Elektromobilität

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16.09.2015, 07:45 Uhr | 0 |

Die meistverkauften Elektroautos Tankstellennetz für Elektroautos kommt bis 2017

Nun soll die Elektromobilität so richtig Fahrt aufnehmen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat an der Autobahnraststätte Köschinger Forst in Bayern die erste von 400 geplanten Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen. Doch dort wird der Andrang aber erstmal gering sein: 2014 wurden weniger als 9000 Elektroautos verkauft, fast 4000 weniger als 2013.

BMW i3
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Der BMW i3 ist aktuell eines der meistverkauften Elektroauto in Deutschland.

           

Foto: BMW

Aller Anfang ist bekanntlich schwer: Jetzt hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gemeinsam mit Karl-Heinz Rolfes vom Raststättenbetreiber Autobahn Tank & Rast die erste Schnellladesäule eines geplanten Ladesäulennetzes auf der Autobahnraststätte Köschinger Forst an der A9 in Bayern in Betrieb genommen. Der Minister sparte dabei nicht mit Superlativen. „Wir setzen die E-Mobilität unter Strom und bauen deutschlandweit ein Netz von E-Tankstellen an Autobahnraststätten auf: mehr als 400 Schnellladestationen, durchschnittlich alle 30 Kilometer. Künftig ist es möglich, mit einem Elektrofahrzeug von der Nordsee bis an die Zugspitze zu fahren“, versprach Dobrindt.

E-Tankstellennetz soll 2017 ausgebaut sein

Bis 2017 soll dieses Netz aufgebaut sein. Der Minister drückt aufs Tempo, denn das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland rollen zu sehen, ist arg bedroht. Derzeit hat das Kraftfahrtbundesamt knapp 130.000 Elektro- oder Hybridfahrzeuge registriert. 2014 wurden lediglich 8522 Elektroautos neu zugelassen

Der riesengroße Hemmschuh für den Erfolg der Elektrofahrzeuge in Deutschland ist die Reichweite und die Ladezeit der Akkus. Oftmals müssen die E-Flitzer stundenlang an eine Steckdose geklemmt werden, bevor sie wieder einsatzbereit sind. Untragbar für den Fernverkehr auf Autobahnen.

Autos in nur 20 Minuten aufgeladen

An den Ladestatonen des geplanten flächendeckenden E-Tankstellennetzes dauert das Laden nur 20 Minuten, sofern das E-Fahrzeug eine Schnellladung unterstützt. Rolfes bezifferte die Investitionen in dieses Netz mit 25 Mio. €. Die Kosten für die Verlegung der Kabel und die Herstellung der Ladestation teilen sich das Bundesverkehrsministeriums und Tank & Rast. Die Unterhaltungs- und Betriebskosten trägt der Raststättenbetreiber allein.

 

Die meistverkauften Elektrofahrzeuge in Deutschland 2014

Platz Modell Neuzulassungen 2014
1 Smart Fortwo 1589
2 Renault Zoë 1498
3 BMW i3 1242
4 VW E-Golf 1040
5 VW E-Up 919
6 Tesla Model S 815
7 Nissan Leaf 812
8 Mercedes B-Klasse 132
9 Mitsubishi EV 122
10 Volvo C30 48
11 Übrige 305
  GESAMT 8522

Quelle: Kraftfahrtbundesamt

Auch in Hausen an der Autobahn A7 zwischen Kassel und Würzburg ist am Montag eine Schnellladestation in Betrieb gegangen. Diese ist Bestandteil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 8,7 Mio. € geförderten Projekts mit dem schönen Namen Slam. Man kennt ja einen Poetry Slam oder einen Science Slam. Das sind öffentlich ausgetragene Dichter- oder Wissenschaftswettbewerbe, der Begriff „slam“ bedeutet Verriss oder vernichtende Kritik.

Wenig ambitionierte Förderung der Elektromobilität

Nun steht Slam auch für „Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“. Das ist vom Ministerium ganz ironiefrei gemeint. Denn bisher sind alle Bemühungen der Bundesregierung um eine echte Förderung der Elektromobilität in Deutschland wenig ambitioniert, ein Verriss oder eine vernichtende Kritik liegt daher nahe.

Auch das im Juni 2015 in Kraft getretene „Elektromobilitätsgesetz“ macht keine Ausnahme. Dieses Gesetz ermöglicht es den Kommunen, die Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr zu privilegieren. So können sie ermäßigte Parkgebühren oder freie Fahrt auf Busspuren für die Elektrischen vorsehen.

 

Doch dieses Elektromobilitätsgesetz privilegiert in ziemlich weitreichender Weise auch Plug-in-Hybride. Das sind Kraftfahrtzeuge, die sowohl über einen Verbrennungs- als auch über einen Elektromotor verfügen. Wenn diese Hybride über eine Steckdose zum Aufladen der Akkus für den Elektromotor verfügen, fallen sie unter das Elektromobilitätsgesetz. Auch dann, wenn diese Batterie ausreicht, eine mickrige Strecke von 30 km rein elektrisch zurückzulegen.

Dann bekommen diese Autos ein besonderes E-Kennzeichen. Ähnlich dem „H“ am Ende des Nummernschildes für historische Fahrzeuge, sollen diese E-Fahrzeuge ein „E“ am Ende des Zulassungszeichens bekommen. Das ermöglicht dann den Zugang zu privilegierten Parkplätzen und Busspuren.

Die gibt es aber nocht nicht. Die meisten Kommunen zögern, ihre endlich vom Verkehr freigeschaufelten Busspuren wieder für Autos freizugeben. Das ginge nur solange, wie es kaum Elektroautos gibt. Bei einer Million Elektroautos stünden auch die Busse wieder im Stau – auf der Busspur.

10 Fakten über Elektroautos lesen Sie hier.

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Von Detlef Stoller
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