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20.05.2015, 15:03 Uhr | 1 |

Antrieb von SIEMENS Weltweit erste Elektrofähre in Norwegen im Einsatz

Siemens hat mit dem norwegischen Schiffsbauer Fjellstrand eine Fähre entwickelt, die nur mit Strom angetrieben wird. Sie ist nicht nur emissionsfrei und leise, sondern wegen ihres Leichtbaukonzeptes auch besonders effizient. Sie ist die erste große Autofähre weltweit im regulären Linienbetrieb.

Elektrofähre "Ampere"
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Die vollständig elektrische Fähre "Ampere" befährt die sechs Kilometer lange Route E39 zwischen Lavik und Oppedal nördlich von Bergen in Norwegen. Sie fährt im 20-Minuten-Takt 34 Mal am Tag rein elektrisch über den Sognefjord. Sie ist die weltweit erste Elektrofähre im Liniendienst.

Foto: Siemens

34 Mal am Tag schippert die Elektrofähre jetzt zwischen Lavik und Oppedal jeweils sechs Kilometer über den Sognefjord. Ohne Dieselabgase und fast ohne jedes Geräusch. Sparsam und umweltfreundlich. Der Betreiber Norled, der Schiffsbauer Fjellstrand und der Antriebshersteller Siemens feiern die weltweit erste Elektrofähre im Linienbetrieb als Meilenstein auf dem Weg zur emissionsfreien Fähre.

Zwei wesentliche Bausteine waren dafür notwendig. Zum einen wurde ein völlig neues Baukonzept verfolgt. Der Rumpf besteht nicht, wie üblich, aus Stahl, sondern aus Aluminium. Damit konnte das Gewicht der 80 m langen Fähre, die bis zu 360 Passagiere und 120 Fahrzeuge aufnehmen kann, um rund die Hälfte gegenüber einem konventionellen Schiff gesenkt werden – dabei wiegt das Batteriepaket allein rund zehn Tonnen.

In jedem Hafen eine Batterie

Der Clou allerdings ist der rein elektrische Antrieb. In der Fähre selbst und in beiden Häfen ist je ein Paket mit Lithium-Ionen-Batterien installiert, das die Kapazität von 1600 Standard-Autobatterien hat. Vorteil dieses Konzeptes ist, dass die Akkus jeweils langsam aufgeladen werden können und das relativ schwache Stromnetz in der ländlichen Region Norwegens nicht überlastet wird.

Bei jedem 10-Minuten-Aufenthalt wird die Schiffsbatterie neu geladen, nachts füllen sich dann die Batterien im Hafen neu auf. Pro Strecke verbraucht der Antrieb nach Angaben von Siemens nur 150 kWh, was dem Bedarf eines Standardhaushalts in drei Tagen entspreche.

Insgesamt soll der Strombedarf der Fähre, die mit zwei Elektromotoren mit je 450 kW Leistung ausgestattet ist, bei zwei Millionen kWh pro Jahr liegen. Ein konventionelles Schiff dieser Art verbrenne dagegen jährlich rund eine Million Liter Diesel und stoße dabei 570 t Kohlendioxid aus. Für den Betreiber Norled sinken die Treibstoffkosten damit um 60 %.

50 weitere Strecken für E-Fähre geeignet

Die beteiligten Unternehmen glauben, dass Elektrofähren in absehbarer Zeit weltweit die Dieselschiffe ablösen können – auch, weil die Batterien immer leistungsfähiger und billiger werden. Schon jetzt könnten die Stromer auf mindestens 50 weiteren Strecken in Norwegen eingesetzt werden. Allerdings sind die Bedingungen hier auch besondere, denn der Strom kommt in Norwegen häufig aus Wasserkraft – wie am Sognefjord auch. Damit ist die Fähre nicht nur „lokal emissionsfrei“, sondern tatsächlich deutlich umweltfreundlicher als ein Schiff mit fossilem Treibstoff.

Die gesamte Ökobilanz für die Leichtbaufähre müsste indes noch erstellt werden. Einerseits ist Aluminium in der Herstellung besonders energieintensiv, andererseits hat dieses Baumaterial auch ökologische Vorteile, denn der bei Stahl notwendige Anti-Rost-Anstrich ist überflüssig, und der Aluminiumrumpf soll auch doppelt so lange halten.

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Von Werner Grosch
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kommentare
23.05.2015, 20:22 Uhr Progetti
Bei elektrisch betriebenen Schiffen fällt bei Kurzstrecken die Selbstentladungstendenz der Lithium- Jonen- Batterien nicht ins Gewicht, aber bei Langstrecken ist die Selbstentladung ein Kriterium für den effektiven Wirkungsgrad. Deshalb sollten die Nickel- Metallhydrid- Akkus bei der Planung nicht vernachlässigt werden, wenn es um längere Strecken geht. Diese Akkus geben noch nach einem halben Jahr nach Aufladung erstaunlich viel Energie ab, und bei Schiffen ist das Akku- Gewicht leichter zu verkraften als z.B. bei Flugzeugen. Sie sollten zumindest als eisene Reserve miteingeplant werden!

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