10.05.2013, 12:25 Uhr | 0 |

Erfolgreich mit Elektromobilität Tesla erreicht mit seinen E-Limousinen erstmals Gewinnzone

Da staunt die Fachwelt und der Laie wundert sich: Die kalifornische Firma Tesla Motors macht Gewinne mit ihrem Elektroauto Tesla Modell S. Wie es scheint, haben die Kalifornier mit dieser Limousine alles richtig gemacht.

Tesla Modell Signature in Rot
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Hat Tesla in die Gewinnzone katapultiert: das Elektroauto Tesla Modell S.

Foto: Tesla

Elon Musk, Gründer und Firmenchef der kalifornischen Firma Tesla Motors hatte eine Vision: Er wollte ein reines Elektroauto bauen, ohne Verbrennungsmotor für die mobile Sicherheit. Und hat mit dem edlen Modell S ein Fahrzeug entwickelt, das offenbar reißenden Absatz findet. Als reines Elektrofahrzeug. Das Team um Musk fertigt das Auto in Serie, jede Woche liefert Tesla 500 der Edelkarossen aus. Die Nachfrage ist noch größer.

4900 Elektrolimousinen im ersten Quartal des Jahres verkauft

Das hat sich jetzt richtig gelohnt: Tesla Motors schreibt erstmals seit der Firmengründung vor zehn Jahren  Gewinne. Immerhin elf Millionen Dollar, also knapp 8,4 Millionen Euro scheffelte Tesla Motors im ersten Quartal des noch jungen Jahres. Zum Vergleich: Im letzten Jahr machte Tesla Motors einen Verlust von fast 90 Millionen Dollar, das entspricht etwa 68 Millionen Euro.

Seit Jahresbeginn hat die kalifonische Firma 4900 Elektrolimousinen und damit 400 mehr als ursprünglich geplant verkauft. „Wir sind zufrieden mit der starken weltweiten Nachfrage nach dem Model S“, sagt Elon Musk. Mehr als zufrieden mit diesem Erfolg dürften auch Daimler und Toyota sein, die beide als Investor an Tesla Motors beteiligt sind.

Der Umsatz machte einen Riesensatz. Er sprang um 83 Prozent auf 562 Millionen Dollar, also etwa 428 Millionen Euro. Ähnlich scheint es mit der Motorleistung zu sein. Christoph M. Schwarzer von ZEIT ONLINE ist den Tesla Probe gefahren und beschreibt sein Fahrgefühl so: „Das Tesla Model S beschleunigt nicht, es springt aufs nächste Geschwindigkeitslevel. In einer Baustelle auf der Autobahn A1 von Hamburg nach Bremen darf maximal 60 km/h gefahren werden. Danach ist Tempo 130 erlaubt. Ein Tritt aufs Pedal, und die Kilowattanzeige des Elektromotors zuckt auf 320 – das sind 435 PS, die direkt an die Hinterräder gehen. Im Magen verursacht der Vollstromschub eine kurze Unruhe, doch bei Richtgeschwindigkeit und mit Tempomat setzt souveräne Entspanntheit ein. Der luxuriöse Antriebskomfort ist einmalig und überragend.“

Alle Fachleute loben den eleganten Elektroflitzer

Tesla Motors gilt schon länger als einer der technologisch führenden Hersteller von Elektroautos. Nun haben sich die Jahre an Entwicklungsarbeit offenbar gelohnt, das Model S scheint auf allen Gebieten zu punkten.

Auch das renommierte Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ lobt die Limousine in den höchsten Tönen: „Das Auto beschleunigt, reagiert und bremst wie ein Sportwagen, es besitzt den Fahrkomfort und die Geräuschdämmung eines Luxusautos und ist energiesparender als die besten Hybrid-Fahrzeuge“, schrieb der Chefredakteur des Magazins. Der Tesla bekam von 100 möglichen Punkten 99.

Nun ist der Tesla S sicherlich kein Schnäppchen. Für die elektrische Performance muss man schon mit fünf Nullen hinter der Eins rechnen, er kostet um die 100.000 Euro. Doch wer sich traut und das Geld übrig hat, der bekommt auch was geboten dafür. Schon rein optisch ist der Wagen ein Genuss, er erinnert an einen Aston Martin Rapide. Der Tesla ist groß, er misst knapp fünf Meter Außenlänge und bringt es inklusive der Rückspiegel auf eine Breite von fast 2,20 Meter. Trotzdem wirkt der Tesla elegant, kompakt und geduckt. Dazu es er absolut alltagstauglich. So bringt er gleich zwei Stauräume mit, einen vorne unter der Haube und einen hinten unter der sehr weit öffnenden Schrägheckklappe.

