilten Erfahrungen können Stadtplaner profitieren

Auch für Verkehrs- und Städteplaner sind die erfassten Daten hoch interessant. Für Radfahrer gefährliche Strecken im Verkehrsnetz können sie entschärfen oder neue Strecken anlegen, um die Sicherheit des Radverkehrs zu erhöhen.

 

Noch kann man den Fahrradhelm MindRider allerdings nicht kaufen. Erst im Laufe dieses Jahres soll er zum Preis von 190 Euro in den Handel kommen. 

Anzeige
Von Dr. Kerstin Elfrink
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden