Erneuerbare Energien

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06.11.2015, 15:11 Uhr | 0 |

Maps4Use gestartet Fraunhofer Forscher stellt Kartenatlas zur Energiewende frei ins Netz

Die Energiewende wirft viele Fragen auf: Wie hoch ist der Stromverbrauch der Unterhaltungselektronik in Nordrhein-Westfalen, und welchen Anteil machen zum Beispiel die in den Haushalten der Stadt Oberhausen genutzten Flachbildfernseher daran aus? Welche Einsparung könnte generiert werden, wenn alle Altgeräte gegen moderne Geräte ausgetauscht werden? Forscher vom Fraunhofer UMSICHT-Institut stellen jetzt Karten zur Verfügung, die solche Fragen ansatzweise beantworten können.

Windenergie
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Wo wird wie viel Wind genutzt? Das Fraunhofer-Institut Umsicht stellt im Netz ab sofort Karten zur Windenergie für Kommunen, Kreise, Bundesländer und ganz Deutschland zur Verfügung.

Foto: Fraunhofer Umsicht/Maps4use.de

Die Energiewende ist sicherlich eine der größten Herausforderungen, der sich Deutschland und seine Volkswirtschaft je gestellt hat. Denn der Energieerzeugung in kleineren, dezentralen Wind-, Biogas- oder Sonnenenergieanlagen steht eine wachsende Zahl von Energieverbrauchern in Millionen Haushalten gegenüber. Alles wird smart, das Rollo kommuniziert elektrisch mit dem Terminkalender im Smartphone, um zur rechten Zeit die richtige Lichtstimmung im Wohnraum entstehen zu lassen.

Netz-Schwankungen können Schäden verursachen

Bei diesem Spagat ist es wichtig, minutengenaue Informationen über die aktuell produzierte und verbrauchte Energiemenge zu besitzen. Denn nur wenn diese exakt übereinstimmen, ist die Netzfrequenz von 50 Hertz konstant. Ansonsten drohen Schäden an den elektronischen Endverbrauchsgeräten.

Einen wichtigen Baustein, um diese Anforderungen stemmen zu können, liefert jetzt das Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT mit Sitz in Oberhausen. Das Forschungsinstitut hat die Plattform Maps4Use entwickelt, auf der ab sofort ein Kartenatlas zur aktuellen Situation der erneuerbaren Energien zur freien Verfügung steht.

16 Karten zur Leistung und Stromproduktion stehen bereit

Gestartet ist Maps4Use mit Karten zum Thema Windenergie. Es stehen jeweils 16 Karten zur Leistung und zur Stromproduktion mit interessanten Einblicken bereit: So ist im Flächenland Bayern lediglich eine Gesamtleistung von 1475 MW installiert. Die jährliche Gesamtstromproduktion beträgt 2173 GWh. Große Bereiche des mit 70,5 km2 flächenmäßig größten Bundeslandes sind weiß, dort steht kein einziges Windrad.

Völlig anders das Bild im mit nur 20,4 km2 viel kleineren Sachsen-Anhalt. Dort sind 4259 MW an Gesamtleistung installiert; jährlich werden gut 7 GWh Strom aus Wind erzeugt. Anders ausgedrückt erzeugen im riesigen Bayern deren 12,7 Millionen Einwohner nur ein Drittel der Windstrommenge, die 2,2 Millionen Einwohner in Sachsen-Anhalt herstellen. 

Baden-Württemberg liefert unter 1 GWh Strom im Jahr

Die Karten zeigen auch klar, wo es viel und wo es wenig windet in Deutschland. Niedersachsen kommt zusammen mit Bremen auf eine installierte Gesamtleistung von 8499 MW und produziert damit 14.659 GWh an Strom. In Baden-Württemberg ist gerade einmal eine Gesamtleistung von 696 MW installiert.

Diese Anlagen liefern im Jahr nur 924 GWh an Strom. Im gesamten Bundesgebiet stehen aktuell über 25.000 Windräder, die auf eine installierte Leistung von etwa 40.000 MW kommen. Die Windenergie liefert hierzulande damit 68.595 GWh pro Jahr an Strom.

Sonnenstrom folgt in einem Monat

Ganz bewusst haben die UMSICHT-Forscher ihren Kartenatlas mit der Windenergie eröffnet. Denn diese ist die Schlüsseltechnologie für einen Erfolg der Energiewende. Deren installierte Leistung hat sich in den vergangenen zehn Jahren glatt verdoppelt. In einem Monat stellen die Forscher die entsprechenden Karten für die Sonnenenergie online. Anfang 2016 folgen dann die jeweils 16 Karten zum Strom aus Biomasse.

Rückbau von Altanlagen hat begonnen

Die Energiewende ist ein quälend langer Prozess, der erst heute richtig an Dynamik gewinnt. So sind die ersten Windkraftanlagen bereits am Ende ihrer ursprünglich auf 20 Jahre ausgelegten Betriebsdauer angelangt. Allein im ersten Halbjahr 2015 wurden Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 92 MW zurückgebaut. Es ist daher notwendig, Konzepte zum Rückbau zu entwickeln, die ein Recycling der Altanlagen einschließen, um so die Ressourceneffizienz in der Windenergie auszubauen und die relevanten Materialien in den Wertschöpfungsprozess zurückzuführen.

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Von Detlef Stoller
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