Sehr kundenfreundliche Garantiebedingungen als Verkaufsargument

Dazu ist der Tesla sehr geräumig und familienkompatibel. Montiert man zwei Kindersitze gegen die Fahrtrichtung in das Auto, wird der Tesla zum Siebensitzer. Große Familien werden dieses Statement zur Größe schätzen. Größe zeigt Tesla Motors auch bei seinen Garantiebedingungen. So bieten die Kalifornier auf die Achillesferse jedes Elektroautos, das sind die Batterien, acht volle Jahre Garantie. Und zwar ohne Kilometerbegrenzung und selbst dann, wenn der Käufer der Luxuslimousine nicht regelmäßig bei den Inspektionsterminen auftaucht. Das ist wahre Größe, die im Kleinen begründet liegt. Tesla Motors verbaut in seine Elektroflitzer gewöhnliche Lithium-Ionen-Akkus, wie man sie aus Notebooks oder Smartphones kennt. Davon hat Tesla mehrere Tausend in den Wagenboden verbaut.

Das Risiko dieser sehr großzügigen Garantie nimmt Tesla Motors in Kauf. Die Kalifornier setzen dabei auf ihre positiven Erfahrungen mit dem Vorläufermodell, dem Roadster und natürlich darauf, dass sich die Technik von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und eben auch billiger wird.

Das Problem ist auch bei Tesla die Reichweite

Doch auch der Tesla hat noch Schwächen: Mit 2,1 Tonnen ist er ein richtiges Schwergewicht und somit definitiv nicht für Fahrten auf Eis geeignet, auch nicht auf dickem Eis. Dafür liegt er auf der Autobahn  gut in der Spur. Nur muss diese rollende Tonnage auch bewegt werden, mit Energie aus den Akkus. Die Kapazität der 85 Kilowattstunden großen Batterie sollte man also nicht zu hoch einschätzen. Im Test von Christoph M. Schwarzer lag der Stromverbrauch bei 25,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das ist recht viel, wenn man es mit Tests anderer Elektroflitzer vergleicht: So schaffte der Opel Ampera 20,8 KWh und der Smart ed kam auf beruhigende 17.6 KWh. Immer berechnet auf 100 Kilometer Fahrleistung. Den 25,2 KWh im Test von ZEIT ONLINE lag eine gemächliche Fahrweise zugrunde. „Wer aber über die Richtgeschwindigkeit hinausgeht und so rasant wie möglich fährt, wird nicht von Hamburg nach Berlin kommen“, meint Tester Schwarzer.

Tesla-Chef griff schon früh nach den Sternen

Tesla-Chef Elon Musk ist schon sehr früh durch seine Visionen aufgefallen. 1995 gründete der 1971 in Pretoria in Südafrika geborene Musk seine erste Firma. Zip2 bot Inhalte für Medienunternehmen an. Er hatte nach eigener Aussage "eine vage Idee über die Chancen, die ein Dotcom-Unternehmen bieten könnte, 2000 Dollar Kapital, ein Auto und einen Computer." Die Firma Compaq kaufte Zip2 schon vier Jahre später (1999) für 307 Millionen Dollar, was der bis dahin höchste für ein Internetunternehmen gezahlte Preis war. Und so ging es weiter. Musk gründete X.com, eine Firma, die ein Online-Bezahlmodell via E-Mail entwickelte. Schon ein Jahr später fusionierte X.com mit einem Konkurrenten, Confinity, der ein Bezahlsystem namens PayPal entwickelt hatte. 2002 zahlte Ebay 1,5 Milliarden Dollar für die Firma ­– Musk hielt 11,7 Prozent der Firmenanteile.

Dann griff Elon Musk nach den Sternen. Er gründete 2002 die Raumfahrtfirma SpaceX, die unbemannte Raumflüge verkauft, um Satelliten in den Orbit zu bringen und zur Versorgung der Raumstation ISS.

Seit dem erfolgreichen Starte der Falcon1 im September 2008 ist SpaceX die erste Firma, der es gelang, mit einer vollständig privat finanzierten Flüssigtreibstoffrakete den Orbit zu erreichen. SpaceX schafft es dabei, den Start eines Raumschiffes auf etwa ein Drittel der Kosten zu senken, die eine staatlich finanzierte Mission ins All kostet.

Derzeit ist SpaceX das weltweit einzige private Unternehmen, das in der Lage ist, ein Raumschiff in eine Erdumlaufbahn zu bringen und anschließend wieder sicher auf der Erde zu landen.

Namensgeber Nikola Tesla war ein schriller Vogel und genialer Erfinder

2003 gründete Elon Musk Tesla Motors in Palo Alto, Kalifornien, also im Silicon-Valley. Benannt ist die Firma nach dem Erfinder Nikola Tesla, der im 19. Jahrhundert vor allem die elektrische Energietechnik voran brachte, und das heute als Zweiphasenwechselstrom bekannte System zur elektrischen Energieübertragung entwickelte. Dieser Nikola Tesla war ein genialer Tüftler und vor allem ein charismatischer Showmann. Er macht im Jahre 1893 in verschiedenen medial sehr beachteten Vorführungen auf seine elektrische Kompetenz äußert spektakulär aufmerksam: Im Selbstversuch jagte er sich hochfrequente Wechselströme in den Körper und ließ so Koronaentladungen an der Oberfläche seiner Kleidung und seiner Haare entstehen. Nikola Tesla ist wahrlich ein würdiger Namensgeber für die Firma von Elon Musk, die jetzt mit dem Tesla Modell S gezeigt hat, dass man mit der Elektromobilität sehr wohl Geld verdienen kann.

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Von Detlef Stoller
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