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13.11.2014, 13:02 Uhr | 0 |

Reaktion auf brennende Akkus Solarspeicher: Branche einigt sich auf Sicherheitsleitfaden

Neue technische Mindestanforderungen sollen künftig verhindern, dass in Privathaushalten eingesetzte Stromspeicher in Flammen aufgehen. Auf entsprechende Vorgaben für Solarstromspeicher auf Lithium-Ionen-Basis haben sich nun führende Verbände und Prüforganisationen geeinigt. 

Forschung bei BASF an neuen Lithium-Ionen-Akkus
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Forschung bei BASF an neuen Lithium-Ionen-Akkus: Jetzt hat sich die Branche auf einen Leitfaden geeinigt, der die Sicherheit stationärer Speicher in Privathaushalten steigern soll.

Foto: BASF

Das bestätigten Forscher des Karlsruher Instituts für Technik (KIT), die an dem Sicherheitsleitfaden mitgearbeitet haben, im Interview mit den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. Der Leitfaden, der vorbehaltlich einer noch ausstehenden kartellrechtlichen Prüfung Anfang der kommenden Woche veröffentlicht werden soll, ist eine Reaktion auf eine Testreihe des KIT, bei der im Frühjahr mehrere stationäre Speichergeräte Feuer gefangen hatten. Die von den VDI nachrichten Ende Mai veröffentlichten Testergebnisse hatten die Branche in Aufruhr versetzt.

Leitfaden formuliert Schutzziele 

Die daraufhin gegründete Arbeitsgruppe habe jetzt ihre Arbeiten abgeschlossen, sagte KIT-Forscher Thomas Timke, der daran beteiligt war. „Statt den Herstellern Maßnahmen vorzugeben, formuliert der Leitfaden klare Schutzziele. Mit welcher Technik Hersteller die erreichen, steht ihnen frei“, so Timke. „Der Leitfaden schließt bestehende Normlücken – speziell im elektrochemischen Bereich, denn hier lauern bei Nichtbeachtung Gefahren.“

Außerdem enthalte er Informationen, die den Stand der Technik verdeutlichten. „Damit kann sich dann kein Anbieter mehr mit lückenhafter Normierung oder dem unklaren Stand der Technik herausreden, wenn er mangelhafte Produkte in den Markt bringt“, hofft Timke.

Empfehlungen sind Grundlage für Test

Zudem diene der Sicherheitsleitfaden künftig „akkreditierten Prüflaboren als Grundlage für Tests“, so Timke. Um das Überhitzen von Lithium-Ionen-Zellen in Haushalten zu verhindern, enthalte er dazu konkrete Aussagen. „Wichtig ist unter anderem, dass es Betriebsfenster und Lagerbedingungen für Lithium-Ionen-Zellen gibt, die strikt einzuhalten sind“, so Timke.

„Geschieht das nicht, drohen den Zellen und der Batterie irreversible Schäden – sie darf dann nicht weiter betrieben werden, weil sie sonst immer unsicherer wird.“ Außerdem werden Kriterien für die Auswahl der Zellen und die funktionale Sicherheit festgelegt.

Das scheint auch geboten: Bei ihrem Test im Frühjahr hatten die Forscher Stromspeicher „Made in Germany“ getestet und einfache Fehler simuliert, die im Alltagsbetrieb häufig vorkommen – etwa eine kaputte Sicherung oder einen Defekt bei einem Sensor. Statt sich programmgemäß auszuschalten, überhitzten einige Speicher oder gerieten sogar in Brand. Mehrere Fälle von Hausbränden, bei denen schwere Sachschäden entstanden, werden auf überhitzte Stromspeicher als Brandursache zurückgeführt. 

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Von Axel Mörer-Funk
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