13.02.2014, 10:58 Uhr | 0 |

Deutsches Forschungsprojekt Secver Regenerative Energien sollen regionale Verteilnetze stabilisieren

Netzbetreiber sollen zukünftig in Echtzeit analysieren können, ob regionale Verteilnetze in einem stabilen Zustand sind. Falls nicht, sollen sie mit neuer Mess- und Fernwirktechnik die abgegebene Leistung der Wind- und Solarkraftwerke direkt optimieren können. Beteiligt an dieser Forschung ist auch das Fraunhofer Institut IFF in Magdeburg. 

Schwankungen bei der Energieerzeugung betreffen regionale Verteilnetze
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Der überwiegende Teil der dezentral und regenerativ erzeugten Energie wird innerhalb des Verteilungsnetzes ab 110 kV abwärts erzeugt. Auswirkungen möglicher Schwankungen bei der Energieerzeugung zeigen sich deshalb vor allem in den regionalen Verteilnetzen. 

Foto: Fraunhofer IFF/Dirk Mahler

Während die Politik darüber diskutiert, unrentable Kohle- oder Gaskraftwerke als Reserve vorzuhalten, weil Strom aus Wind und Sonne nicht immer verfügbar und nur schwer einschätzbar ist, arbeiten Forscher am Gegenteil. Sie wollen regenerativ Energien dazu nutzen, die Zuverlässigkeit der Netze zu erhöhen. Secver heißt das Forschungsprojekt, das seit einigen Monaten an einem neuen System zur Überwachung und Steuerung des Stromnetzes arbeitet. Es steht für „Sicherheit und Zuverlässigkeit von Verteilungsnetzen auf dem Weg zu einem Energieversorgungssystem von morgen“. 

Das Ziel des Projektteams unter Koordination des Magdeburger Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF): neue Methoden, mit denen sich die Verteilnetze sicher überwachen und kurz- bis mittelfristige Systeminstabilitäten prognostizieren lassen. 

Analyse der regionalen Verteilnetze in Echtzeit

„Im Ergebnis werden die Netzbetreiber in Echtzeit analysieren und bewerten können, ob das Netz in einem stabilen Zustand ist. Sollte das nicht der Fall sein, wird signalisiert, wo konkret Handlungsbedarf besteht und wie sich der Systemzustand wieder verbessern lässt“, sagt Projektleiter Przemyslaw Komarnicki.

Damit das möglich wird, müssen auch die Wind- und Solarkraftwerke einen Beitrag leisten. Sie sollen die abgegebene Leistung optimieren und zusätzlich dafür sorgen, dass die Netzspannung im erlaubten Bereich bleibt. Mit Hilfe moderner Mess- und Fernwirktechnik sollen am Ende des Projekts die notwendigen Messwerte und Steuersignale in Echtzeit übertragen werden, damit sofort auf Systeminstabilitäten reagiert werden kann. 

Derzeit sind diese Überlegungen noch reine Theorie. Den Praxistest müssen die Secver-Lösungen im Harz in Sachsen-Anhalt bestehen. Dort können die Forscher auf ein Vorgängerprojekt aufbauen. Im Projekt „RegModHarz“ wurde bereits nachgewiesen, dass sich viele kleine dezentrale regenerative Energieerzeuger zu einem großen, virtuellen und zuverlässig arbeitenden Gesamtkraftwerk zusammenschalten lassen.

Wissenschaft und Unternehmen forschen Hand in Hand 

Das Projekt Secver ist auf eine Laufzeit von knapp zweieinhalb Jahren angelegt. Neben dem Fraunhofer IFF sind auf der wissenschaftlichen Seite die Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und das Fraunhofer IWES beteiligt. Projektpartner auf Unternehmensseite sind der Verteilnetzbetreiber AVACON AG, der Windparkbetreiber RegenerativKraftwerke Harz und Siemens. Secver wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

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Von Andrea Ziech
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