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29.09.2015, 13:45 Uhr | 0 |

Testanlagen für Produktion Japan setzt auf Treibstoff aus Algen

Japan forciert derzeit seine Anstrengungen zur Kultivierung von Algen als Quelle für Biokraftstoff, um sich damit eine neue Energie-Ressource zu erschließen. Der zur Toyota-Gruppe gehörende Autoteile-Zulieferer Denso will im April kommenden Jahres ein umfangreiches Testzentrum für die Kultivierung von Algen in Amakusa im Westen Japans in Betrieb nehmen. Bis 2018 plant Denso breit angelegte Kultivierungstechniken serienreif entwickelt zu haben. 

Algen unter dem Mikroskop
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Aus Algen lässt sich Biokraftstoff herstellen. Für das ressourcenarme Japan eine interessante Alternaive. Der zur Toyota-Gruppe gehörende Autoteile-Zulieferer Denso will im Frühjahr 2016 ein großes  Testzentrum für die Kultivierung von Algen in Amakusa im Westen Japans eröffnen. 

Foto: dpa

Denso’s Ziel ist speziell die Kultivierung von Mikroalgen,  um sie zu Biokraftstoff für Fahrzeuge zu verarbeiten. Das Unternehmen baut dafür in der Präfektur Kumamoto auf einer Fläche von 20.000 m2 drei ovale Zuchtteiche. Hier soll die Massenproduktion von so genannten Pseudochoricystis ellipsoidea aufgenommen werden.

Dabei handelt es sich um eine Alge, die mittels Fotosynthese ein Öl produziert, das leichtem Mineralöl ähnelt. Bislang experimentierte Denso mit einer kleineren Anlage von 300 m2 in Nishio in der Präfektur Aichi.

Im Rahmen des neuen großen Projekts werden außerdem neue Verfahren entwickelt, um mit Hilfe von Mikrowellen das Öl in effizienterer Weise in Biotreibstoff umzuwandeln. Dabei handelt sich um eine der größten Anlagen für derartige Tests in Japan. 

Schnelle Vermehrung von Algen nur ein Vorteil

Japans Forschungsanstrengungen konzentrieren sich zunehmend auf die Kultivierung von Algen in Süßwasserseen sowie an den langen Meeresküsten des Landes angesichts einer wachsenden Sorge um die sich erschöpfenden Energieressourcen.

Der Vorteil von Algen gegenüber Mais oder Zuckerrohr als Basis von Biokraftstoffen liegt nach Angaben japanischer Forscher auf verschiedenen Ebenen. So vermehren sich einige Algenarten außerordentlich schnell und sind auch einfacher zu propagieren. Die Kultivierung diverser Algenarten bringt gegenüber dem Anbau von Landpflanzen höhere Erträge bezogen auf die dafür benötigten Flächen.

Ein weiterer Reiz besteht darin, dass die Fotosynthese der Algen für den Kampf gegen die Erderwärmung nützlich ist. Schließlich können Algen sowohl in Küstennähe wie auch auf Flächen, die sich nicht mehr für die landwirtschaftliche Nutzung eignen, kultiviert werden.

Hohe Produktionskosten als Nachteil

Zu den größten Herausforderungen bei der Kommerzialisierung von Biotreibstoffen auf Algen-Basis gehört die Reduzierung der Produktionskosten. Die japanischen Forscher weisen daraufhin, dass einer der besten Wege, um die Effizienz der Algen zu steigern, die Züchtung verbesserter Stämme ist. So wird besonders die Kommerzialisierung der „Enomoto-Algen“, ein verbesserter Stamm von Botryococcus, angestrebt. Dieser Stamm vermehrt sich tausend Mal schneller als die traditionellen Varianten. 

Mikroalgen für Biokraftstoff

Denso Corporation, bekannt für Einspritzdüsen in der Kfz-Industrie, Klimaanlagen und Auto-Elektronik, arbeitet bereits seit 2008 in Zusammenarbeit mit der Kyoto-Universität und der Microalgae Corporation an einem Projekt zur Nutzung von Algen als Biokraftstoff. Denso entwickelte ein Recyclingsystem, das ein Öl verwendet, das aus der Fotosynthese der Algen aus den Kohlenstoffdioxid-Emissionen der eigenen Fabrik stammt.

Die Mehrzahl der Biokraftstoff-Projekte konzentrieren sich in Japan auf sehr kleine oder sogar mikroskopisch kleine Algen im Gegensatz zu Makroalgen wie Seetang. Nachdem diese Algen aus dem Wasser geerntet werden, trocknen die Entwickler die Organismen und extrahieren anschließend das Öl.

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Von Peter Odrich
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