Elektromobilität

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20.02.2014, 07:00 Uhr | 2 |

Neue Lade- und Entladestation Spitzenstrom aus dem Auto

Eine neue Lade- und Entladestation macht aus Elektrofahrzeugen Puffer für überschüssigen Solar- und Windstrom. Wenn bis 2020 tatsächlich wie geplant eine Million Autos in Deutschland mit Batteriestrom angetrieben werden, könnten 16 Millionen Kilowattstunden gespeichert werden.

Bidirektionales Ladegerät für Elektroautos
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Das Technologie-Transfer-Zentrum für Elektromobilität der Hochschule entwickelt bidirektionales Ladegerät für Elektroautos. 

Foto: FHWS / Schäfer

Elektroautos entlasten die Luft in Ballungsgebieten. CO2- und andere Emissionen gelangen anderswo in die Umwelt, da nämlich, wo der Fahrstrom für die Autos erzeugt wird. Mit einem intelligenten Gerät, das an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) entwickelt wurde, ist es erstmals möglich, Elektroautos als Pufferspeicher für überschüssigen Solar- und Windstrom einzusetzen. Die neuartige Ladestation, die unter der Leitung von Professor Ansgar Ackva entwickelt wurde, einem Experten für Elektromobilität, arbeitet in zwei Richtungen: Sie lädt die Bordbatterien auf, wenn das Stromangebot groß ist und entlädt sie teilweise, wenn es an Energie mangelt. Die Fahrzeugbesitzer müssen allerdings festlegen, wann wie viel Strom zur Verfügung stehen muss. Sonst gelingt der Heimweg nach einem langen Arbeitstag nicht mehr.

Powerbox versorgt mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt

Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen – Katherina Reiche, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, hat dieses Ziel der Bundesregierung gerade noch einmal bekräftigt. Würden alle an die so genannten bidirektionalen Ladestationen der FHWS angeschlossen, stünde ein Pufferspeicher von 16 Millionen Kilowattstunden zur Verfügung. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 4000 Durchschnittshaushalten. So viel Solarstrom wird in Deutschland in etwa einer Stunde erzeugt – natürlich nur dann, wenn die Sonne scheint.

Powerbox nennt sich die Station, die Fahrzeugbatterien mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt versorgt. Entwicklungspartner Mitsubishi setzt eine ähnliche Box bereits in Japan ein, die allerdings nur auf 1,5 Kilowatt kommt.

Die Ladezeit beträgt 30 Minuten

Die hohe Leistung der deutsch-japanischen Entwicklung, an der auch die Autozulieferer Jopp aus Bad Neustadt und A. Eberle aus Nürnberg sowie der Stromversorger Überlandwerke Rhön beteiligt waren, soll vor allem Unternehmen zugute kommen, die mehrere Elektroautos oder gar eine ganze Flotte betreiben. Sie könnten beispielsweise Stromspitzen abdecken, die auftreten, wenn besonders energiehungrige Geräte kurzfristig in Betrieb genommen werden. Dieser Spitzenstrom ist besonders teuer. Umgekehrt lassen sich Fahrzeuge, die relativ kurzfristig benutzt werden sollen, schnell aufladen. Wegen der hohen Leistung der Powerbox geht das bei Bedarf innerhalb von 30 Minuten.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
13.03.2014, 16:24 Uhr E-Auto-Nutzer
Hervorragende Idee - das wird jeden Umweltschützer freuen. Jedoch der E-Auto-Nutzer bezahlt dann diesen Strom-Puffer aus seiner eigenen Tasche. Abgesehen, dass er sich die Fahrbereitschaft einschränkt.
Warum sollen Privatleute die Stromspeicher für die Industrie, die Stromerzeuger bereitstellen?
Es gibt Energiespeicher mit höherer Effizienz: Pumpspeicher arbeiten mit Wirkungsgrad 80% (Energie-Überschuss: Wasser hochpumpen, Energiemangel: herabfließendes Wasser treibt Turbine und Generator).
Doch 'der Akku' hat als Pufferspeicher zwei entscheidende Mängel:
1. Er benötigt einen Ladefaktor, der etwa das 1,5fache der entnehmbaren Energie abverlangt (Ladespannung höher als Entladespannung, 40 bis 50% länger laden als entladen - schon mal gelesen an Ladegeräten?)
2. Der Akku kann 500 bis 1500 mal gezykelt werden (theoretisch), je nach Technologie von Blei-Säure bis LiIon, NiMH - doch bereits bei etwa der Hälfte der Lebensdauer sinken Kapazität und steigen Innenwiderstand so hoch, dass vernünftiger Fahrbetrieb nicht mehr möglich ist. Ob die Akkus dann gekauft oder geleast sind - jene spüren das nicht, allerdings der Besitzer am Geldbeutel.
Und diese Technologie des 'intelligenten Lade-Gerätes' - du liebe Güte - das gabs schon vor 35 Jahren z.B. von der AEG.
Schon mal was von Notstrom-Aggregaten gehört? Oder Brems-Rückspeisung bei E-Bahnen?

13.03.2014, 16:30 Uhr E-Auto-Nutzer
Katherina Reiche, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium kaut das wieder, was Kanzlerin Merkel vor 5 Jahren prophezeit hat.
Stimmt! Wir sind im Plan. Halbzeit und etwa 400.000 Elektrofahrzeuge fahren bereits auf unserern - RADWEGEN.
DIe E-Fahrräder haben stark zugelegt. Prima! Schweißtreibend und Tretkraft-unterstützend. Das ist der Renner.
Doch auf den Straßen wird sich so rasch nichts ändern.

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