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22.10.2015, 13:29 Uhr | 3 |

Mirai tankt Wasserstoff Toyota Mirai in Serie: Mit Brennstoffzelle quer durch Deutschland

Mit einem richtigen Brennstoffzellen-Auto durch Hamburg, Berlin oder München fahren: Das geht jetzt. Toyota hat in Hamburg den Mirai vorgestellt – ein Serien-Auto mit Brennstoffzelle, das Wasserstoff tankt. Durch den Auspuff pustet es lediglich harmlosen Wasserdampf. Doch es gibt auch einen Haken. 

Brennstoffzellenauto Toyota Mirai
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Der Toyota Mirai hat eine Brennstoffzelle an Bord. Auffällig sind die großen Lufteinlässe in der Fahrzeugfront.

Foto: Christopher Jue/dpa

Optisch sieht der Mirai recht unscheinbar aus – das SUV hat den typischen modern-futuristischen Look, den man auch von zahlreichen anderen Herstellern kennt. Auffällig sind allerdings die großen Lufteinlässe an der Front. Sie geben einen Hinweis darauf, dass im Inneren der 78.450 € teuren Limousine etwas Ungewöhnliches vor sich geht.

Brennstoffzelle erzeugt Strom für Elektromotor

Toyota setzt beim Mirai auf einen Elektromotor – ebenfalls nicht außergewöhnlich. Allerdings hat der Autobauer eine Kinderkrankheit der E-Autos geheilt: das stundenlange Stromtanken. Denn unter den Vordersitzen befindet sich eine 56 kg schwere Brennstoffzelle. Sie wandelt mitgeführten Wasserstoff und Umgebungsluft, die durch die Lufteinlässe strömt, in Wasser um. Bei der exothermen Reaktion entsteht Strom für den Elektromotor. Und aus dem Auspuff tropft lediglich harmloser Wasserdampf.

Der Mirai ist keine Rennmaschine, für ein gutes Vorwärtskommen auf der Autobahn aber gerüstet: Toyota hat dem Wagen einen E-Motor mit 114 kW (155 PS) und einem maximalen Drehmoment von 335 Nm spendiert. Er bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Im Innenraum können es sich die vier Passagiere derweil auf den Ledersitzen gemütlich machen und einen großen Navi-Monitor sowie zahlreiche digitale Instrumente bestaunen.

Manko: In Deutschland gibt es nur 19 Wasserstoff-Tankstellen

Der Tankvorgang ist unproblematisch: Spezielle Tanksäulen pressen den Wasserstoff mit 700 bar Druck in die zwei Tanks, die unter der Rücksitzbank und im Heck sitzen. Ein Kilogramm kostet derzeit 9,50 €. Die Tanks fassen rund 5 kg des gasförmigen Energieträgers, genügend für eine Reichweite von rund 550 km.

Doch die 25 frischgebackenen Mirai-Besitzer in Deutschland haben ein Problem: Hierzulande gibt es bislang nur 19 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen. Zum Glück stehen vier in Hamburg, wo auch schon einige Stadtbusse mit Wasserstoff fahren. Und 2016 sollen es bereits 50 Säulen bundesweit sein, 2023 sogar 400. Das zumindest ist das Ziel des Projekts Clean Energy Partnership (CEP), in dem sich Autohersteller und Regierung gemeinsam für den umweltfreundlichen Antrieb engagieren.

Toyota will Produktion auf 30.000 Exemplare jährlich hochschrauben

Auch Toyota scheint an die langsame Verbreitung des Brennstoffzellen-Autos zu glauben. Der japanische Autobauer will die Produktion im nächsten Jahr von 700 auf 2100 Exemplare hochschrauben. 2020 sollen es dann jährlich 30.000 Mirai sein.

Keine schlechte Idee, findet auch das Center of Automotive Management (CAM). Das unabhängige Institut für Automobilforschung aus Bergisch Gladbach hat ein Ranking der 100 bedeutendsten fahrzeugtechnischen Neuerscheinungen erstellt und das japanische Brennstoffzellenfahrzeug an die Spitze gesetzt. Insgesamt hat das Institut 8000 Neuerungen aus den Jahren 2005 bis 2015 unter die Lupe genommen. 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
22.10.2015, 14:26 Uhr alois
Hallo,

sehr interessant - quer durch Deutschland - bei 550km Reichweite?? Da will ich dabei sein ;) Nur, wenn es Deutschland nicht einmal schafft, die viel trivialere Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu installieren - wie soll dass dann bei Wasserstofftankanlagen funktionieren???
Und wo sollen die stehen? Wer will schon eine "Bombe" vor dem Haus? Ich habe den grössten Respekt vor den Käufern, wenn es denn Privat-Personen sind - auf so ein Abenteuer würd ich mich nicht einlassen... zumal es in dieser Preisklasse schon vernünftige E-Autos gibt und nebenbei den Strom gibts auch an jeder Strassenecke - sogar in der Stadt.
Eine weitere interessante Frage ist: Wie wird der Wasserstoff erzeugt?? Doch sicher nicht via erneuerbare Energien! Bin gespannt, wie sich das entwickelt ...

Liebe Grüsse

22.10.2015, 14:29 Uhr alois
... und noch ein kleiner Nachtrag: Stundenlang muss man auch nicht mehr warten, bis das E-Auto weiterfährt - wir reden über Kaffeepausenlängen (Cha-de-mo oder Super Charger). Auch Fossilfahrer müssen auf's WC!

23.10.2015, 11:15 Uhr conaway
Mal den Umweltaspekt außen vor gelassen...mich kosten also die 550km 47,5€!? Ein Diesel mit 7 Litern Verbrauch kostet auf der Strecke 49,6€. Mit 6 Litern nur noch 42,57€. Da sind die 78k€ ja gut investiert...
Und so lange die Wasserstoffgewinnung sowie die Batterieherstellung nicht Grün werden, ist das doch alles Spielerei. Und die Umwelt hat da auch nicht (positives) von.

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